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Vom Dörfchen zur Mediengemeinde: Unt erföhring hat sich in den vergangenen zehn Jahren rasant entwickelt. Alt steht neben Neu, die Zahl der Einwohner ist in einem Jahrzehnt um 48 Prozent gestiegen, auf 11 282 Einwohner. 

Damit die Ortsgeschichte in Erinnerung bleibt

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Unterföhring ist die Kommune im Landkreis, die sich wohl am rasantesten entwickelt hat. An die Zeit als die Mediengemeinde noch Bauerndorf war, sollen jetzt Infotafeln erinnern.

Unterföhring– Könnte man das Wachstum der Gemeinde Unterföhring im Zeitraffer sehen, würde man wohl staunen, wie schnell Bürohäuser, Wohnviertel, ja ganze Ortsteile und Straßen an den Ortskern des einstigen Bauerndorfes herangewachsen sind. Wie überall im Münchner Umland hat sich das einstige Dörfchen in eine moderne Gemeinde verwandelt, nur dass es in Unterföhring vielleicht etwas schneller gegangen ist. In den vergangenen zehn Jahren ist die Bevölkerung um 48 Prozent auf 11 282 Einwohner gewachsen.

„Ich lebe seit 1958 in Unterföhring, da habe ich viele Gebäude verschwinden und kommen sehen“, sagte Johannes Mecke (Grüne). Um die Geschichte des Ortes festzuhalten, beantragte er eine anschauliche Präsentation der Unterföhringer Ortsgeschichte. An geschichtsrelevanten Orten und Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen, soll eine Tafel mit wichtigen Daten angebracht werden. „Die Idee kam mir bei einem Besuch in Burghausen“, sagte Johannes Mecke. Fotos, auch von früheren Gebäuden, wie etwa dem einstigen Wirtshaus „Gockl“, und Downloads mittels QR-Codes stellt sich Mecke vor, damit die Geschichte Unterföhrings den Bürgern und Neubürgern erzählerisch nahe gebracht werden kann.

Im Gemeinderat stößt der Antrag der Grünen auf offene Ohren und wird einstimmig beschlossen. „Eine gute Idee und eine gute Ergänzung zu unserem ortsgeschichtlichen Weg“, sagte auch Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU). Die Ziegelei-Standorte, der Fuchshof und die 300 Jahre alte Kirche St. Valentin fallen ihm ein. Er verweist auch auf die Hoftafeln, die er in Ismaning sehr ansprechend findet.

Auch Jutta Schödl (SPD) gefällt der Antrag. Sie regt an, dass die Informationen auch für Kinder ansprechend sein sollten, damit die ortshistorischen Spaziergänge auch im Heimat- und Sachkundeunterricht der Grundschüler einbezogen werden können. „Und auch im Unterricht für die fünften und sechsten Klassen des Gymnasiums“, ergänzt Betina Mäusel (CSU).

Auch die PWU im Gemeinderat unterstützt das Projekt: „Es ist für einen Ort wichtig, sich seine Geschichte in Erinnerung zu rufen“, sagte Johann Zehetmair, „verbunden mit den modernen Möglichkeiten spricht das auch junge Leute an.“

Die Grundstückseigentümer sollen einbezogen werden. Die Verwaltung wird in Zusammenarbeit mit dem Ortschronisten, insbesondere mit Heinrich Caeser Frey, einen ortsgeschichtlichen Weg erarbeiten. Eine App wird erstellt und Wege von jeweils einer Stunde Dauer vorgeschlagen.   Charlotte Borst

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