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Dorfratschn Vroni vor der Kamera: (v.l.) Gabi Remmersperger, Gregor Lechner als „Josef von Hollerbach“ und Walter Habereder als Kameramann Franz.

Laienspielgruppe

Unterföhringer spielen "Hollywood in Hollerbach"

Unterföhring – Mehr als ein schön eingerichtetes Wohnzimmer auf der riesigen Bühne im Bürgerhaus braucht die Unterföhringer Laienspielgruppe nicht, um die Zuschauer in die Gemeinde Hollerbach zu versetzen. Wo das Leben noch geordnet vor sich geht, wo man sich kennt und von der Arbeit seiner Hände lebt. Die idealtypische oberbayerische Gemeinde. In dieses Idyll platzt aber ein Sprössling des Ortes.

Sepp Dimpfl junior (gespielt von Gregor Lechner), jetzt nennt er sich Josef von Hollerbach, ist zu Besuch bei seinen Eltern Liesl (Beate Ilmberger) und Sepp Dimpfl senior (Bernhard Kaul). Josef von Hollerbach, der inzwischen in München zur Filmhochschule geht, sagt, dass er in Hollerbach einen Film drehen will. Dafür hat er seinen schrägen österreichischen Kameramann Franz (Walter Habereder) dabei. Die Menschen in Hollerbach sind begeistert. Endlich dürfen sie sich präsentieren. Dabei brechen aber allerlei Feindschaften auf – denn niemand gönnt dem anderen eine mutmaßlich bessere Rolle.

Filmschüler rächt sich an neidischem Dorf

Doch Josef von Hollerbach spielt mit den Bürgern nur ein Spiel. Seine Jugendfreundin Lisa (Julia Habereder) hat ihm verraten, dass sich die Dorfbewohner über ihn den Mund zerreißen. Warum er auf die Filmhochschule gehe, wo er doch dort sowieso nichts Vernünftiges lernen würde. Einzig Josefs Mutter hält zu ihm und träumt von einer Hollywoodkarriere: „Er wird der erste Hollerbacher, der so richtig berühmt wird.“

Ergebnis einer durchzechten Nacht

Das bietet Josef den Hollerbachern auch in seinem Spiel an: Sie alle sollen als Laiendarsteller in einer Zwischenarbeit für seine Hochschule mitwirken. Was sie nicht wissen: Josef und sein Kameramann Franz haben die Idee in einer durchzechten Nacht entwickelt. Die beiden wollen die Darsteller filmen, wie sie sich während der Dreharbeiten zum Affen machen. Und das tun sie.

Dorf kommt dem Treiben auf die Schliche

Der Bauer aus der Nachbarschaft (Hartmut Gentsch) verzweifelt erst am Schauspielen, geht dann aber in seiner Rolle auf, in der er als betrogener Ehemann seinen Nebenbuhler mit einem Inbusschlüssel ermorden soll. Eine der Dorfratschn versucht ihre Rolle mit verruchten Angeboten etwas unzüchtiger zu gestalten, doch sie bleibt eine Dorfratschn. Bemerkenswert spielt auch Martin Dobler in der Rolle des gemütlichen, einfachen „Dorf-Unikats“ Kraut. Der nach eigener Aussage sechs Pfund Kraut essen kann, ohne dass es ihn zerreißt. Am Ende kommen einige Hollerbacher dem Treiben von Josef auf die Schliche. Doch was dann passiert – damit hätte wohl niemand der Zuschauer gerechnet.

Uraufführung

„Hollywood in Hollerbach“ ist das sechste und neueste Theaterstück des oberpfälzer Humoristen Toni Lauerer. Die elf Laienspieler haben acht Wochen für das Stück geprobt. Die Premiere in Unterföhring war zugleich die Uraufführung des Stoffes. Ein rundes, mit Pause etwa dreistündiges Volkstheaterstück, dessen leichte Längen die Laienspieler mit Wortspielen und anderen Witzchen zu überspielen wussten.

Weitere Vorstellungen

Am Freitag und Samstag, 11. und 12. November, jeweils um 20 Uhr. Restkarten für 8,50 Euro gibt es über das Bürgerhaus Unterföhring.

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