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Unterhaltsame Traditon: Neben der Stadtkapelle Unterschleißheim bewiesen noch acht weitere Blaskapellen aus dem Landkreis ihr Können.

Tag der Blasmusik

Gute Stimmung wischt Regenwolken weg

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Unterföhring - Regelrecht ins Wasser gefallen ist das in monatelanger Vorbereitung ausgetüftelte Arrangement zum 15. Tag der Blasmusik. Den Spaß ließ sich in Unterföhring dennoch niemand nehmen. „Schad is scho“, konstatierte Rainer Wiedemann, Dirigent der Blaskapelle Unterföhring. „Doch so ein bisschen Regen kann uns die Laune nicht verderben.“

Allenfalls verdorben war den neun Blaskapellen der Sternmarsch zum Festplatz in der Jahnstraße. Vor dem Bürgerhaus, dem Seniorenzenrum und am Bahnhof hätten sich die Orchester am frühen Vormittag jeweils zu einem Standkonzert aufgestellt. Von dort wären die „Schleißheimer Schloßpfeiffer“, die „Blaskapelle Oberschleißheim“ und die aus der norditalienischen Partnergemeinde Tarcento angereiste „Banda di Coja“, die Feldkirchner Blaskapelle und die Blasmusik Aschheim musizierend zum Bahnhof gezogen, hätten dort das „Blasorchester Ismaning“ und „Orkiestra deta OSP Wola“ aus dem Partnerlandkreis Krakau eingesammelt. Zackige Märsche rezitierend, hätte sich der Zug in Richtung Festzelt fortbewegt, wo sie von den Föhringer Böllerschützen in Empfang genommen werden sollten. Denn am Tag der Blasmusik feierten die Böllerschützen ihr zehnjähriges Jubiläum. 

Dass aus dem Arrangement nichts wurde, nagt wohl ein wenig an Dirigent Rainer Wiedemann. Aber beileibe nicht übermäßig. Jawohl, es sei schon wahr. Beinah Tag und Nacht hätten sie mit dem Vorstand der Blaskapelle und einer Abordnung aus dem Landratsamt zusammengehockt, um das Fest vorzubereiten. „Das dürfen´s schon lobend erwähnen.“ Während Wiedemann durchs Festzelt eilt, um rasch noch einen Wimpel der Kapelle auf der Bühne abzuliefern, preist er das Engagement der Chefin. „Die Hanni“, gemeint ist Johanna Schweikl, Vorstandsvorsitzende der Unterföhringer Bläser, „hat das alles im Kopf“, sagt Dirigent Wiedemann, restlos überzeugt, dass aus dem Fest ein Ereignis wird, über das sie noch Jahre sprechen werden. Landrat Christoph Göbel und Unterföhrings Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer fassen sich bewusst kurz mit ihrem Grußwort. Nicht noch mehr Zeit zum Feiern soll verloren gehen. „Ciao, benvenuti tutti amici“, begrüßt Kemmelmeyer die Freunde aus Tarcento. Auch für den Partnerlandkreis des Kreises hatte er ein paar Worte in Polnisch parat. Inzwischen haben sich die Kapellen im Zelt aufgebaut, um gemeinsam unter anderem die Bayern-Hymne zum Besten zu geben, als ein lauter Knall den Boden erbeben lässt. Unmittelbar am westlichen Eingang feuern die Schützen Salut. In dem Augenblick ist jedem klar: „Wir lassen uns durch das bisschen Regen den Spaß nicht verderben.“ 

Dabei hätte der Dirigent der Blaskapelle Oberschleißheim, Harald Kich, allen Grund, mit dem Schicksal zu hadern. Nach dem Ärger um das Feuerwehrfest im Frühjahr, als seinen Musikern schon mal eine Gelegenheit zum Musizieren genommen war, bleibt er aber gelassen: „Sicher ist das schade mit dem Wetter“, meint er. Der Sternmarsch hätte ein prächtiges Bild abgegeben. Nichts aber spricht dagegen, im Zelt richtig loszulegen, fügt er an und die Musiker nicken. Ähnlich entspannt gehen die Ismaninger Bläser mit der Situation um. „Wir freuen uns immer, wenn wir spielen dürfen“, sagt Dirigent Markus Walter. Beschwingt und mit internationalem Flair ließen die Blaskapellen dann den Regen einfach vor der Tür.

Andreas Sachse

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