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Eine neue 3D-Übersicht zeigt das Areal mit Hallenbad, Vereinshaus, Gastronomie und Stadion.

Neue 3D-Ansicht

Sportzentrum wird wieder teurer: 100-Millionen-Euro-Marke nicht mehr weit

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Erst sparten sich Unterföhringer bei den Baukosten für den neuen Sportpark von 125 Millionen Euro deutlich herunter, doch jetzt schlägt der Jo-Jo-Effekt zu.

Unterföhring - Der neue Unterföhringer Sportpark an der Mitterfeldallee wird teurer als kalkuliert. Die Kosten steigen von 93,5 Millionen auf 98,4 Millionen Euro. Die um 5,6 Prozent gestiegenen Baukosten „haben uns eingeholt“, sagte Projektsteuerer Thomas Peter. Mit 16:4 stimmte der Gemeinderat gegen für Entwurfsplanung und Kostenberechnung – gegen die Stimmen der CSU.

Baubeginn 2020, Fertigstellung 2023/2024

Die Gemeinde will im Herbst/Winter 2020 mit den Bauarbeiten starten und zum Schuljahresbeginn 2023/2024 fertig sein. Gegen die Planung stimmte die CSU-Fraktion. 

„Ich vermisse im Hallenbad ausreichend Flächen für Familien“, sagte Manfred Axenbeck. Auch die Platzierung der beiden Doppelhaushälften für die zwei künftigen Hausmeister kritisierte er: „Die müssen den ganzen Tag zusammen arbeiten und am Abend auch noch nebeneinander auf der Terrasse sitzen.“

Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) ärgerte die verspätete Kritik in der „warmen Phase“, es habe zuvor mehrere Besprechungen gegeben, bei denen man Anregungen hätte geben können. Kritik aus dem Gremium, die an der Wegeführung in der Gastronomie aufkam, wird aber noch aufgegriffen.

Auf den Preis-Schock folgt ein Sparpaket

Seit 2017 beschäftigt das Großprojekt die Lokalpolitiker. Im Juli 2018 hatte der Entwurf aus dem Büro „kplan“ zunächst Preisgericht und Gemeinderat rundum überzeugt. Als die kalkulierten Kosten von 60 auf 125 Millionen stiegen, legten SPD, CSU und Grüne die Pläne zunächst auf Eis. Das Projekt wurde abgespeckt und mündete im März in die aktuelle Variante für 93,84 Millionen Euro, die nun doch teurer wird.

Jetzt erlebt die Gemeinde eine Art Jo-Jo-Effekt. Den Löwenanteil bei den Kosten machen die Freianlagen mit 29,9 Millionen und das Hallenbad mit 22,6 Millionen Euro aus. Das Fußballstadion wird rund 8,9 Millionen kosten. 

Der Unterhalt im Hallenbad mit zwölf Arbeitsplätzen wird auf rund 793 500 Euro jährlich kalkuliert. Eingerechnet sind geschätzte Einnahmen von 430 000 Euro bei einem Eintritt von vier Euro für das Schwimmbad und zehn Euro für die Sauna, wenn pro Jahr 60 000 Besucher das Hallenbad und 10 000 Besucher die Sauna nutzen. 

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Erinnerung an historische Ziegeleien

Neu ist, dass Überreste historischer Ziegeleien auf dem 27 400 Quadratmetern großen Gelände in die Planung integriert werden sollen: Von der Ziegelei Stöhr finden sich, überwuchert von Büschen und Bäumen, Relikte wie Rollenwagerl und andere Maschinen. Von der Ziegelei Jung wurden keine Überreste entdeckt. Architekt Christian Lanzinger erläuterte, wie „zum Beispiel die Fläche, wo der Ofen stand“, als erhabener Bereich durch eine erhaltene Ziegelmauer am Rande des Leichtathletik-Geländes „harmonisch integriert“ werden könnte. 

Industriehistoriker Anita Kuisle hat die Geschichte der 16 Unterföhringer Ziegeleien erforscht und im Buch „Lehmrausch in Unterföhring“ veröffentlicht. Sie begrüßt das Vorhaben der Gemeinde, im Sportpark an das zu erinnern, „was vorher war“. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Bewusstsein für die Ortsgeschichte zu schaffen“, sagt Kuisle, die als Mitglied im „Arbeitskreis Industriekultur“ gelungene Beispiele kennt, wie die Krämermühle am Tierpark oder das Muffatwerk in München. Die Ziegelei Stöhr war von 1922 bis zur Mitte der 60er Jahre in Betrieb, „sie war eine recht moderne Ziegelei“, stellt Kuisle fest, „das Besondere war, dass hier das ganze Jahr über Ziegel produziert wurden.“ Im Gegensatz zu den meisten anderen Ziegeleien, wie auch der Ziegelei Jung, wo Saisonarbeiter aus Italien ausschließlich in den Sommermonaten arbeiteten. Die Ziegelei Jung war von 1903 bis 1937 in Betrieb und diente im Zweiten Weltkrieg als Flakstation.

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