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Kirche trifft auf Politik: (v.l.) Dritter Bürgermeister Johann Zehetmair, Pfarrgemeinderatsmitglied Mathilde Wolferstetter, Pfarrgemeinderatsvorsitzender Thomas Schmid, Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer und Pfarrer Markus Brunner.

Ein Appell an die Menschlichkeit

Neujahrsempfang: Diese Bitte hat der Pfarrgemeinderatschef an die Politik

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Die Kommunalwahl 2020 wirft ihre Schatten voraus. Der Chef des Unterföhringer Pfarrgemeinderats richtete beim Neujahrsempfang daher einen eindringlichen Appell an die Kandidaten.

Unterföhring – Im Zeichen der Kommunalwahl am 15. März stand der Neujahrsempfang der katholischen Pfarrgemeinde Unterföhring im Pfarrzentrum. Trotz der „bevorstehenden Reibereien“ sollten die Kontrahenten „Menschlichkeit“ und „Miteinander“ walten lassen, appellierte der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Thomas Schmid. Der 53-Jährige bat alle Kandidaten, „konträre Positionen zu beziehen, sich im besten Sinne des Wortes zu streiten, aber nie zu vergessen, dass es um unsere liebenswerte Heimat geht.“

Thomas Schmid – bekannt dafür, in seinen Ansprachen eine Tour durch die Welt- und Bundespolitik zu unternehmen – erinnerte an den Mord an dem Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke, warnte vor einer Verrohung im Umgang miteinander, aber auch vor „allzu abrupten“ politischen und gesellschaftlichen Veränderungen angesichts des Klimawandels. Er griff vor allem die Europäische Zentralbank für ihre Nullzinspolitik an. „Vermögensaufbau und Altersvorsorge sind nahezu unmöglich.“ Geradezu absurd sei der Negativzins, „noch nie in der Geschichte gab es negative Zinsen.“ Im Rückblick auf das vergangene Jahr in Unterföhring hob er die VHS-Musikschule als „Highlight“ hervor. Das Neubauprojekt von ProSiebenSat1, für das der Sender einen dreistelligen Millionenbetrag investiert, demonstriere die „ungebrochene Anziehungskraft“ der Mediengemeinde.

Bürgermeister: Flüchtlingskrise war „keine Krise“

Der Neujahrsempfang in Unterföhring ist fest in der Hand der Pfarrgemeinde und findet seit Jahrzehnten am Patrozinium der Pfarrkirche St. Valentin statt. Dort begann der Tag mit einem Gottesdienst und einer Predigt des neuen Diakons Uli Hofmann. Im Pfarrzentrum sorgte anschließend die Blasmusik für Stimmung, die Sternsinger brachten ihren Segen, und gut 150 Gäste stießen mit einem Gläschen Sekt an.

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Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) blickte voraus: Im Herbst feiert Unterföhring das zehnjährige Bestehen des Bürgerhauses mit einem Bürgerfest. Rückblickend auf die vergangenen sechs Jahre sagte er: „Die größte Herausforderung war die Flüchtlingskrise 2015 und 2016.“ Für Unterföhring sei es allerdings „keine Krise“ gewesen: „Wir haben alle gezeigt, dass Unterföhring das Herz am richtigen Fleck hat und haben den Menschen in Not eine sichere Unterkunft gegeben und sie herzlich aufgenommen. Da bin ich glücklich und stolz auf meine Unterföhringer.“

Thema der Zukunft bleibt Kohleblock

Als wichtigste Themen nannte er die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und den weiteren Kampf gegen den Kohleblock: Ab dem kommenden Sommer soll im Heizkraftwerk Nord statt der bisherigen 800 000 Tonnen Steinkohle im Jahr nur noch 350 000 Tonnen verbrannt werden, um damit Strom und Wärme zu erzeugen. Außerdem sollen die Stadtwerke prüfen, wie sie den Kohleblock vor 2028 abschalten können.

Vize-Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche (SPD) sprach als Vertreterin der evangelischen Rafaelkirche. Sie dankte der Gemeinde für den großzügigen Zuschuss (60 000 Euro) zur Brandschutzsanierung. „Wir könnten sonst die Dachräume nicht mehr nutzen. Wir sind keine reiche Kirchengemeinde.“ Man könne sich Fragen, warum man in einer säkularen Welt, Steuergeld in eine Kirchengemeinde stecke, sagte sie: Es seien „immer wieder die Christen, und das erlebe ich allerorten,“ die in aufgeheizte Debatten den richtigen Ton in unsere Gesellschaft bringen, die sich gegen Verrohung einsetzten „und deutlich machen, was Nächstenliebe bedeutet“.

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