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Neues Trio an der Rathausspitze: Andreas Kemmelmeyer (PWU, M.) mit seinem Vize Manuel Prieler (PWU,r.) und Drittem Bürgermeister Johannes Mecke (Grüne,l.).

Gemeinderat wählt Stellvertreter von Andreas Kemmelmeyer (PWU)

Neugeborenes sorgt für Polit-Nervenkitzel

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Manuel Prieler (PWU) ist Vize und  Johannes Mecke (Grüne) Dritter Bürgermeister in Unterföhring. Die SPD, als zweitstärkste Fraktion, kommt nicht zum Zug. Die Geburt der kleinen Anna sorgte vor der Wahl für Spannung.

Unterföhring – Gut drei Kilo schwer und54 Zentimeter groß. Die kleine Anna ist gerade auf der Welt, da hat sie dem Unterföhringer Gemeinderat und besonders ihrem stolzen Großvater Udo Guist (PWU) ein Lächeln entlockt – und für Nervenkitzel gesorgt.

Die kleine Unterföhringerin kam wenige Stunden vor der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats zur Welt. Das versetzte die Parteifreie Wählergemeinschaft Unterförhing (PWU) und Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) bei der Wahl des Zweiten Bürgermeisters unter Hochspannung. 

Erster Wahlgang mündet im Patt

Denn nun fehlte die Stimme der frisch gebackenen Mutter Simone Spratter, die das Zünglein an der Waage gewesen wäre. So kam es am Donnerstagabend bei der Wahl zum Zweiten Bürgermeister zunächst zu einem Patt.

Der bisherige Dritte Bürgermeister Johann Zehetmair (PWU), der nicht mehr für einen Stellvertreterposten zur Verfügung stand, schlug als Vize Manuel Prieler (PWU) vor. Gegen ihn trat Philipp Schwarz (SPD) an, der von Sabine Fister nominiert wurde. Die CSU verzichtete auf einen Kandidaten. Der erste Wahlgang ergab ein Unentschieden. Das 12:12 nach geheimer Wahl lässt vermuten, dass eine Allianz von PWU (neun Sitze) und Grünen (drei) für Prieler stimmte, und ein Bündnis von SPD (sieben), CSU (vier) und FDP (einen Sitz) für Schwarz votierte. Im zweiten Wahlgang hatte Prieler die Nase vorn: Er setzte sich mit 13:11 gegen Schwarz durch. Simone Spratter, die neue PWU-Fraktionschefin ist, wird auf der Wöchnerinnenstation ein großer Stein vom Herzen gefallen sein.

SPD geht bei Stellvertreter-Wahl leer aus

Als Dritter Bürgermeister wurde Johannes Mecke (Grüne) vereidigt. Er gewann die Stichwahl mit 14:9 gegen Philipp Schwarz, nachdem im ersten Wahlgang Manfred Axenbeck (CSU) ausgeschieden war. In den Wochen zuvor gab es Gespräche zwischen den Fraktionen, bei denen die Stellvertreterwahlen ausgelotet wurden. Die SPD, die zweitstärkste Fraktion im Gremium ist, nahm die Machtdemonstration ohne Protest zur Kenntnis. Auch tagte der Gemeinderat nicht öffentlich, um die Postenverteilung in den Ausschüssen zu klären. So verlief die Sitzung reibungslos.

Dafür hatten auch die Veranstaltungstechniker im Bürgerhaus gesorgt, die im Saal Tische aufgestellt, Kabel verlegt und Mikrofone angeschlossen hatten, damit die konstituierende Sitzung „coronagerecht“ stattfinden konnte. Auch künftig wird das Gremium im Saal tagen.

Betina Mäusel (CSU) legt Mandat nieder 

Sieben neue Mitglieder wurden vereidigt und sieben Räte verabschiedet. Darunter Betina Mäusel (CSU), die sechs Jahre Zweite Bürgermeisterin war. Die Studiendirektorin, die das neue Unterföhringer Gymnasium leitet, legte aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen ihr Mandat nieder. „Ich habe Politik mit Herzblut gemacht, wir haben um die besten Ideen gerungen und viel bewegt.“ Kemmelmeyer verabschiedete sie als „sehr gute, sehr aktive und kritische Gemeinderätin“. Für Betina Mäusel ist Marianne Rader (CSU) nachgerückt.

Projekt-Liste wird überprüft

Die Pandemie wird auch in Unterföhring zu Einbußen bei den Steuereinnahmen führen. „Wir werden in der nächsten Sitzung prüfen, welche Projekte wir angesichts der Krise fortsetzen können“, kündigte Kemmelmeyer für die Sitzung am 28. Mai an.

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