Auch auf manchen Supermarktparkplätzen drohen Knöllchen. (Symbolbild)
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Ein Knöllchen droht, wenn man zu lange in einer befristeten Parkzone steht (Symbolbild).

Neues Konzept

Parkhäuser leer, Stellplätze belegt: Mit diesem Konzept will Unterföhring Dauerparker vergrämen

  • VonAndreas Sachse
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Die Gemeinde Unterföhring hat genug von Wild- und Dauerparkern. Sie will man verdrängen. So soll das klappen.

Unterföhring – Wild- und Langzeitparkern will die Gemeinde das Leben schwermachen. Während die wenigen Stellplätze auf Unterföhrings Straßen fast immer belegt sind, erfreuen sich die beiden Parkhäuser im Zentrum gähnender Leere. So geht das nicht weiter, befanden die Gemeinderäte.

Vize-Bürgermeister Manuel Prieler (PWU), der Rathauschef Andreas Kemmelmeyer in der Sitzung des Verkehrsausschusses vertrat, erinnerte an einen Beschluss von vor fünf Jahren, als der Gemeinderat ein Bewirtschaftungskonzept für das Parkhaus Diesel-/Beta-Straße und die Tiefgarage am Bürgerplatz in die Wege leitete. Die Situation rund um die handgezählt 430 öffentlichen Stellplätze hat sich seither zugespitzt. Der Gemeinderat legte nach.

„Wenn wir die Parkzeit nicht befristen, ändert sich nichts“

Im November ’20 übertrug er einem Planungsbüro die Verantwortung für ein Parkraumbewirtschaftungskonzept. Eckpunkte liegen zwischenzeitlich vor. Um Parkrüpeln das Wild- und Langzeitparken zu verleiden, verständigte man sich darauf, die Standzeit an öffentlichen Stellplätzen auf drei Stunden zu beschränken. Die vom Rathaus ausgearbeitete Variante einer „Zonenregelung“ setzt auf einheitlich gekennzeichnete Flächen zeitlich beschränkten Parkens. Langzeit- und Dauerparker hofft man, in die Parkhäuser zu verdrängen. „Wenn wir die Parkzeit nicht befristen, ändert sich nichts“, sagte Prieler. „Alles bleibt beim Alten: Vormittags vier Stunden parken; Mittag in die Kantine und nachmittags noch mal vier Stunden parken bis Feierabend.“, skizzierte der stellvertretende Bürgermeister die typischen Park-Gewohnheiten eines Unterföhringers mit Zugriff auf einen nahen Stellplatz. Ohne Parkzeit-Beschränkung bliebe solches Verhalten zudem sanktionsfrei. „Wir hätten nichts in der Hand.“

Das beauftragte Planungsbüro empfiehlt der Gemeinde darüber hinaus, öffentliche Stellplätze nahe dem Bürgerfestplatz und dem Parkhaus Diesel-/Beta-straße zugunsten von Radstellplätzen, Elektro-Lade-Stationen und behindertengerechtem Parkraum aufzulösen. Bis heute soll es im Ortszentrum nur fünf Behinderten-Stellplätze geben. Dass die Parkplatzsuche in Unterföhring mitunter zur Tortur wird, ist in erster Linie Dauerparkern zu verdanken. Wohnmobile, Laster und Anhänger besetzen öffentlichen Parkraum. 20 Prozent aller Stellplätze im Gewerbegebiet sind von Wohnmobil & Co. belegt.

„Schauen wir mal, dass wir stattdessen die Parkhäuser vollkriegen“

Die Variante „Zonenregelung“ setzte sich im Verkehrsausschuss durch, das Konzept kam gut an. So ließ sich CSU-Sprecher Manfred Axenbeck durch das Bemühen der Verkehrsplaner überzeugen, etwaige Kosten für die Gemeinde im Rahmen zu halten. Ebenfalls zur Disposition stehende, alternative Varianten hätten die Parkzeit über Tickets reguliert, nicht mithilfe von Parkscheiben. Ticketautomaten gehen aber ganz schön ins Geld. „Schauen wir mal, dass wir stattdessen die Parkhäuser vollkriegen“, so Axenbeck. Unterdessen hat Stefan Zehetmair (PWU) den Rand ziemlich voll. „Es wird Zeit, dass wir weiterkommen mit der ganzen Wildparkerei!“ Er stört sich nicht nur an womöglich bloß gedankenlosen Dauerparkern. Die in den zurückliegenden Jahren um sich greifende Rücksichtslosigkeit macht ihm zu schaffen: „Parkende Autos, die mit der Schnauze in die Straße reichen, den Verkehr dadurch blockieren – muss das denn sein?“ Ein Mindestmaß an Rücksicht, wie der ein oder andere Gemeinderat es aus früheren Tagen noch kennt, sollte jedes Parkraumkonzept ersetzen können.

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