Die neue Sitzgelegenheit hat Martin Rudnick (29) aus Unterföhring getestet. Ihm gefällt sie „sehr gut“, sie passe zum modernen Bürgerhaus.
+
Die neue Sitzgelegenheit hat Martin Rudnick (29) aus Unterföhring getestet. Ihm gefällt sie „sehr gut“, sie passe zum modernen Bürgerhaus.

„Wenn ich noch 30 wäre, fände ich sie toll.“

„Ungemütlich“: Kritik an neuer Sitzinsel vor dem Bürgerhaus

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
    schließen

Der Prototyp einer Sitzinsel steht vor dem Unterföhringer Bürgerhaus. Die Meinungen darüber gehen auseinander.

Unterföhring – Sitzinseln mit runden Formen und Bäume sollen den Vorplatz vor dem Unterföhringer Bürgerhaus verschönern. Die Neugestaltung ist seit Langem ein Thema. Jetzt ist der erste Prototyp aufgestellt, die Bürger bekommen allmählich ein Bild davon, wie der Platz konkret aussehen wird, und konnten Probesitzen. Die Rückmeldungen waren demnach überwiegend positiv.

In der Sitzung des Bau-, Verkehr- und Grundstücksausschusses musste sich Landschaftsplaner Peter Martin aber auch Kritik anhören. Eine Bürgerin beklagte in einem Brief ans Rathaus, dass Rückenlehnen fehlen – „für reifere Bürger nicht nutzbar“, so ihr Fazit. Auch die Kombination von Holz und Beton auf dem Platz missfiel ihr. Und die Bäume sollten nicht in der Sitzinsel stecken, sondern lieber auf den Platz gepflanzt werden. Das sei wegen der darunterliegenden Tiefgarage aber nicht möglich, erläuterte Planer Peter Martin in der Sitzung und erklärte nochmals die Idee hinter dem Entwurf: „Es ging eigentlich darum, den Charakter des Platzes zu verändern.“ Das Bürgerhaus sei ein Treffpunkt und Kommunikationsraum. „Auch der Platz soll als öffentliche Bühne einladend wirken.“ Die organische Form der Sitzinsel, das natürliche Element Holz und der Baum seien ein warmer und heller Kontrast zum streng geometrischen Bürgerhaus aus Beton und Glas. Mit den Schatten spendenden Bäumen in der Sitzinsel werde auch das Mikroklima auf dem Platz verbessert.

Prototyp kostet 42 140 Euro

Der aufgestellte Prototyp hat 42 140 Euro gekostet. Kostspielig sei die Stahlkonstruktion, sagte Martin, dank der die Sitzinsel zerlegbar und stapelbar sei, dazu kämen die Kostensteigerungen auf dem Baumarkt. Thomas Weingärtner (SPD) ist der Entwurf zu aufwendig: „Ismaning hat es uns an der Seidlmühle vorgemacht, wie man einen großen Platz gestaltet. Sechs große Schiffe sind mir zu massiv.“ Sie würden dem Platz seine Wirkung nehmen. Weibgärtner würden vier Sitzinseln reichen. Manfred Axenbeck (CSU) und Jutta Schödl (SPD) plädierten für Rückenlehnen. „Ich habe die Sitzinsel als eher ungemütlich empfunden“, sagte Schödl, „für junge Leute ist sie zum Hinlegen super. Wenn ich noch 30 wäre, fände ich sie toll.“

Der Ausschuss einigte sich darauf, dass vier statt sechs Sitzinseln aufgestellt werden, wovon zwei Rückenlehnen erhalten sollen. Fünf transportable Baum-Module werden zudem auf der Treppenanlage zwischen Wirtsgarten und Bushaltestelle aufgestellt.

Weitere Nachrichten aus Unterföhring und dem Landkreis München finden Sie hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare