Zukunftsweisend? Pendler-Treffs sollen Straßen vom Berufsverkehr entlasten.
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Zukunftsweisend? Pendler-Treffs sollen Straßen vom Berufsverkehr entlasten.

Für Berufspendler

Mehr Fahrgemeinschaften: ADAC startet Pendler-Plattform in Unterföhring

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Der Pendelverkehr verstopft die Straßen im Landkreis München. Eine Online-Plattform soll Fahrgemeinschaften zusammenbringen. Ein Test startet in Unterföhring.

Unterföhring – Aus einem Auto mit einer Person soll ein Auto mit zwei Personen werden. Die Idee der Internetplattform „unterfoehring.pendlernetz.de“ ist einfach. Mitarbeiter der Unternehmen im Gewerbegebiet schließen sich zu Fahrgemeinschaften zusammen. Den Mitfahrpreis handeln Fahrer und Mitfahrer untereinander aus.

1,18 Personen sitzen im Durchschnitt in jedem Auto. „Wenn wir die Zahl erhöhen, vermeiden wir Staus und Stress“, sagt Christian Hafensteiner vom ADAC-Mitfahrclub. „Es funktioniert wie das schwarze Brett im Supermarkt. Jeder kann sich kostenlos registrieren. Eine Vermittlungsgebühr wird nicht erhoben“, erklärt Hafensteiner. Berufspendler finden morgens schon gut 30 Fahrten zur Arbeitsstelle im Unterföhringer Gewerbegebiet.

Speziell für Berufspendler

„Pendlernetz.de“ ist eine Kooperation zwischen der Webseite „fahrgemeinschaft.de“ und dem ADAC-Mitfahrclub. Fahrer geben Abfahrtsort und -zeit auf der Webseite ein und schreiben ihre Mobilnummer dazu. Wer mitfahren will, ruft einfach an. „In der Früh klappt es meistens“, sagt Hafensteiner, „am Nachmittag wird es etwas schwieriger. Da muss der eine noch zum Gespräch mit dem Chef, der andere geht zum Arzt oder will Besorgungen in der Stadt machen.“

ADAC und Allianz haben die Idee 2018 in Unterföhring umgesetzt. Auch Mitarbeiter von Sky oder ProSiebenSat1 machen mit. Ab 7. Oktober wird Vodafone der Initiative beitreten. Insgesamt gibt es im Unterföhringer Gewerbegebiet 22 000 Arbeitsplätze. Allein die Allianz AG Deutschland hat 8500 Mitarbeiter am Standort Unterföhring. „Bei uns pendeln etwa 3000 Mitarbeiter mit dem Auto zur Arbeit“, sagt Ingo Schulz, Allianz-Abteilungsleiter Innere Dienste.

Gratis-Service für Kommunen

Der ADAC stellt den Service für Kommunen kostenlos zur Verfügung. Die Webseite wird einfach mit dem Ortsnamen kombiniert.

Mit „pendlernetz.de“ hat der ADAC vor allem eine bestimmte Zielgruppe im Blick: „Immer mehr junge Erwachsene halten ein eigenes Auto nicht mehr für so wichtig“, stellt Hafnesteiner fest. In Pendlernetzen sehen die Experten des ADAC einen wichtigen Baustein für moderne Mobilität. Ab November will der ADAC daher für die Plattform „Pendlernetz“ bundesweit die Werbetrommel rühren. „Je mehr Fahrten angeboten werden, desto verlässlicher wird das Pendlernetz.“ Doch nicht jeder hat morgens Lust auf Smalltalk mit fremden Leuten. Was haben die Teilnehmer von dem Angebot? „An erster Stelle ein grünes Gewissen“, sagt Hafensteiner: „Fahrgemeinschaften schonen die Umwelt, aber auch den Geldbeutel, wenn sich Fahrer und Mitfahrer die Benzinkosten teilen.“ Wenn ein Fahrer 2,50 Euro pro Fahrt verlangt, sind das im Monat immerhin 100 Euro. „Fast zwei Tankfüllungen“, sagt Hafensteiner.

Noch ist „pendlernetz.de“ recht wenig bekannt. Einer der größten Anbieter von Fahrgemeinschaften auf der langen Strecke ist BlaBlaCar. Doch „pendlernetz.de“ hat eine andere Zielgruppe: „Wir wollen in den Bereich der Berufspendler, die unter 100 Kilometer fahren“, sagt Hafensteiner. Die Allianz ist dabei für den ADAC ein wichtiger Partner, der alle Versicherungsfragen rund um das Thema „Fahrgemeinschaften“ geklärt habe.

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