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Sichtbeton verboten: Der Backsteinbau erinnert an die früheren Ziegeleien in Unterföhring. Foto: Gerald FörtschWertschätzung füreigene Geschichte

VHS und Musikschule: Bürgerfest im neuen Gebäude

VHS stolz auf „fantastisches Gebäude“

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Mit einem großen Bürgerfest am Nachmittag und einem Festakt am Abend ist das neue Haus für VHS und Musikschule feierlich eröffnet worden.

Unterföhring – 20 Jahre hat die Volkshochschule (VHS) auf ein Haus in Unterföhring gewartet. Ihre Kurse waren auf verschiedene Standorte in der Gemeinde verteilt. „Eine lange Durststrecke“ sei endlich vorüber, sagte VHS-Leiter Lothar Stetz. Mit einem Festakt haben Volkshochschule, Musikschule und die Gemeinde Unterföhring die Eröffnung des modernen Kulturhauses gefeiert. Gut 300 Gäste versammelten sich im neuen Vortragssaal. „Uns ist gemeinsam etwas Tolles gelungen“, stellte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) fest.

Erster Baustein der neuen Ortsmitte

Der Ziegelbau mit Holzdecken und Terrazzoböden ist der erste – und sehr vielversprechende – Baustein der neuen Unterföhringer Ortsmitte. Der hintere Teil des Gebäudes war allerdings mit einer grauen Plane abgesperrt. Wie berichtet, hat ein Wasserschaden kurz vor der Eröffnung den Musikschultrakt schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Sanierung soll Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Über 31 Millionen Euro hat die Gemeinde für 4700 Quadratmeter investiert. Eine stolze Summe. „Aber jeder Euro, der in Kultur und Bildung investiert wird, ist richtig angelegt“, sagte Kemmelmeyer. Richtig sei auch gewesen, dass er Sichtbeton für das Gebäude ausgeschlossen habe. „Auch wenn das ein Kulturschock für die Architekten war.“

Göbel: Kulturhaus in prominenter Lage

 Die rotbraune Ziegelfassade erinnert an die Zeit, als Unterföhring ein Ziegeldorf war. „Sie drückt die Wertschätzung aus, die Unterföhring für seine eigene Geschichte hat“, sagte Landrat Christoph Göbel (CSU). Das Haus sei in prominenter Lage errichtet worden, um Menschen zusammenzubringen und um Kultur zu vermitteln: „Die Bürger können sehr stolz auf das Haus und seine Berufung sein.“

Architekt Martin Hirner blickte auf die gemeinsame, intensive Planung mit dem Gemeinderat zurück, durch die „ein stimmiges und stimmungsvolles Haus“ entstanden sei. Musikschulleiter Johannes Mecke, selbst Mitglied des Gemeinderats, dankte seinen Ratskollegen, dass die Musikschule kurz vor dem Architektenwettbewerb nachträglich in die Planung integriert wurde.

VHS-Leiter Lothar Stetz: Volkshochschulen sind „Inseln der zweckfreien Bildung“

Die VHS feiert heuer deutschlandweit ihr 100-jähriges Bestehen. „Die VHS-Bewegung ist eine von unten entstandene Bürgerbewegung“, sagte Lothar Stetz, Direktor der VHS-Nord. „Jeder Schüler bestimmt selbst, was er lernen will. Die Volkshochschule macht die Türen für alle auf“, zitierte er aus dem Grundsatzpapier von 1919. „Bis heute bringt die VHS Menschen zusammen und ist eine der wenigen Inseln, die zweckfreie Bildung hochhält.“ Das neue Haus liege genau zwischen dem Unterföhringer Gewerbegebiet und Wohngebiet und stelle „ein Scharnier“ zwischen beiden Gemeindeteilen dar. Auch darin sieht Stetz eine Chance. Stetz dankte Bürgermeister Kemmelmeyer: „Sie haben diesen Bau auch zu ihrem persönlichen Projekt gemacht. Das Haus und seine Architektur laden zum Dableiben ein. Es ist ein fantastisches Gebäude entstanden. Manchmal ist es eben gut zu warten.“ 

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