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Gemeinderat sichert Fest der Böllerschützen mit 10 000 Euro ab

Große Silvesterparty am Schlittenberg

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Die Böllerschützen wollen es beim nächsten Jahreswechsel wortwörtlich krachen lassen, und zwar nicht nur aus ihren Stutzen. Für die Bevölkerung organisieren sie im Anschluss an ihr traditionelles Neujahrsanschießen ein großes Fest am Schlittenberg mit Feuerwerk, Musik, Essen und Getränken.

UnterföhringDazu wollen sie mehrere Christkindlmarkt-Hütten in den Isarauen aufbauen und eine wetterfeste Holzhütte errichten, in der 250 Personen Platz finden.

Die Gemeinde wird die Veranstaltung mit einem Defizitausgleich von 10 000 Euro finanziell absichern. Das hat der Gemeinderat in seiner März-Sitzung mit großer Mehrheit beschlossen.

Der Termin fällt günstig, weil der beliebte Silvesterball der Gemeinde im Bürgerhaus nur alle zwei Jahre und somit erst wieder am 31. Dezember 2018 stattfindet. Zudem jährt sich zum Jahreswechsel 2017/18 ein Jubiläum im Soldaten- und Kriegerverein: Die Abteilung der Böllerschützen veranstaltet das Silvesteranschießen, das von der Bevölkerung sehr gut angenommen wird, in diesem Jahr zum zehnten Mal. Es sei „inzwischen eine gute Tradition“, schreiben Vorsitzender Joseph Peischl und Oliver Lausberg, stellvertretender Schützenmeister, in ihrem Antrag.

Gemeinde trägt Risiko

Bei hervorragenden Wetterverhältnissen erwarten die Schützen 450 bis 500 Besucher. Für die Tischreservierungen in der Holzhütte wollen die Organisatoren Gebühren erheben. Essen und Getränke sollen separat gezahlt werden. Trotzdem wird dies die Kosten, wohl nicht decken. Um das Risiko abzudecken, beantragten die Schützen den Defizitausgleich von maximal 10 000 Euro gegen Vorlage entsprechender Rechnungen. Diese Praxis fand schon bei anderen Festen in Unterföhring Anwendung, etwa bei den Burschen.

SPD-Fraktionssprecherin Jutta Schödl begrüßt zwar das Fest, lehnt die feste Hütte jedoch ab. Sie sieht einen Interessenskonflikt mit den Kindern, die am Schlittenberg rodeln: „Für den Aufbau der Holzhütte wird der Schlittenberg schon Tage vorher gesperrt und erst nach dem Abbau können die Kinder wieder rodeln.“ Zudem entstehe Verletzungsgefahr: „Da liegen dann Scherben umeinander, die man im Schnee nicht sieht.“ Ihr Vorschlag: „Wer nach dem Feuerwerk weiterfeiern möchte, kann ins Bürgerhaus oder ins Schützenheim umziehen.“

Dritter Bürgermeister Johann Zehetmair (PWU) plädierte dafür, die Lage der Holzhütte so abzustimmen, dass das Rodeln auf dem Schlittenberg trotzdem möglich ist. „Wir sind dafür bekannt, dass wir ein großes Herz für unsere Vereine haben, es lässt sich sicher beides vereinbaren.“ Jedes Fest habe „seine negativen Seiten“, sagte er. Die Rathausverwaltung habe Erfahrungen darin, die Auflagen so abzustimmen, dass ein verträgliches Miteinander abgesteckt werde, auch im punkto Lautstärke.

CSU-Fraktionssprecher Manfred Axenbeck kann der Veranstaltung nur Positives abgewinnen: „Ein Restrisiko, dass da Scherben liegenbleiben, haben wir am Feringasee und an der Isar das ganze Jahr über.“ Er sieht eher ein anderes Problem: „Man muss sich sputen, dass man Karten kriegt!“ Beim letzten Silvesterball im Bürgerhaus habe er draußen bleiben müssen, „da waren die Karten nach drei Tagen schon ausverkauft!“

Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) versicherte: „Die Auflagen werden wir festlegen und auch, wer verantwortlich zeichnet.“ Am Ende stimmte auch die SPD mehrheitlich für den Antrag. Der Defizitausgleich wurde mit 21:1 Stimmen angenommen. 

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