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In Gauting ist der Bürgerbus schon realisiert, hier hält er gerade vor dem Rathaus.

Unterföhring konzipiert eigene Linie

Bus für die Isarau auf eigene Kosten

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Unterföhring - In Eigenregie will die Gemeinde Bus und Fahrer für eine Isarau-Route finanzieren.

Die Isarau ist ein ruhiges, grünes Viertel in Unterföhring und ein begehrtes Wohnviertel – zugleich ist sie auch etwas abgeschieden. Anwohner beklagten, dass es keine Busanbindung gibt. „Gerade die älteren Bürger tun sich schwer, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“, sagte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) in der Sitzung des Gemeinderats, auch in Hinblick auf die Steigungen.

Jetzt wird die Busanbindung konkret: In Eigenregie will die Gemeinde Bus und Fahrer für eine Isarau-Route finanzieren. Derartige Bürgerbusse haben sich laut Verwaltung bundesweit in vielen Kommunen etabliert. Kemmelmeyer verwies als positives Beispiel auf den Bürgerbus in Grünwald. Zuschüsse vom Kreistag gibt es vorerst nicht, vielleicht aber, so Kemmelmeyer, nach der Erprobungszeit. 

Der Gemeinderat hat am Donnerstag mit großer Mehrheit einen Grundsatzbeschluss für die Busanbindung in Eigenregie gefasst: Die Isarau-Route soll zwei Jahre erprobt werden, losgelöst vom MVV-System. 

Ein Wermutstropfen für die Kommunalpolitiker ist allerdings die schwache Beteiligung bei der Bedarfsermittlung: Von Ende Mai bis Mitte Juli wurden etwa 210 Haushalte in der Isarau befragt. 53 wünschen eine Busanbindung, 53 lehnen sie ab, keine Antwort kam von 104 Haushalten. Manuel Prieler (PWU) bedauerte das geringe Interesse: „Ich finde es sehr schade, dass die Rückläufe bei 50 Prozent liegen.“ 

Der Gemeinderat fasste dennoch mit 20:2 Stimmen einen Grundsatzbeschluss für die Busanbindung: Die Isarau-Route soll zwei Jahre erprobt werden, losgelöst vom MVV-System. Dagegen stimmten nur die beiden Grünen, Johannes Mecke und Gisela Fischer, weil sie den „stinkenden Srinter“ für zu laut halten. 

Manfred Axenbeck (CSU) regte an, statt eines Diesel-Sprinters einen leiseren Benzin-Bus einzusetzen: „Der surrt nur.“ Das wird geprüft. 

Bevor in einer öffentlichen Ausschreibung ein Fahrer gesucht und angestellt wird, sollen aber die Kosten ermittelt werden. Folgende Haltestellen wurden festgelegt: S-Bahnhof, Ecke Isarau/ Bergstraße, Kanalstraße auf Höhe des Schlittenberg, Kanalstraße auf Höhe der Brücke über den Kanal, Rathaus, Hofäckerallee, S-Bahnhof. Andreas Post (SPD) ist von dem Projekt begeistert, gerade mit Blick auf den „demografischen Wandel“. Ein weiterer Halt in der Isaraustraße am Wendepunkt vor dem Staffelberg wurde auf seinen Vorschlag hin gestrichen. 

Der Bus soll im Einlinienverkehr entgegen dem Uhrzeigersinn fahren, die Verwaltung rechnet mit einer Fahrzeit von 15 Minuten. Die Linie soll im Stundentakt von Montag bis Samstag zwischen sieben und 19 Uhr bedient werden. Zunächst wird die Verwaltung nun die Kosten ermitteln und sie dann dem Gemeinderat vorlegen.

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