Der ehemalige Marktkauf in Unterföhring wird umgebaut
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„Die ein oder andere Schwierigkeit auf der Baustelle“ hat laut neuem Betreiber für Verzögerungen gesorgt.

Betreiber: „Jeder Tag Stillstand kostet uns viel Geld“

Ehemaliger Marktkauf: Edeka-Eröffnung verzögert sich

  • Martin Becker
    vonMartin Becker
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Eigentlich sollte der neue Edeka in Unterföhring heuer vor Weihnachten eröffnen. Daraus wird nichts. Der Umbau des ehemaligen Marktkaufs erweist sich als komplex.

Unterföhring – Seit Mitte Januar wird in der Feringastraße in Unterföhring nahezu täglich mit schwerem Gerät gearbeitet auf der Großbaustelle des ehemaligen Marktkauf. Das markante Gebäude wird umgebaut zu einem Edeka-Markt „Stadler & Honner“ – und erst im Frühjahr 2021 eröffnet statt, wie ursprünglich gedacht, noch heuer vor Weihnachten. Im Gespräch mit dem Münchner Merkur erläutert der neue Betreiber Hans-Jürgen Honner (62) den Stand des komplexen Umbaus und was die Kunden nächstes Jahr erwartet.

„Jeder Tag Stillstand vor Weihnachten kostet uns gewaltig viel Geld“, sagt Hans-Jürgen Honner. Aber er mag nicht jammern, denn ändern kann er nichts: Schon im Sommer zeichnete sich ab, dass der sehr ambitionierte Zeitplan“ nicht einzuhalten sein werde. Zwischenzeitlich preschte der französische Sportartikelhersteller Decathlon, der mit 7000 Quadratmetern Verkaufsfläche ins Untergeschoss einziehen wird, vor und verkündete als Eröffnungstermin „Frühjahr 2021“. Hans-Jürgen Honner versucht, den Zeitpunkt ein bisschen zu präzisieren: „Wir trauen uns nicht, einen genauen Tag zu benennen. Vor Ostern (4./5. April 2021; d. Red.) soll es sein.“ Grund für die Verzögerungen seien „viele Unsicherheiten“ und „die ein oder andere Schwierigkeit auf der Baustelle“.

„Das machen wir alles selbst.“

Fest steht schon jetzt, was kommen wird. „Lebensmittel auf 7500 Quadratmetern – den ganzen technischen Bereich, mit Waschmaschinen oder Haushaltsgeräten, wird es nicht mehr geben“, sagt Hans-Jürgen Honner. Was die Peripherie angeht, über Decathlon hinaus: „Es wird wieder eine Apotheke, eine Reinigung und einen Mister Minit geben. Floristik, Lotto/Toto und die Gastronomie: Das machen wir alles selbst.“ Zu den Besonderheiten in der Feringastraße 16 gehören, „dass wir eine der größten Frischfischtheken der Region, eine eigene Kaffeerösterei inklusive Möglichkeiten zur Verkostung und eine großzügige Gastronomie anbieten werden, vom A-la-Carte-Restaurant bis zur duftenden Steinofenpizza“.

Auch optisch setzen die neuen Betreiber auf Neuerungen. Mit breiten Gängen und Regalen, die nicht höher als 1,60 Meter sind, sodass man einen gewissen Weitblick hat. „Unser Vorteil liegt darin, dass wir alles neu gestalten können – auch im Hinblick auf Covid19, das uns sicher noch länger begleiten wird“, sagt Hans-Jürgen Honner.

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Einen gewissen Weitblick wollen „Stadler & Honner“ den Kunden im Supermarkt bieten. (Simulation)

Ob sie „alte Gesichter“ wiedersehen, beispielsweise an der Wursttheke mit Kolleginnen, die dort seit Jahrzehnten im Marktkauf arbeiteten? Generell, so Hans-Jürgen Honner, wolle man die Mitarbeiterzahl von früher 110 erhöhen auf 150 bis 180. „Alle Ehemaligen sind anderweitig untergekommen in unseren Märkten, aber natürlich können sie sind wiederbewerben für Unterföhring – jeder, der mag, darf zurückkommen.“

Auch zum Firmenkonstrukt äußert sich der neue Inhaber. „Zusammen mit meinem Cousin Stephan Stadler betreiben wir in vierter Generation Edeka-Märkte, der in Unterföhring wird der zehnte sein“, zählt Hans-Jürgen Honner auf. „Und die fünfte Generation ist schon involviert, mit Daniel Honner als weiterem Geschäftsführer für Vertrieb und Personal und Kathrin Stadler in der Verwaltung.“ Ob in Unterföhring oder sonstwo in Bayern, die Philosophie bleibe es, „qualitative Verantwortung mit einem Statement für Nachhaltigkeit zu verbinden“. Das Angebot solle „immer erstklassig, aber nie großkopfert sein“.

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