Keiner darf rein: Noch ist der Baggersee, den manche schon „Feringasee II“ nennen, gesperrt. Denn dort wird noch Kies für den Ausbau der A 99 ausgehoben, die man auf dem Bild im Hintergrund sieht. Doch dann darf die Gemeinde Unterföhring entscheiden, ob sie aus der Grube ein Biotop oder einen Badesee macht. 
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Keiner darf rein: Noch ist der Baggersee, den manche schon „Feringasee II“ nennen, gesperrt. Denn dort wird noch Kies für den Ausbau der A 99 ausgehoben, die man auf dem Bild im Hintergrund sieht. Doch dann darf die Gemeinde Unterföhring entscheiden, ob sie aus der Grube ein Biotop oder einen Badesee macht. 

Debatte um Kiesgrube

Entsteht hier der zweite Feringasee - oder doch besser ein Biotop?

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Ein neuer See entsteht bei Unterföhring dank des Ausbaus der A 99. Doch was mit dem Gewässer passieren soll, daran scheiden sich die Geister.

Unterföhring – Der See liegt versteckt hinter Bäumen und Büschen. Viel ist noch nicht zu sehen, aber diskutiert wird schon eifrig: Mit dem Kiesabbau für den Ausbau der Autobahn ist ein neuer Baggersee entstanden, der noch deutlich größer werden wird. Auf der einen Seite begrenzt ihn östlich die A 99, auf der anderen liegen im Westen Parkplätze und der Feringasee.

Ob das Gewässer künftig einmal als Badesee oder Biotop genutzt werden soll, ob er der Naherholung dient oder als Reservoir der Pflanzen- und Tierwelt – daran scheiden sich die Geister. Im Wahlkampf plädierte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) dafür, dass der neue Baggersee ein naturnaher Ort bleiben soll. Philipp Schwarz (SPD) wünschte sich einen zweiten Badesee für die Unterföhringer, der vielleicht sogar durch einen Kanal mit dem Feringasee verbunden werden sollte.

Die Gemeinde darf entscheiden

Die Autobahndirektion Südbayern hat erste Gespräche mit der Gemeinde Unterföhring und dem Erholungsflächenverein geführt. Sie hat keine eigenen Interessen an einer Nachfolgenutzung, wenngleich viel Erfahrung, denn sie hat einen Großteil der Baggerseen in der Umgebung von München zu verantworten: Viele Seen sind für den Bau der Autobahnen oder der Bahnlinien in der Region ausgehoben worden. „Eine wichtige Rolle spielt sicher der Naturschutz, da sich solche Flächen als Rückzugsorte für die Tier- und Pflanzenwelt anbieten“, sagt Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion Südbayern. Beim jüngsten Baggersee in der Region, dem Lußsee im Nordwesten von München, habe die Autobahndirektion in Zusammenarbeit mit Partnern ein Konzept einer Kombination zwischen Naturschutz und maßvoller Erholungsnutzung umgesetzt.

Noch wächst der See - die Bagger sind hungrig

Aber zunächst wird der neue Baggersee sich wohl noch in der Größe verdoppeln: Für den achtstreifigen Ausbau der A99 dürfen aus ihm bis zu 300 000 Kubikmeter Kies entnommen werden. Da die Autobahndirektion Südbayern beim Ausbau der A 99 zwischen dem Autobahnkreuz München-Nord und Aschheim/Ismaning auf ein innovatives Recyclingkonzept mit Wiedernutzung des vorhandenen Materials gesetzt hat, hat sie die vorgesehenen Abbauziele noch nicht erreicht. „Aktuell bereiten wir den Bau des nächsten Ausbauabschnitts der A99 bis Kirchheim vor, für den wir ebenfalls eine Nutzung des Kiesabbaus in Betracht ziehen“, sagt Seebacher.

Und auch für den übernächsten Autobahn-Abschnitt von Kirchheim bis Haar wird die Autobahndirektion Kies benötigen, denn auch hier will man ein Rohstoffkonzept – aus einer Kombination von Recycling und Kiesabbau – entwickeln. Bevor in Unterföhring über die Nutzung des Sees entschieden wird, soll dieser also erst noch weiterwachsen.

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