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16.000 Euro verschleudert

Storno-Schock: Schlafen Unterföhrings Städtepartner künftig in der Turnhalle?

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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  • Günter Hiel
    Günter Hiel
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16.000 Euro zahlt Unterföhring wegen Hotel-Absagen seiner Gäste aus Kamsdorf und Tarcento. Kommt nun die Billig-Lösung Feldbett statt Federbett?

Unterföhring– Nach Ansicht des Rechnungsprüfungsausschusses hat die Gemeinde Unterföhring im vergangenen Jahr einige Tausend Euro an Steuergeldern verschleudert – genauer gesagt 16 270 Euro. Dieser Betrag fiel beim Bürger-Kulturfestival für Stornogebühren an, weil geladene Gäste aus den Partnergemeinden Kamsdorf und Tarcento einfach nicht kamen und kurzfristig – teilweise offenbar einen Tag vor der Abreise – absagten.

Für die Pflege der Gemeindepartnerschaften mit Kamsdorf in Thüringen und Tarcento in Italien stand der Gemeinde Unterföhring ein Jahresetat von 46 000 Euro zur Verfügung. Das 35 Prozent davon ein „Fehlbetrag“ waren, hätte den Ausschuss schon erschreckt, sagte Vorsitzende Jutta Schödl (SPD) im Gemeinderat. „Der Rechnungsprüfungsausschuss dringt darauf, dass eine Regelung gefunden wird, damit Zimmer künftig rechtzeitig storniert werden“, sagte sie.

Das dritte Bürger-Kulturfestival vom 28. bis 30. September 2018 fiel ausgerechnet in die Wiesn-Zeit. „Das ist unglücklich gelaufen. Die Zimmer müssen zum Oktoberfest sehr frühzeitig fix reserviert werden“, sagt Marianne Rader (CSU), die ebenfalls Mitglied im Rechnungsprüfungsausschuss ist. Das Kulturamt hatte ein Kontingent in Unterföhringer Hotels gebucht. Dann kamen die Absagen. Leider teilweise sehr spät, so dass Stornogebühren von 90 Prozent anfielen. „16 000 Euro ist einfach ein sehr hoher Betrag, das geht gar nicht“, sagt Rader. Falls das nächste Bürger-Kulturfestival wieder in die Wiesn-Zeit fallen sollte, schlägt sie vor, die Gäste vielleicht in der Turnhalle einzuquartieren. „Oder sie zahlen die Hotelkosten erst selbst, und wer kommt, bekommt den Betrag erstattet.“ Das wäre eine Maßnahme, „damit diese Kosten für die Hotelunterbringung auch wirklich wertgeschätzt werden.“  

Kommentar: Gastfreundschaft statt gewaltiger Subventionen

Die Unterföhringer haben ein seltsames Verständnis von Städepartnerschaft, findet Merkur-Landkreis-Redaktionsleiter Günter Hiel:

Landkreis-Redaktionsleiter Günter Hiel

“Was pflegen die Unterföhringer da eigentlich mit den mit ihnen verbandelten Gemeinden Tarcento in Italien und Kamsdorf in Thüringen? Eine Städtepartnerschaft – oder einen hochsubventionierten Besuchs-Tourismus mit Rundum-Sorglos-Paket? 16 270 Euro hat die Gemeinde Unterföhring im vergangenen Herbst allein an Stornogebühren bezahlt für die Gäste, die ihre gebuchten Hotelzimmer, ausgerechnet zur Wiesn-Zeit, nicht bezogen haben. 16 000 Euro aus Steuergeldern. Da schwankt der Betrachter zwischen Fassungslosigkeit und Zorn. Die Mehrheit ist immerhin gekommen zum Bürger-Kulturfestival in Unterföhring, sodass der Gesamtetat von 46 000 Euro nicht in den Wind geschossen war. 

Wobei: Anderswo werden die Gäste aus Partnergemeinden privat untergebracht. Schließlich sollen die Leute Kontakte knüpfen, die Lebensumstände der anderen kennenlernen, Freundschaften schließen und pflegen. Nicht nur bei offiziellen Empfängen und Veranstaltungen, sondern auch ganz privat. Ins andere Extrem weist der Vorschlag des Rechnungsprüfungsausschusses, der diese Verschwendung aufgedeckt hat: Die Gäste beim nächsten Mal in ein Massenlager in die Turnhalle zu pferchen – bitte nicht! Es werden sich doch hoffentlich ein paar Unterföhringer finden, die den Thüringern und Italienern zeigen, was bayerische Gastfreundschaft ist.“

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