1. Startseite
  2. Lokales
  3. München Landkreis
  4. Unterföhring

Investitionen in die eigene Zukunft: Das steht heuer in Unterföhring an

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Andreas Sachse

Kommentare

Genug Platz und klimatisch auf dem neuesten Stand: An der Föhringer Allee entsteht der Rathaus-Ersatz.
Genug Platz und klimatisch auf dem neuesten Stand: An der Föhringer Allee entsteht der Rathaus-Ersatz. © Gerald Förtsch

Die Gemeinde Unterföhring investiert heuer in Meilensteine der Zukunft. Ein neues Rathaus, eine neue Feuerwache und mehr Wohnraum. Die Vorhaben für 2022 im Überblick.

Unterföhring –  Schulen und Kitas, genügend Wohnraum und ein paar Prestigeprojekte: Als eine der finanziell bessergestellten Gemeinden im Landkreis München kommt es für Unterföhring 2022 vor allem darauf an, die Infrastruktur laufend anzupassen. Außerdem wollen die Kommunalpolitiker einen Beitrag zum Klimawandel leisten. Als eine der ersten fünf Gemeinden im Landkreis überhaupt unterzeichnete Unterföhring 2013 das Integrierte Klimaschutzkonzept.

Die Formel „Wohnen, Verkehr, Gewerbe“ als Richtschnur politischen Handelns gilt für Unterföhring nicht. Anders als ein Gutteil der Nachbarn, die fortlaufend bemüht sind, Einnahmen zu requirieren, ist man in der Medien- und Versicherungsgemeinde gut aufgestellt. Große Gewerbegebiete gibt es bereits, sodass man den Blick anderen Projekten zuwenden kann. Das neue, für 50 Millionen Euro geplante, Rathaus etwa ist mit einigem Renommee verknüpft, folgt in erster Linie aber inneren Bedürfnissen. Dem aktuellen Sitz der Gemeindeverwaltung fehlt es nicht nur räumlich an Potenzial. Der Bau ist auch energetisch nicht auf dem neuesten Stand (Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer: „Im Sommer wird geschwitzt, im Winter gefroren“). Ab 2023 soll an der Föhringer Allee ein hochmodernes, nachhaltig aufgestelltes Rathaus mit voll digitalisierter Verwaltung entstehen. Der künftige Prunkbau schmückt dann die neue Ortsmitte am Bahnhof, wobei ein Fünftel der Räume als Puffer für nachfolgende Erweiterungen angelegt sind.

Neue Feuerwache mit Wohnungen

So soll’s ausschauen: Dank der Bautafel an der Münchener Straße erhält man einen ersten Eindruck vom neuen Feuerwehrgerätehaus.
So soll’s ausschauen: Dank der Bautafel an der Münchener Straße erhält man einen ersten Eindruck vom neuen Feuerwehrhaus. © Gerald Förtsch

Von vergleichbarem Wert für die Gemeinde sind das neue Feuerwehrgerätehaus (24 Millionen Euro) und der Bauhof an der Birkenhofstraße (22 Millionen). Mitarbeiter, so Kemmelmeyer, warten „seit einer gefühlten Ewigkeit“ auf den neuen Bauhof. Die lange Zeit nicht umzugswillige Zauneidechse und ihr Busenfreund, die Wechselkröte, verzögerten die im Mai begonnenen Arbeiten. Kommenden April geht’s an der Birkenhofstraße endlich los.

Das neue Feuerwehrgeriätehaus ist mit neun Wohnungen für Einsatzkräfte geplant. Die zentrale Lage an der Münchner Straße garantiert optimale Einsatzzeiten. Dass sich der Gemeinderat zuletzt gegen einen Rückbau der Münchner Straße stellte, kam überraschend. Breitere Rad- und Fußwege, ein Zebrastreifen und der Umbau des Föhringer Rings auf jeweils eine Fahrspur war einer knappen Mehrheit aus PWU und Grünen für 1,75 Millionen Euro zu teuer.

Weiterer Wohnraum

Eine prosperierende Gemeinde wie Unterföhring kann gar nicht genug bezahlbaren Wohnraum vorhalten. Mit der Baugesellschaft München Land entstehen weitere Wohnungen am Germanenweg. Am alten Wehnerhof ist eine Anlage für Jung und Alt geplant. Die Wohnungen sollen heuer, spätestens aber Anfang 2023, neuen Mietern übergeben werden. Im Laufe der nächsten Jahre sind zudem vier mehrstöckige Appartementhäuser und drei Reihenhäuser zuzüglich Kita zwischen Aschheimer Straße und Germanenweg geplant.

Die Arbeiten an dem ebenfalls an der Mitterfeldallee gelegenen Sportpark sind eingestellt, das Projekt wird aus Kostengründen nicht entsthen. Großen Wert legt man in Unterföhring auf Bildung. Die Grundschule an der Bahnhofstraße wird bis 2024 saniert. Die Schüler sind derweil in die neue Grundschule an der Mitterfeldallee einquartiert. Die Kosten sind erschreckend explodiert – von sieben auf 24 Millionen Euro

Der blaue Kasten, die Grundschule an der Bahnhofstraße, wird bis 2024 saniert.
Der blaue Kasten, die Grundschule an der Bahnhofstraße, wird bis 2024 saniert. Das Mosaik soll erhalten bleiben. © Gerald Förtsch

Klimaschutz

Beachtlich ist das Engagement bei Förderprogrammen für klimafreundliche Mobilität. Zuschüsse erhalten Bürger beim Kauf von Fahrrädern, E-Bikes und Lastenrädern. Car-Sharing, MVG-Mietrad, ein Radl-Reparatur-Service am Bahnhof und über den Ort verteile Ladesäulen für E-Autos und -Bikes erleichtern den Abschied vom Benziner. Der Ortsbus 232 ist seit Dezember 2019 deutschlandweit der erste Elektro-Regionalbus. Seit Januar 2020 ist die Fahrt innerorts kostenfrei. Tickets werden erstattet.

Auch interessant

Kommentare