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Streit um Abriss: Bürgermeister Kemmelmeyer (PWU) will Ergebnis abwarten

Denkmalschützer untersucht Zindlerhaus

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Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege schaltet sich in den Streit um den Abriss des sogenannten Zindlerhauses in Unterföhring ein. Ein Gutachter wird im ehemaligen Bahnwärterhäuschen gegenüber dem Bahnhof eine Begehung vornehmen.

Unterföhring– Er wird prüfen, ob es unter Denkmalschutz gestellt werden sollte und dazu auch Akten und Pläne zurate ziehen.

Wie eine Sprecherin der Behörde ankündigte, wird sein Gutachten in den nächsten Wochen der Gemeinde Unterföhring und der Unteren Denkmalschutzbehörde im Landratsamt zukommen, beide Seiten können dann dazu Stellung beziehen. 

Wie berichtet, will die Gemeinde das etwa 100 Jahre alte Gebäude zugunsten der neuen Ortsmitte abreißen, weil sie an der Ecke Bahnhofstraße/Am Bahnhof eine integrative Kindertagesstätte plant.

Kemmelmeyer wirbt für Standhaftigkeit im Gemeinderat

Unterföhrings Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) will das Ergebnis des Gutachters aber abwarten. „Wir werden keine vollendeten Tatsachen schaffen.“ Allerdings verweist der Rathauschef auf die gültige Beschlusslage: Der Gemeinderat hat vor einem halben Jahr einstimmig die Pläne für die neue Ortsmitte beschlossen und damit zugleich den Abriss des Zindlerhauses besiegelt. Eine Diskussion um das alte Gebäude, das eines der wenigen in Unterföhring ist, kam erst nach dem Spatenstich für die neue Ortsmitte auf: Im Festzelt lag der Bebauungsplan aus, auf dem an der Stelle des Zindlerhauses die Kindertagesstätte eingezeichnet war.

Mit der Berichterstattungüber den geplanten Abriss und mit der öffentlichen Diskussion ist ein Streit entfacht. Auch im Gemeinderat gibt es nun mit den SPD-Fraktiopnsvorsitzenden Philipp Schwarz Fürsprecher, die sich vor das Häuschen stellen.

Bürgermeister Kemmelmeyer dagegen wirbt für Standhaftigkeit: „Wir müssen Entscheidungen treffen und dazu stehen, auch wenn wir Gegenwind bekommen.“ Er sieht keinen anderen Standort für die integrative Kinderkrippe, „sonst hätte ich ihn dem Gemeinderat als Alternative vorgeschlagen“. Und er verwehrt sich gegen den Vorwurf, die Bevölkerung nicht informiert zu haben: „Den Bebauungsplan haben wir auch auf der ersten Seite im Gemeindeblatt veröffentlicht. Es ist nicht so, dass wir das bewusst unter der Decke gehalten hätten.“

Seit 2010 beherbergt das von der Gemeinde hergerichtete Häuschen die Palliativ-Beratungsstelle der Caritas und zwei Künstlerateliers. Für alle Nutzer werde eine neue Lösung gefunden, sagt Kemmelmeyer zu (wir berichteten).

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