Diese Steinbrücke überquert auf der Höhe von Unterföhring den Isarkanal.
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Diese Steinbrücke überquert auf der Höhe von Unterföhring den Isarkanal.

Die Gemeinde Unterföhring will eine Radel-Brücke bauen, doch Alternativen gibt es bereits

Über die Isar, aber wie? Gemeinde plant Brücke, doch es gibt Alternativen

  • Martin Becker
    vonMartin Becker
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Mit einer neuen Brücke für Radfahrer über die Isar liebäugelt die Gemeinde Unterföhring. Dabei gibt es bereits Alternativen. Doch sind die auch nutzbar?

Unterföhring – Grob geschätzt 10 000 Euro investiert die Gemeinde Unterföhring in eine Machbarkeitsstudie, um eine neue Radwegverbindung über die Isar nach München und in den Nordteil des Englischen Gartens zu schaffen. Sogar ein Brückenneubau ist im Gespräch. Was so manchen Ortsansässigen verwundert, denn: Es gibt schon eine Brückenverbindung in den Englischen Garten – sie ist bloß nicht an die Radwege in Unterföhring angebunden.

Klar ist: Weder die Herzog-Heinrich-Brücke (Föhringer Ring) noch die Eisenbahnbrücke taugen für Radfahrer oder Fußgänger, nur die Leinthaler Brücke dazwischen bietet einen schmalen und gefährlichen Streifen. Muss also eine vierte Brücke her?

Mögliche Alternative: In den Nordteil des Englischen Gartens führt die St.-Emmeram-Brücke über die Isar. Sie liegt auf Münchner Flur.

Eine mögliche Alternative wären auf Münchner Flur zwei Brücken, die sich nördlich der St.-Emmerams-Mühle befinden. Bei Spaziergängern und Radfahrern sehr beliebt ist die überdachte Isar-Holzbrücke bei der Statue des Heiligen Emmeram. Keine 100 Meter nordöstlich davon führt sich eine breite Steinbrücke über den Isarkanal. Der Weg dahinter, in Karten eingezeichnet als Mittlere-Isar-Straße, verläuft direkt neben der Unterföhringer Gemeindegrenze bei der Allwetter-Tennisanlage von Sport-Scheck. Diese Waldallee parallel zum Isarkanal endet nach 450 Metern an einem riesigen Metallzaun beim Föhringer Ring.

Als Sackgasse endet die Mittlere-Isar-Straße an diesem Zaun direkt beim Föhringer Ring; links vom Müllauto ist die Leinthaler Brücke zu sehen, rechts das Pumpwerk.

Endstation also – aber bestünde hier nicht irgendwo eine Option, eine sinnvolle Radl-Tangente zur Münchner Straße in Unterföhring zu bauen? Im Rathaus kennt der Unterföhringer Bauamtsleiter Lothar Kapfenberger die etwas versteckte Sackgasse. „Die Idee, daran anzudocken, ist grundsätzlich gut“, sagt Kapfenberger auf Nachfrage des Münchner Merkur. Allerdings bestehe „eine große Gemengelage in Grundstücksfragen“. Privateigentümer, die Stadt München, der Freistaat Bayern, der Bund: Man müsse viele Interessen unter einen Hut bekommen. Was nicht einfach sei. Beispielsweise sei die Situation des Pumpwerks zu berücksichtigen, das zwischen Föhringer Ring und Leinthaler Brücke liegt.

Acker gesperrt

Und einen Weg, südlich der Tennisanlage, hinüberziehen zur Münchner Straße beim Modehaus Wöhrl? Auch hier steht die Grundstückssituation entgegen: Es gibt sogar, vom Isarkanal kommend, einen Aufgang mit Holzgeländer – doch auf dem Acker dahinter ist unmissverständlich ein Fußgänger-verboten-Schild montiert.

Und selbst wenn diese Tangente bis nach Unterföhring gezogen werden könnte, bliebe dort die unbefriedigende Radweg-Situation entlang der Münchner Straße zwischen Feringa- und Ringstraße. Intelligentes Andocken oder zusätzliche Brücke: Lösungsansätze soll eben die Machbarkeitsstudie liefern.

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