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Auf diesem Grundstück an der Münchner Straße/ Ecke Birkenstraße sollen die Wohnungen entstehen.

Investor kann seine Wohnungen bauen

Widerstand zwecklos: Landratsamt genehmigt Bau, obwohl Gemeinde strikt dagegen ist

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Es hat alles nichts genutzt: Insgesamt drei Mal hat der Bauausschuss das Bauvorhaben eines Investors abgelehnt. Der darf trotzdem bauen - weil das Landratsamt sein Okay gibt.

Unterföhring – Zuweilen können die Unterföhringer eigensinnig sein. Vor allem, wenn ihnen ein Bauvorhaben in der Ortsmitte allzu massiv erscheint. Dreimal hat der Bauausschuss ein Wohnbauprojekt abgelehnt, weil es den Gemeinderatsmitgliedern zu groß war und sie die Belange der Nachbarn beeinträchtigt sahen. Doch das Landratsamt als übergeordnete Behörde findet, dass sich der Neubau der RS-Wohnbau GmbH aus München gut in die Umgebung einpasst und setzte sich durch: Der Bauwerber darf bauen.

Allerdings ist der Investor der Gemeinde inzwischen ein Stück entgegengekommen. Er hat an der Birkenstraße 5, Ecke Münchner Straße 110, ein über 2000 Quadratmeter großes Baugrundstück gekauft und plant gegenüber des bestehenden Hotels mit Restaurant und Biergarten Eigentumswohnungen mit drei bis fünf Zimmern. Für die Gebäude mit Erdgeschoss, zwei Obergeschossen und Dachgeschoss ist eine Tiefgarage vorgesehen, pro Wohnung gibt es mindestens zwei KFZ-Abstellplätze.

Investor pocht seit einem Jahr auf Baurecht

Das Grundstück liegt laut Flächennutzungsplan in einem Mischgebiet. Einen Bebauungsplan gibt es, wie in vielen Bereichen Unterföhrings, nicht. Auch keine Ortsgestaltungssatzung. Demnach gilt bei der Vergabe von Baurecht nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches die nähere Umgebung als Bezugsgröße.

Seit einem Jahr pocht die RS-Wohnbau GmbH auf Baurecht. Doch die Baumasse und die Nähe zur Gastwirtschaft und die oberirdischen Stellplätze sah der Bauausschuss stets als Konfliktpunkte. Gerade weil der Lärm aus dem Biergarten zu den Schlaf- und Kinderzimmern herüberschallen würde. Zudem könnten die Autos auf den Stellplätzen nachts blenden. Noch dazu hätte die Gemeinde eine Bushaltestelle versetzen müssen zugunsten der Tiefgarageneinfahrt. Das lehnte der Ausschuss ab.

Bauausschuss lehnt Vorhaben ein drittes Mal ab - doch das hilft nicht

Inzwischen hat der Bauwerber Abstriche gemacht und einen neuen Bauantrag eingereicht: Das Mehrfamilienhaus wurde nach hinten in den Bereich Birkenstraße um ein Geschoss reduziert, satt 22 Wohnungen sollen es nur noch 19 werden. Die Mülltonnen werden eingehaust. Im Bereich der Nordfassade werden in den Schlaf- und Kinderzimmern Fenster eingebaut, die nicht zu öffnen sind, hier wird der Investor eine Lüftungsanlage einbauen. Die Zufahrt zur Tiefgarage wurde verlegt. Das Bushäuschen muss somit nicht verlegt werden, aber der Einfahrtswinkel ist für die neuen Bewohner dadurch schwieriger. Den Kampf der Lokalpolitiker gegen die Bauwut eines Investors baden somit am Ende die Bewohner aus.

Thomas Weingärtner (SPD) mahnte zum wiederholten Male eine Ortsgestaltungssatzung an. „Dann würde uns das nicht passieren.“ Man hätte ein wirksames Regelwerk und könnte nicht nur sagen, „was man nicht will, sondern auch, was man will“.

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Gegen die Stimmen von Weingärtner und Jutta Schödl (SPD) lehnte der Ausschuss den Wohnkomplex zum dritten Mal ab. Den Investor stört das nicht weiter. Er bekommt die Baugenehmigung aus dem Landratsamt.

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