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Idyll am Wasser: Dem Gasthaus am Feringasee steht Ende des Jahres ein Pächterwechsel bevor. 

Suche nach Nachfolger läuft

Wirt an beliebtem Badesee sperrt zu - obwohl das Geschäft gut läuft

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Das Geschäft läuft gut, von Jahr zu Jahr sogar immer besser. Und doch sperrt der Wirt an einem beliebten Badesee in der Region zu. Unklar ist, wie es mit der Wirtschaft weitergeht.

Unterföhring– Ein Gerücht flirrt durch die Sommerhitze, macht die Runde unter  den Badegästen, die in immer größerer Zahl zum Feringasee strömen. Und es ist wahr: Eine jahrzehntelange Biergarten-Ära geht dort zu Ende. Die Familie Faltermaier, die seit Mitte der 1980er-Jahre den Gasthof an der beliebten Badestelle bei Unterföhring betreibt, mag nicht mehr. Zum Jahresende geben die beiden Brüder Franz (34) und Hans (31) die ganzjährig geöffnete Seegaststätte samt Biergarten auf, das bestätigt nun Franz Faltermaier: „Wir möchten uns weiterentwickeln“, sagt er. Auch die beiden Imbissbuden – nördlich des Gasthofs sowie am FKK-Strand –, wo es für ein paar Euro Pommes, Würstl oder Hendl gibt, sind von dem Weggang betroffen.

Schluss sei nicht, weil sich der Betrieb nicht mehr rentiere – auch an Gästen und Personal herrsche kein Mangel. „Es läuft von Jahr zu Jahr besser“, sagt der Chef. „Nichts Wirtschaftliches, sondern private Gründe“ seien der Anlass, weshalb nach gut dreieinhalb Jahrzehnten die Faltermaier-Zeit am Seeufer endet. Seit gut einem Jahrzehnt packen die Brüder in dem Lokal an, das ihre Eltern führten – seit drei Jahren ist Franz Faltermaier für die Organisation zuständig, sein Bruder Hans ist der Küchenchef – beide als Geschäftsführer.

Wirtschaft am Feringa See: Wenig Freizeit und Urlaub

„Die Arbeit in der Gastronomie bedeutet viel Verzicht im Privatleben“, bekundet der 34-jährige Franz, der eigentlich gelernter Mediendesigner ist, aber in die Wirtschaft seiner Eltern gewissermaßen hineinwuchs. Wenig Freizeit und Urlaub, viel Arbeit am Wochenende – und hoher organisatorischer Aufwand: Zehn Jahre seien genug, sagt er. „Es ist Zeit für etwas Neues.“ Wie es für ihn weitergeht, weiß Faltermaier noch nicht. Jedenfalls raus aus der Gastro und nicht zurück in die Medienbranche. Sonst: „Keinen Plan“, sagt er. Sein Bruder bleibe der Branche wohl als Küchenchef treu, „aber nicht mehr als Selbstständiger“, kündigt Franz Faltermaier an.

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Um die Gaststätte tut es ihm schon ein wenig leid, das hört man ihm an. Zumal die Stammgäste, unter denen sich das bevorstehende Ende bereits vereinzelt herumgesprochen hat, mit großem Bedauern reagieren.

Was aber aus dem Gasthof, dem Biergarten und den beiden Imbissbuden am Strand wird, liegt in der Hand des Eigentümers, der Spaten-Franziskaner-Bräu GmbH. Seit 2003 ist diese im Besitz des belgischen Brauerei-Riesen Anheuser-Busch InBev. „Hoffentlich wird es in unserem Sinne weitergeführt“, sagt Franz Faltermaier.

Wirtschaft am Feringa See: Brauerei voll des Lobes für den Pächter

Ob das klappt, dazu kann die Brauerei nach eigener Auskunft noch nichts sagen. Die Münchner Niederlassung verweist auf die deutsche Konzernzentrale in Bremen, von wo aus auch Marken wie Beck’s, Diebels und Franziskaner gemanagt werden. Eine Unternehmenssprecherin dort lobt die Faltermaier-Brüder als zuverlässige Pächter und gute Gastronomen: „Wir bedauern das sehr. Die Familie hat viele Jahre sehr gut mit uns zusammengearbeitet.“

Einen neuen Pächter gebe es noch nicht, die Suche sei ganz am Anfang. „Am Konzept vor Ort soll sich nichts ändern“, verspricht die Konzernsprecherin aber. „Wir suchen einen geeigneten Nachfolger.“

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