Halbjahresbilanz des Kämmerers

Beeindruckendes Finanzpolster

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Sehr gut ist weiterhin die finanzielle Situation in Unterföhring. Auch die Niedrigzinslage muss den Lokalpolitikern im Rathaus nicht ernsthaft Sorgen machen.

Unterföhring – Die Gemeinde ist weiterhin schuldenfrei und verfügt über beeindruckende Rücklagen von 470 Millionen Euro.

Auch die Gewerbesteuern sprudeln: Die örtlichen Unternehmen haben im ersten Halbjahr 44 Millionen Euro an die Unterföhringer Finanzabteilung überwiesen. Bis zum Jahresende erwartet Kämmerer Andreas Kleebauer insgesamt 103 Millionen Euro, das Soll hat er vorsichtiger bei 100 Millionen Euro angesetzt.

Den Halbjahresbericht haben Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) und Kämmerer Andreas Kleebauer nun dem Gemeinderat vorgestellt. „Die Finanzlage kann als sehr gut bezeichnet werden trotz anhaltender Niedrigzinslage und abschmelzenden Freibetragsgrenzen“, sagte Kleebauer. Die Rücklagen, die Ende Dezember noch fast auf eine halbe Milliarde angewachsen waren, sind ein wenig geschrumpft: von 490 Millionen Euro auf 470 Millionen Euro. Bis Ende Juni haben diese Geldanlagen Zinserträge von 2,91 Millionen Euro eingebracht – bei einem mageren Zinssatz unter einem Prozent. Eingeplant sind bis Jahresende Zinserträge von 4,4 Millionen Euro.

„Wir haben große Herausforderungen zu meistern“, sagte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) in seiner Rede vor dem Gemeinderat und nannte an erster Stelle die Kreisumlage: 15 Prozent vom Kreishaushalt zahlt die Gemeinde Unterföhring. „Das freut den Landkreis“, sagte Kemmelmeyer. 33 Millionen Euro hat Unterföhring bereits ans Landratsamt überwiesen, bis Jahresende werden es 66,1 Millionen Euro sein.

Investiert hat der Gemeinderat in die Infrastruktur, unter anderem läuft derzeit die Modernisierung des Sportzentrums an der Jahnstraße, die Planung für die VHS- und Musikschule sowie für das Gymnasium und die Parkhäuser. Für Personalkosten wurden bisher 3,7 Millionen Euro ausgegeben, angesetzt sind 8,3 Millionen Euro.

Für den Bereich Kultur und Volkshochschule hat Unterföhring im ersten Halbjahr 1,3 Millionen Euro investiert, darin enthalten ist ein Betrag für Kinderbetreuung von rund 555 500 Euro, den die Gemeinde an die Arbeiterwohlfahrt für entgangene Elternbeiträge zahlt.

Geld hin- und herschieben: Das gehört für den Kämmerer im dritten Stock des Rathauses inzwischen zum Tagesgeschäft. „Jede Arbeitsstunde ist da gut investiert,“ sagt Kleebauer, der seit 2017 in Unterföhring die Finanzabteilung leitet. Grund für das Jonglieren mit Freibetragsgrenzen ist der Negativzins, durch den die Banken und Sparkassen dafür zahlen müssen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank deponieren. In der Folge verlangen die Banken diesen Betrag von den Kommunen, wenn die Summe auf ihrem Konto eine gewisse Freigrenze übersteigt.

Bürgermeister Kemmelmeyer dankte der Finanzabteilung, sie habe bei den Anlagen das Beste für die Gemeinde herausgeholt. „Sie haben die Freibeträge gut ausgereizt und alle Zahlungen kurzfristig auf dem Schirm gehabt“, ausdrücklich lobte er seinen Kämmerer: „Sie haben das sehr gut gemacht.“ 

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