Eine Mutter küsst am 06.11.2012 ihr Kind in ihrem Zimmer in der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden (Sachsen). Foto: Arno Burgi/dpa (zu dpa/lhe „ Wut auf das Baby - Wochenbettdepressionen werden oft unterschätzt“ vom 30.09.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Das Familien-Haus bietet eine Beratung für junge Eltern und Schwangere an.

Unterföhringer können Projekt unterstützen

Tipps für werdende Eltern

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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In der Pfarrvilla bietet das Familien-Haus Unterföhring regelmäßig eine Beratung für Schwangere und junge Eltern an. Christa Hamm-Lierl, die 40 Jahre als Hebamme gearbeitet hat, gibt Tipps. Interessierte können das Projekt mit einer Spende unterstützen.

Unterföhring – Rund um Schwangerschaft und Geburt gibt es viele Fragen. Wie weh tut die Geburt eigentlich? Welche Risiken gibt es? Wie kann der Vater helfen? Und wie krempelt ein Baby das Leben um? Diese und noch viel mehr Fragen können jetzt in einer Mütter-Beratung des Familien-Hauses Unterföhring beantwortet werden. Dafür engagiert sich Christa Hamm-Lierl.

Christa Hamm-Lierl hilft Schwangeren und Eltern.

Donnerstags in der Pfarrvilla

In der Geschäftsstelle des Familien-Hauses Unterföhring in der Pfarrvilla am Kirchenweg 1, beantwortet Hamm-Lierl von nun an jede Woche donnerstags von 9 bis 12 Uhr Fragen. Schwangere und frischgebackene Eltern sind willkommen. „Der Bedarf an Beratung ist groß“, und die Unterföhringer Hebamme Theresia Romberg, selbst Mitglied im Familien-Haus, sei erleichtert, dass es nun eine Mütterberatung geben wird. „Es gibt viel zu tun“, sagt Hamm-Lierl, „und ich freue mich schon, wenn das erste Neugeborene mitkommt.“

Sehr viel Erfahrung gesammelt

40 Jahre war die Unterföhringerin Christa Hamm-Lierl Hebamme in den Kreißsälen verschiedener Krankenhäusern, in München, Starnberg, Mainz und Osnabrück, war zu jeder Tages- und Nachtzeit über einen Piepser erreichbar und im Einsatz. „Eine wunderschöne Zeit“, schwärmt sie. Dann folgten 20 Jahre freiberuflich mit eigener Praxis und voller Verantwortung. „Da sammelt man viele Erfahrungen und lernt, Situationen einzuschätzen.“ In Unterföhring bot sie Geburtsvorbereitung, Nachsorge und Rückbildung an. In ihrem Alltag hat sie Menschen in Extremsituationen erlebt. Das große Staunen der Eltern, wenn ein kleines neues Leben in ihren Armen liegt, aber auch Notfälle und traurige Schicksale.

„Das Anstaunen ist etwas, das einen packen kann.“

Im Mai ist die 68-Jährige in den Ruhestand gewechselt. „Das Familien-Zentrum kam auf mich zu, ob ich Kurse anbieten könnte“, den Vorschlag nahm sie gerne an. „Mir fehlt der Umgang mit den neugeborenen Kindern“, sagt Christa Hamm-Lierl. „Es ist etwas ganz Besonderes, in eine Familie zu kommen, die ein Neugeborenes hat“, schildert sie die Faszination, die sie auch nach 40 Jahren erfasst, „die Freude und das Bewundern sind da so groß. Das Anstaunen ist etwas, was einen packen kann.“

Familien-Haus startet Spendenaktion

Das kostenlose Beratungsangebot ersetzt aber keine Hebammenleistung. „Diagnostik ist nicht vorgesehen“, erklärt Tanja Gernet, Vorsitzende des Familien-Hauses. Dennoch habe die Mütterberatung das Ziel, die angespannte Situation bei der Hebammenversorgung etwas abzumildern und zumindest den großen Beratungsbedarf zu decken. Finanzieren möchte das Familien-Haus sein neues Angebot über eine Crowdfunding-Kampagne. Das Spendenziel liegt bei 2400 Euro. „Mit diesem Geld können wir unserer qualifizierten Kursleiterin ein Jahr eine Aufwandsentschädigung zahlen“, erklärt Gernet. Das Familien-Haus hofft auf rege Unterstützung.

Spenden

Die Aktion läuft bei der Münchner Bank.Weitere Infos zum Crowdfunding-Projekt gibt es unter https://muenchner-bank.viele-schaffen-mehr.de/muetterberatung-ufg.

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