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Zwischennutzung für die Burschen? Im ehemaligen Eon-Baubetriebshof wollen die jungen Männer ihr Vereinsheim einrichten. Zumindest bis der Feststadl steht.

Auf dem ehemaligen Eon-Betriebshof

Burschen wollen Vereinsheim in Kantine einrichten - Gemeinde hat aber ganz andere Pläne

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Die Unterföhringer Burschen suchen ein Vereinsheim. Am liebsten würden sie sich in der früheren Eon-Kantine einrichten. Nur hat die Gemeinde hier andere Pläne.

Unterföhring – Die Burschen würden gerne ihren Lagerraum zum Vereinsheim umfunktionieren, den sie im ehemaligen Eon-Baubetriebshof an der Bauhofstraße nutzen dürfen. Oder noch besser in die stillgelegten Eon-Kantine einziehen, die ebenfalls auf dem Eon-Gelände liegt, das inzwischen der Gemeinde gehört. Die Burschen haben nun eine Nutzungsänderung beantragt.

Eine Abordnung des Vereins verfolgte im Sitzungssaal gespannt die Diskussion im Gemeinderat mit. Bürgermeister Andreas Kremmelmeyer (PWU) hat zwar Verständnis für die Burschen, erklärte aber, dass die Gemeinde andere Nutzungspläne auf dem ehemaligen Eon-Gelände habe: In der früheren Kantinen- und im Verwaltungsgebäude hält die Gemeinde Notplätze für Obdachlose vor. Bei Bedarf werden dort auch Akten aus dem Rathaus gelagert. 

Und falls eine der dortigen Mietwohnungen frei wird, soll sie befristet an obdachlos gewordene Unterföhringer vermietet werden. Daher sehen Bürgermeister und Verwaltung eine Nutzung durch die Burschen skeptisch.

„Ob die Obdachlosen die ganze Kantine brauchen, wird sich zeigen.“

Trotzdem nahmen die Lokalpolitiker die Anfrage des 2013 gegründeten Burschenvereins wohlwollend auf. „Die ehemalige Schiffshalle ist als Treffpunkt für die 66 Burschen viel zu klein“, sagte CSU-Fraktionssprecher Manfred Axenbeck über den 30 Quadratmeter großen Lagerraum, über den die Burschen auf dem Gelände verfügen dürfen. Er trat für eine Zwischennutzung der Kantine als Vereinsheim ein, „damit die Burschen nicht immer zum Wirt gehen müssen.“ Auch der Motorrad-Club, dem die Gemeinde ebenfalls einen Lagerraum überlassen hat, würde sich „dort draußen“ zum Grillen treffen, so Axenbeck. „Ob die Obdachlosen die ganze Kantine brauchen, oder ob man eine Wand einziehen kann, wird sich zeigen“, Axenbeck fügte hinzu: „Der Brandschutz dürfte kein Problem sein.“

Kritischer sieht es Bürgermeister Kemmelmeyer: „Dass wir den Burschen wohl gesonnen sind, ist bekannt“, sagte er. Die Gemeinde habe aber vor zwei Jahren andere Nutzungen beschlossen, der Brandschutz sei ungeklärt „Wenn dort etwas passiert, trägt am Ende die Verwaltung die Verantwortung.“

SPD-Fraktionssprecher Philipp Schwarz hält die Umnutzung der Kantine aber für eine gute Idee: „Die Burschen würden dort draußen für Belebung sorgen.“ Simone Spratter (PWU) betonte, dass sie den Burschen gerne helfen würde. Sie schlug vor, dass der Gemeinderat die Räume zunächst besichtigt und Brandschutzfragen klärt. Über den Antrag der Burschen wird der Gemeinderat dann in der Aprilsitzung entscheiden.

Feststadl: Baufirma ist viel zu teuer

In einem Jahr werden die Burschen ohnehin Räume im neuen Feststadl beziehen. Pünktlich zu den Maibaumwachen 2020 soll der Holzbau an der Jahnstraße eigentlich fertig sein. Nur ob der neue Feststadl dann schon bezugsfertig ist, bleibt abzuwarten. 

Denn die Gemeinde sucht immer noch eine Baufirma. Die erste Ausschreibung für das Drei-Millionen-Projekt war nicht erfolgreich. Die Auftragsbücher der Zimmereien sind gut gefüllt. Nur eine einzige Firma habe ein Angebot ins Rathaus geschickt, informierte der Bürgermeister. Diese hätte den Holzbau für 6,8 Millionen Euro gebaut, was das eingeplante Budget ums Doppelte übersteigt. Das Angebot schlug der Gemeinderat als völlig überzogen aus. Nun wird die Gemeinde erneut aktiv und will ihrerseits Zimmereien auffordern, ein Angebot abzugeben.

Lesen Sie auch: Die Großprojekte der Gemeinde Unterföhring 

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