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Nicht sexy, aber zukunftsträchtig: Ministerpräsident Söder wirbt für mehr Geothermie-Anlagen

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Von: Andreas Sachse

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Ministerpräsident Markus Söder (M.) schaute sich die Geothermie-Anlage der Gemeinde an zusammen mit (v.l.) dem CSU-Bundestagsabgeordneten Florian Hahn, Peter Lohr, Ulrich Huber, Helge-Uve Braun vom Bundesverband Geothermie und Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer, der mit seiner Kommune 2022 Wärme-autark sein will.
Ministerpräsident Markus Söder (M.) schaute sich die Geothermie-Anlage der Gemeinde an zusammen mit (v.l.) dem CSU-Bundestagsabgeordneten Florian Hahn, Peter Lohr, Ulrich Huber, Helge-Uve Braun vom Bundesverband Geothermie und Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer, der mit seiner Kommune 2022 Wärme-autark sein will. © Dieter Michalek

Für sein Geothermie-Engagement hat der Freistaat Bayern einen Preis erhalten. Bei der Preisverleihung in Unterföhring wurde deutlich, dass die Landkreis-Gemeinde sich als Vorbild eignet.

Unterföhring – Der „Champion Preis Geothermie“ geht an den Freistaat Bayern. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nahm die Trophäe gestern in den Hallen der Geovol-Unterföhring entgegen und sicherte allen Beteiligten seine Unterstützung bei der Nutzung von Erdwärme zu. Die Verleihung des vom Bundesverband Geothermie erstmals ausgelobten Preises „Champion Tiefe Geothermie“ erwies sich als eindringliches Plädoyer für Erdwärme.

Der Freistaat mit seinen bundesweit meisten Geothermie-Vorhaben drängte sich als Preisträger geradezu auf. Kein anderer in der Staatsregierung aber schien besser geeignet, die Trophäe in Empfang zu nehmen, als Söder selbst. Kein Veranstaltungsort schien besser gewählt, als die Geovol GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Gemeinde Unterföhring in Sachen Geothermie. Markus Söder will den Freistaat bis 2040 als klimaneutrales Bundesland ausweisen können. Wenigstens zu einem Viertel soll Bayern Energie ab dann aus Erdwärme beziehen.

„Alle reden bloß über Wind- und Sonnenenergie.“

Unterföhring wiederum soll schon 2022 Wärme-autark sein. Dieses Ziel will Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) ebenfalls mit Geothermie und der 2007 gegründeten Geovol erreichen. Dafür tut man einiges im Rathaus. „Aus vollster Überzeugung“, sagte Kemmelmeyer, habe man bis dato 80 Millionen Euro investiert.

Betont den Wert der Geothermie fürs Klima: Ministerpräsident Markus Söder nahm den Preis in Unterföhring selbst entgegen.
Betont den Wert der Geothermie fürs Klima: Ministerpräsident Markus Söder nahm den Preis in Unterföhring selbst entgegen. © Dieter Michalek

Über das Jahr verteilt, nimmt Ministerpräsident Söder so mancherlei Ehrungen entgegen. An der kleinen Statue mit der Aufschrift „Champion Tiefe Geothermie 2021“ scheint ihm persönlich gelegen. Als junger Abgeordneter, als noch kaum jemand den Söder kannte, habe er sich mit der Thematik befasst. Niemand sonst habe sich darum gerissen. „War wohl mit zu viel Arbeit behaftet“, vermutet er heute. Seit diesen Tagen, da die CSU mit regenerativen Energien recht wenig am Hut hatte, weiß der heutige Ministerpräsident um den Wert der Geothermie für das Klima und die Zukunft des Landes: Geothermie mag nicht sexy sein, stellte er lakonisch fest: „Alle reden bloß über Wind- und Sonnenenergie.“ Die kleine Schwester von Wind und Sonne aber steht den Bayern im großen Umfang zur Verfügung. „Andere haben Ölfelder, wir haben die süddeutsche Molasse.“ Es wäre ein schwerer strategischer Fehler, Geothermie nicht für den Energiewandel zu nutzen.

Beim Bundesverband Geothermie sieht man es gern, dass Erdwärme an der Spitze des Freistaats von so viel Begeisterung getragen wird. „Weiter so!“, animierte Helge-Uve Braun den Ministerpräsident, Wettbewerbsnachteile gegenüber subventioniertem Gas zu beseitigen „Wir müssen die Potenziale von Erdwärme nutzen!“ Der jüngst zum Präsident des Bundesverbands Geothermie gewählte Braun, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke München, wandte sich bewusst auch „nach rechts“, wie er sagte: Sein Blick traf auf den Bundestagsabgeordneten Florian Hahn (CSU). Es sei an der Zeit, dass die Bundesregierung „Schieflagen in der Förderlandschaft“ ausräume. Als Angehöriger der Union im Bund galt ihm der leidgeprüfte Oberbayer Hahn als Ansprechpartner für Versäumnisse der scheidenden Regierungskoalition.

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