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Macht aus einem Fahrrad ein E-Bike: Stefan Schmidbauer hat „efu“ intensiv erprobt. 

Zwei Tüftler setzen Fahrräder unter Strom

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Ein normales Rad zum E-Bike umrüsten? Dass das geht, zeigt ein Ehepaar aus Unterföhring. 

UnterföhringGlücksgefühle. Um nichts weniger geht es bei dem Start-Up-Unternehmen mit dem kleinen Namen „efu“. „Elektrofahrradumbau“, das ist die Passion von Stefan Schmidbauer und seiner Frau Juan. Viele Jahre hat das Paar aus Unterföhring getüftelt, bis aus einer Überzeugung eine Firma wurde.

Inzwischen fahren Rikschas mit ihrem System, Eltern, die ihre Kinder auf einem Lastenfahrrad transportieren oder ältere Leute, die mit dem efu-Antrieb ganz neue Möglichkeiten erhalten.

In China, der Heimat von Juan Schmidbauer-Wang (37), fahren viele Leute mit E-Rollern herum. „Das wäre hier in Deutschland auch eine gute Sache“, dachte sich das technikbegeisterte Paar und stürzte sich in die Entwicklung eines eigenen Antriebsystems.

Stefan Schmidbauer hat in der Blumenstraße 46 in Unterföhring inzwischen seinen eigenen Laden eröffnet. „Viele Kunden haben höherwertige Räder, die sie erst vor wenigen Jahren gekauft haben. Die rüsten wir zum Elektrorad auf.“ Dank der elektrischen Unterstützung mit 250 Watt fahren die Räder bis zu 25 Stundenkilometer schnell und legen Strecken von bis zu 100 Kilometern zurück. 1500 Euro kostet der Umbau mit dem „efu“-System.

Bevor sie ein eigenes Produkt entwickelten, erforschten die beiden den Markt. „Nachrüstungssysteme gab es schon, aber wir hatten den Eindruck, sie könnten besser sein“, erzählt Schmidbauer.

Seine Frau Juan ist als Maschinenbau-Ingenieurin in der BMW-Group tätig – zur Arbeit fährt sie täglich mit dem Rad. Auch Stefan Schmidbauer arbeitete lange in der Automobilindustrie. „Irgendwann hatte ich die Stinkeautos satt“, erzählt er, „die waren mir zu dinosaurierhaft und zu altbacken.“ Gemeinsam starteten sie den steinigen Weg von der Entwicklung eines Prototyps über das Testen und Optimieren.

Ihren ersten Prototypen ließen die beiden in München bauen. Dann gingen sie mit Spezialisten einer chinesischen Universität eine Kooperation ein und flogen 15 Mal nach China, um immer wieder Verbesserungen zu besprechen.

Eine Serie nach der anderen erprobte Stefan Schmidbauer an seinem eigenen Mountainbike auf ausgedehnten Touren im Bayerischen Wald, auf den Arber oder den Geißberg. Zurück zu Hause, schloss er die Bauteile an Messgeräte an und wertete die Leistung aus. Es gab Momente, wo er fast aufgegeben hätte. „Das Geld wurde immer weniger und die nervliche Anspannung immer größer.“ Nach drei Jahren war „efu“ endlich soweit, dass Schmidbauer in den Verkauf gehen konnte. Auch die Akkus entwickelte das Paar nach eigenen Qualitätsansprüchen. „Der Kunde ist anspruchsvoll und erwartet Qualität“, sagt Schmidbauer.

Als letzten Baustein schieben die beiden Tüftler jetzt ein Display nach, „damit ist die Entwicklungsphase beendet“. Dann wollen sie ihr Augenmerk auf die Werbung legen. „Einen Slogan haben wir schon“, der lautet: „Wir setzen ihr Fahrrad unter Storm.“

Langsam spricht sich die Möglichkeit des Fahrradumbaus herum: „Wir wachsen von Jahr zu Jahr“, sagt Schmidbauer. Der junge Unternehmer ist stolz auf das Erreichte. „Das überraschte Lachen im Gesicht, wenn sich ein Kunde auf das Rad setzt, losfährt und sieht, wie leicht das geht“, das ist auch für ihn immer ein besonderer Moment: „Wir sind eben Freudevermittler, wir schaffen positive Gefühle.“ Charlotte Borst

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