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Abfahrt vom Föhringer Ring zur maroden Herzog-Heinrich-Brücke: Ab 2018 beginnt der Neubau der Brücke, über sie wird der Föhringer Ring dann vierspurig über die Isar nach München führen. 

Gemeinsames Finanzierungsmodell beschlossen

Durchbruch am Nadelöhr Föhringer Ring

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Der Durchbruch ist geschafft: Der dringend benötigte vierstreifige Ausbau des Föhringer Rings kommt. 2018 starten die Rodungsarbeiten, 2025 soll die Straße, inklusive der neuen Herzog-Heinrich-Brücke fertig sein.

Unterföhring – Bei jeder sich bietenden Gelegenheit hat Unterföhrings Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (Parteifreie Wählergemeinschaft Unterföhring) die unerträglichen Stau in allen Richtungen rund um die Staatsstraße angeprangert. Der Bürgermeister und sieben große Wirtschaftsunternehmen haben die Initiative „Mea Future“ gegründet und ihren Forderungen Nachdruck verliehen, darunter ProSiebenSat1, Sky, die Allianz und Vodafone.

Sie beklagten Verspätungen ihrer Mitarbeiter und „hohe Hürden“ auf dem Weg zum Arbeitsplatz, egal ob man mit dem Auto oder mit dem überlasteten MVV zur Arbeit fahre. Sie forderten, dass der Föhringer Ring im Sinne der Bürger und der Arbeitnehmer ausgebaut werden müsse. Mehr als 20 000 Beschäftigte arbeiten in Unterföhring, zu viele für die vorhandene Verkehrsinfrastruktur.

Jetzt sind sie am Ziel. „Es freut mich, dass wir Dynamik hineingebracht haben“, sagte Kemmelmeyer in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag. Bei einem Gespräch einigten sich Anfang Juni Oberbürgermeister Reiter, Innenminister Herrmann und Andreas Kemmelmeyer bei der Finanzierung: Die Gemeinde Unterföhring beteiligt sich mit einem „Interessensbeitrag“ von fünf Millionen Euro an den Kosten, ebensoviel zahlt die Stadt München, die lange gar nichts zahlen wollte, weil es sich um eine Staatsstraße handelt. Den Löwenanteil von 42,2 Millionen Euro übernimmt der Freistaat.

Der Ausbau des Föhringer Rings sollte ursprünglich schon zur Fußball-WM 2006 umgesetzt werden, die fertigen Pläne liegen seit 2004 in der Schubladen, umgesetzt wurden sie nicht. Nur für die inzwischen marode Herzog-Heinrich-Brücke, auf der der Föhringer Ring über die Isar führt, gibt es eine aktuelle Neubau-Planung. „Am Ende war es eine marode Brücke, die Bewegung in die Gremien von Stadtrat und Freistaat gebracht hat“, sagte Kemmelmeyer.

Unterföhring zahlt die fünf Millionen Euro aus seinem Vermögenshaushalt, das sei rechtlich abgeklärt, sagte Kemmelmeyer. Eine weitere Kostenbeteiligung der Unterföhringer wurde ausgeschlossen. „Wir sind die ersten, die diese Vereinbarung jetzt absegnen“, sagte Kemmelmeyer am Donnerstg in der Sitzung, „die Stadt München wird das voraussichtlich im Juli beschließen.“

SPD und Grüne sind dagegen

Die Unterföhringer Gemeinderäte stimmten mit 14:10 für die Umsetzung. PWU und CSU sind dafür, SPD und Grüne dagegen. „Der Freistaat rühmt sich doch immer, finanziell gut dazustehen“, sagte SPD-Fraktionssprecher Philipp Schwarz: „Ist die Gegenleistung für fünf Millionen, dass es etwas schneller geht?“

Johannes Mecke (Grüne) lehnt Straßenbau grundsätzlich ab: „Mehr Straßen lösen das Verkehrsproblem nicht.“

Lob kam von der PWU für die „beruhigende Nachricht“, dass die nervenaufreibende Rückstaus – „oft bis zur Hofäckerallee“ – bald ein Ende haben werden: „So weit wie heute, waren wir noch nie“, sagte Dritter Bürgermeister Johann Zehetmair: „Ich bin dankbar, dass die Gemeindeverwaltung nicht locker gelassen hat und hoffe, dass wir diese dicken Bretter jetzt durchbohrt haben.“

Auch die CSU begrüßt die Lösung: „Dem Gewerbe tut es gut und auch den Unterföhringer Bürgern“, sagte Manfred Axenbeck (CSU): „Eine Dreiviertelstunde steht man im Stau, wenn man im Berufsverkehr nach Schwabing rüber will. Der Freistaat und die Stadt brauchen nicht die fünf Millionen von uns, aber wenn es schneller geht, ist das vernünftig.“

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