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Verwaist: Die Mitarbeiter in Unterföhring sind bis 15. Juni abgezogen. Der Briefkasten ist mit einer Metallplatte abgedeckt und wird nicht mehr geleert.

Zum Ärger älterer Kunden: Kreissparkasse schraubt Briefkästen zu

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Die Sparkasse hat in Unterföhring den Briefkasten zugeschraubt, den  vor allem ältere Kunden für Überweisungen genutzt haben. Die ersten Beschwerden lassen da freilich nicht lange auf sich warten.

Unterföhring– Die Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg hat ihr Serviceangebot aufgrund der Pandemie reduziert. Zum Ärger der Kunden, vor allem der älteren. Seit März sind vielerorts Filialen lahm gelegt, Mitarbeiter wurden abgezogen. Bis 15. Juni stehen etwa in Unterföhring, Unterschleißheim, Aschheim oder Kirchheim nur Automaten bereit. Viele Kunden erzürnt, dass sogar die Briefkästen zugeschraubt wurden, in die sie bisher ihre Überweisungsformulare einwerfen konnten.

Der Unterföhringer Paul Konrad fragt sich, warum die Bank nicht die Briefkästen regelmäßig leert und die Überweisungsaufträge abarbeitet. Weil es ihn ärgert, wenn Senioren wieder einmal ratlos vor den Automaten stehen und ihre Geldgeschäfte nicht erledigen können, hat sich Paul Konrad in einem Brief an Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) gewandt. „Wer unter einer Sehschwäche leidet, unter mangelnder Mobilität oder nicht über einen PC verfügt, ist vom Service der Sparkasse ausgeschlossen und massiv benachteiligt“, schreibt der 75-Jährige. Für eine Überweisung müssten diese Personen mit Bahn oder Bus nach Ismaning fahren, wo die Filiale noch besetzt ist. Er bittet den Bürgermeister, auf die Verantwortlichen der Bank einzuwirken, damit wenigstens der „Minimalservice“ einer Briefkastenleerung erfolgt.

„Ein serviceorientiertes Unternehmen würde...“

Der Abteilungsleiter für Öffentlichkeit antwortete Kemmelmeyer, dass Kunden „ganz einfach“ Überweisungen telefonisch beauftragen (Tel. 089/238010)oder die entsprechenden Belege per Post zusenden können (Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg, 80279 München). Die Briefkastenleerung wird von der Kreissparkasse nicht angeboten.

Nun hat der Unterföhringer Seniorenbeirat das Thema aufgegriffen. „Man bemüht sich hier nicht, den Älteren entgegenzukommen“, sagt Vorsitzender Wolfgang Schwaiger erbost, „man stellt einfach fest: Den Service gibt es nicht mehr, darauf müssen sich die Leute einstellen.“

Lesen Sie auch: Sparkassen-Automat schluckt 500 Euro - Kunde bekommt Geld nicht wieder

Den Ton des Schreibens empfindet Schwaiger als „selbstgefällig und ohne jegliche Empathie“. Die Bank übersehe, dass viele Kunden die Automaten oder die telefonische Überweisung aus unterschiedlichen Gründen auch bisher nicht genutzt hätten. „Sie wollen ihre Überweisungen lieber mit der Hand ausfüllen und in der Filiale abgeben. Das sollte respektiert werden“, fordert Schwaiger. „Ein serviceorientiertes Unternehmen würde auf die Wünsche seiner Kunden eingehen.“ Die Sparkasse halte dies aber offensichtlich nicht für geboten.

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