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Zu wenig Platz für so viele Pakete: Ali Calik an einem ganz normalen Tag in seinem Café, das zugleich Postfiliale ist. 

Extrem frequentiert: Postfiliale Unterföhring

Pakete türmen sich im Café

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Für so viele Pakete fehlt der Platz: Die Postfiliale im Unterföhringer S-Bahnhof-Café ist so frequentiert, dass sich vor dem Schalter Stapel türmen. Vor Weihnachten sogar fast bis zur Decke. Geschäftsführer Ali Cakli hofft auf einen zweiten Laden im Bahnhofsgebäude.

Unterföhring– 70 bis 100 Pakete passen in die Regale hinter dem Schalter. Werden es mehr – was eigentlich immer der Fall ist – hat Ali Calik keine andere Möglichkeit, als die Sendungen vor der Theke abzustellen.

Im Laden herrscht reges Kommen und Gehen. Besonders in den Morgen- und Abendstunden holen die Unterföhringer ihre Online-Bestellungen ab oder bringen Retouren. Viele Kunden kommen zudem aus dem benachbarten Gewerbegebiet, in dem 20 000 Menschen arbeiten. Viele lassen sich ihre Bestellungen genau in diese Filiale schicken, um sie auf dem Weg zur Arbeit abzuholen. „Ich weiß nicht mehr, wo wir die Pakete abstellen sollen“, sagt Ali Calik. Er sitzt an einem Tischchen in seinem Café und schaut auf die Stapel. Der 40-Jährige hat 2010 seine Bäckerei in dem Laden eröffnet, in dem zuvor ein Blumenhändler war, und auch von Anfang an die Postfiliale betrieben. „In den letzten sechs Jahren sind es immer mehr Sendungen geworden. Abends kommen drei bis vier Fahrer und bringen noch Pakete, die sie nicht zustellen konnten.“

Wie in allen Postfilialen ist in Unterföhring vor Weihnachten und Ostern besonders viel los: Dann bauen Calik und seine Mitarbeiter eine Paketmauer, die sich quer durch den Laden zieht. „Es wird immer schwieriger, ein Paket wiederzufinden“, sagt Calik. Aber auch für die Café-Besucher ist die Paketmauer kein schöner Anblick. „Das sieht einfach ungemütlich aus.“

Calik hofft, dass die Gemeinde in der Bahnhofshalle eine weitere Ladeneinheit einrichtet, die er gerne pachten würde. „Genug Freifläche ist da“, sagt er. Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) hat er sein Anliegen in dessen Sprechstunde dargelegt. Auch SPD-Fraktionssprecher Philipp Schwarz hat das Platzproblem aufgegriffen. Er findet, „dass die gegenwärtige Situation durch die Gemeinde schnellstmöglich optimiert werden sollte“.

Diese Woche hat er einen Antrag an den Gemeinderat eingereicht mit dem Ziel, dass auf der nördlichen Freifläche im Bahnhofsgebäude, direkt gegenüber dem Café, ein Laden eingebaut wird. Alternativ sollte überlegt werden, eine eigenständige Postfiliale zu etablieren, sagt Schwarz. Calik hofft auf die Unterstützung der Lokalpolitiker und auf eine positive Antwort aus dem Rathaus. „Hier liegen noch drei Pakete für die Familie Kemmelmeyer,“ sagt er und schmunzelt dabei. „Wir warten auf ihn.“

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