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Seit drei Jahren bemüht sich die Investment-Firma eine neue Nutzung für die Oktavian-Türme zu erhalten. 
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Die Fassade wird neu gestaltet: Das ist eine der vielen Auflagen, die die Gemeinde dem Investor gemacht hat. 

Boardinghaus trotz Bedenken gebilligt

Riesiges Bettenangebot in den Oktavian-Türmen

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An der Münchner Straße in Unterföhring entsteht einer der größten Beherbergungsbetriebe in und um München.

Unterföhring –  In zwei der drei Oktavian-Türme wird ein Boardinghaus mit 850 Betten und 576 Zimmern eingerichtet. Zielgruppe sind Mitarbeiter von Firmen, die sich bis zu sechs Monate im Boardinghaus einquartieren dürfen, und Kurzurlauber, die zwei Tage bleiben.

Die Investment-Firma „PG Münchner Straße GmbH“ aus Grünwald, vertreten durch Romeo Uhlmann, hat die drei achteckigen Bürotürme im Gewerbegebiet am südlichen Ortseingang erworben. Seit drei Jahren versucht das Unternehmen, eine Nutzungsänderung zu erreichen.

Am liebsten hätte der Investor die teilweise leer stehenden Bürotürme in Studenten-Appartements umgebaut, um diese anschließend zu verkaufen. Eine Wohnnutzung aber lässt die Gemeinde Unterföhring an dieser Stelle auf gar keinen Fall zu, weil die drei sechsgeschossigen Gebäude an befahrenen Straßen liegen und es rundum kaum Grün gibt. Abgesehen davon wäre „Wohnen“ im Gewerbegebiet auch nicht zulässig.

Zwei Türme werden zum Boardinghaus


Der Bauwerber entwickelte also ein Boardinghaus-Konzept, das er nach langen Verhandlungen mit der Gemeinde und dem Landratsamt noch mehrmals modifizieren musste. Auch weil die örtlichen Hoteliers gemeinsam mit der Gemeinde ein Gutachten bei der „Hoga“, der Hotel- und Gaststättenberatungsgesellschaft, in Auftrag gegeben hatten. Die Studie kommt zu „einem sehr kritischen Ergebnis“, wie Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) berichtet. Sie warnt vor einer überdimensionalen Erweiterung des Hotelmarkts in Unterföhring und im Münchner Norden. Das Objekt werde „einen erheblich negativen Einfluss auf diese Märkte“ haben.

Der Bauwerber musste die Bettenzahl von 1180 auf 850 reduzieren. Die Gemeinde genehmigte auch das öffentliche Restaurant im Erdgeschoss des mittleren Turms nicht. Nur ein Back-Shop für Frühstücksgäste wird erlaubt.

Im Landratsamt galt bisher, dass Gäste maximal vier Wochen in Boardinghäusern wohnen dürfen. Inzwischen aber lenkte die Behörde ein und genehmigte – wie in der Stadt München üblich – eine Verweildauer von sechs Monaten. Zweite Bürgermeisterin Betina Mäusel (CSU) hofft nun, dass sich das Boardinghaus wenigstens positiv auf den örtlichen Wohnungsmarkt auswirkt, insofern dass in Unterföhring ein paar Wohnungen frei werden, in denen bisher Firmen ihre Mitarbeiter temporär einquartieren.

Am Ende langer Diskussionen billigte der Bauausschuss zähneknirschend mit sechs zu drei Stimmen folgende Nutzung: Zwei der drei achteckigen Gebäudetürme aus dem Jahr 1992 sollen ein Boardinghaus werden. Der nördlichste Turm erhält eine Büronutzung, wobei auch Ärzte einziehen könnten. Das Kurzurlauber-Angebot für Gäste, die zwei Tage bleiben, wird auf 100 Zimmer beschränkt. – Ein Zugeständnis an die örtliche Hoteliers.

Ein Punkt muss allerdings noch überprüft werden: Falls in den drei Türmen das Souterrain jeweils zum Vollgeschoss ausgebaut wird, darf das Dachgeschoss nicht realisiert werden. Weitere Auflagen der Gemeinde Unterföhring hat der Investor inzwischen erfüllt: Das renommierte Architekturbüro Steidle hat eine neue Fassade entworfen. Verkehrsexperte Harald Kurzak legte ein Verkehrsgutachten vor. 

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