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Eine Leucht e in Synapsenform zieht sich an der Decke der Magistrale entlang, so eine Idee für das Gymnasium.

Fachplaner stellen exklusive Ausstattung vor

Schulcampus Unterföhring wird 138 Millionen Euro kosten

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138 Millionen Euro wird der Schulcampus in Unterföhring kosten. „Das teuerste Gebäude, das wir in Unterföhring je gebaut haben“, sagte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) am Dienstag in der Sitzung des Bauausschusses. Aber auch für den gesamten Landkreis stößt diese Summe in neue Dimensionen der Schulbau-Kosten vor.

Unterföhring 

Ein fünfzügiges Gymnasium (G9), eine Grundschule und ein Hort werden bis Herbst 2020 an der Mitterfeldallee entstehen. Die größten Posten in der Gesamtsumme: 74 Millionen für das Gymnasium, 28,6 Millionen für die Grundschule, 14,2 Millionen für den Hort, 14 Millionen für die Sporthalle und 5,3 Millionen für die Tiefgarage.

Sechs Fachplaner erläuterten die exklusive Ausstattung: Touchscreen-Monitore in jedem Klassenzimmer und sogar im Hort, Notrufanlagen im Amokfall, W-Lan im gesamten Gebäude, Videoüberwachung, ein Gewächshaus, Bodentrampoline, Spinde mit Steckdosen, damit die Schüler ihre Handys aufladen können, ein Zeltdach und viele weitere Spielstationen in den Außenanlagen sowie eine kleine Sternwarte auf dem Dach. Das sind nur einige der vielen, vielen Extras, die die Fachplaner am Dienstag im Bauausschuss vorstellten.

Für sie war die vergangene Woche sehr hart: Sie mussten ihre Kostenschätzung völlig neu berechnen, nachdem der Gemeinderat in seiner Mai-Sitzung beschlossen hatte, statt einer vierzügigen Schule für 1000 Schüler eine fünfzügige Oberschule für 1500 Gymnasiasten zu bauen.

„Die umfangreiche Planung ist dem Konzept der Zukunftsschule geschuldet“, sagte Projektsteuerer Tim Steffen von der Firma Hitzler Architekten. Die moderne Technik und die weitläufigen Außenanlagen würden viel kosten. Mit einer Million Euro fällt zum Beispiel das sogenannte „Human Centric Lighting“ zu Buche. Angelehnt an das natürliche Licht, erfährt das Kunstlicht im Tagesverlauf eine Veränderung in der Lichtfarbe. Frühmorgens und spätabends etwa färbt es sich wärmer und rötlicher. „Das kostet Geld, ist aber geeignet, um die Lernfreude der Schüler zu beeinflussen“, erklärte Fachplaner Oliver Knab.

Indem die Gemeinde das lang gestreckte, mäaanderförmige Gebäude nur teilweise unterkellern wird, habe sie von vornherein noch weit höhere Kosten vermieden, ohne die Qualität zu mindern, erklärte Kemmelmeyer. Zukunftsträchtig und inklusiv solle das Gebäude werden: „Wir bauen eine Schule, nicht für 20 Jahre, sondern für 60 Jahre“, sagte Kemmelmeyer und berief sich dabei auf Heinz Durner, der den Gemeinderat mit seinem pädagogischen Konzept begeistert hatte. In Unterföhring sollen auch hörgeschädigte Schüler unterrichtet werden, dafür sind die baulichen Maßnahmen im gesamten Haus vorgesehen.

Tim Steffen stellte dem Ausschuss einige Einsparmöglichkeiten vor, die die Gesamtsumme zwar auf 126 Millionen Euro reduziert hätten, „aber das würde sich auf die Qualität des Gebäudes auswirken“. Letztlich empfahl der Ausschuss dem Gemeinderat einstimmig die teurere Variante.

Simone Guist (PWU) erklärte: „Wir sind mit dieser Planung 30 Prozent teurer als Referenzprojekte.“ Aber man wolle eben auch zukunftsträchtig planen. Zweite Bürgermeisterin Betina Mäusel (CSU) sagte: „Wenn die Summe von 138 Millionen in den Medien steht, bekommt man erst mal einen Schock.“ Aber mit 74 Millionen für das Gymnasium liege man in der Größenordnung von Grünwald. „Es ist was Tolles, was die Fachplaner geliefert haben.“ Thomas Weingärtner (SPD) sagte: „Wenn man eine Zukunftsschule bauen will, sind die Kosten gerechtfertigt. Wir bekommen, was wir bestellt haben.“ Dem widersprach Johann Zehetmair (PWU): Man habe das, was vorgelegt wurde, nicht bestellt. Es sei richtig, Bildung zu fördern, „aber wir haben auch noch andere Pläne und Projekte“. Man müsse alle 11 000 Bürger und die vielen Arbeitnehmer in Unterföhring mit ihren Ansinnen und Probleme im Blick haben. „Natürlich werden wir die Vorzeigeschule bauen, es ist aber nicht vermessen, einen kritischen Blick darauf zu werfen.“

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