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Die grauen Gebäude entstehen auf Flächen der Gemeinde. Die Familie Vaitl-Gloo plant in ihrem Areal zwei- bis fünfstöckige Gebäude, 1: Ärztehaus mit Palliativstation, Betreutem Wohnen und Bankfiliae; 2, 3, 4: Wohnen oder Gewerbe; 5: Hotel mit Gastronomie und Biergarten oder Büros. 

Wohnungen, Klinik, Einzelhandel

Unterföhrings neue urbane Ortsmitte

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Erstmals hat der Unterföhringer Wolfram Vaitl-Gloo seine Pläne für die neue Ortsmitte vorgestellt. Sein Konzept mit Ärztehaus, Hotel, Gastronomie , Betreutem Wohnen und etwa 70 Mietwohnungen fand im Bauausschuss Anklang. Es gibt aber auch Änderungswünsche.

Unterföhring – Gegenüber vom S-Bahnof entsteht in den nächsten Jahren das neue Zentrum von Unterföhring. Auf einer Fläche von 37 000 Quadratmetern, auf denen früher die Holzhandelsfirma Bahog und andere kleinere Firmen angesiedelt waren, soll ein lebendiges Ortszentrum entstehen, deren Mitte als Solitär das neue fünfstöckige Rathaus markieren wird. Die neue Ortsmitte soll autofrei werden und von vielen Grünflächen, Rad- und Fußwegen durchzogen sein, so die Idee des Gemeinderats. Als erstes Gebäude wird nach den Pfingstferien der Neubau für Volkshochschule und Musikschule eröffnet.

Neben den 22 000 Quadratmetern, die der Gemeinde gehören, befinden sich knapp 15 000 Quadratmeter in privater Hand. Erstmals haben nun die Eigentümer Wolfram und Josefine Vaitl-Gloo ihren Bebauungsvorschlag dem Bauausschuss des Gemeinderats präsentiert.

70 neue Mietwohnungen

Die Eigentümerfamilie hatte im Vorfeld mehrere Architekten konsultiert und sich schließlich für das Konzept des Oberbiberger Architekten Dieter Pöhlmann entschieden. Es sieht Infrastrukturmaßnahmen vor, die in Unterföhring schon seit längerem erwünscht sind: Betreutes Wohnen, ein Ärztehaus, vielleicht auch eine Portalklinik mit Notversorgung, dazu 70 Mietwohnungen.

Ein Entgegenkommen an die Gemeinde stellt der Rathausplatz dar, den die Eigentümer auf ihrer Fläche anbieten, „zu eigenen Lasten“, wie Architekt Dieter Pöhlmann feststellt, „weil ein Rathaus einen großen Vorplatz haben sollte“. Dafür setzen die Antragsteller das zentrale Gebäude des Quartiers ein Stück zurück. Dieser Komplex, in dem ein Ärztehaus, beziehungsweise eine Portalklinik, sowie eine Palliativstation, Betreutes Wohnen und eine Bankfiliale vorgesehen sind, soll in der Mitte fünf Stockwerke hoch sein und an den Rändern vier.

Hotel mit Gastronomie

An der Föhringer Allee sind zwei Zufahrten in eine zweigeschossige Tiefgarage eingeplant, in der fast alle geforderten 279 Stellplätze untergebracht werden, nur 17 Stellplätze sind oberirdisch angeordnet. Zwischen den Rampen zur Tiefgarage könnte ein Hotel mit Gastronomie errichtet werden oder alternativ Büros und Gewerbe.

Auch für diesen Komplex ist ein zurückgesetztes fünftes Dachgeschoss vorgesehen. Der Bauherr erklärte in der Sitzung, dass er keine Neuansiedlung plane, sondern einen Ersatzbau. Vaitl-Gloo erklärt auf Nachfrage, dass er Gespräche mit den Betreibern des Comfort-Hotels führe.

Entlang des Fußgängerwegs, der diagonal durch das neue Ortszentrum führen soll, und ebenso am Firkenweg sieht das Konzept Wohngebäude vor, die abwechselnd zwei und vier Geschosse haben werden, ebenso könnten Büros entstehen.

Möglichst ökologisch und viel Grün

Ins Auge springt der große Anteil an Grünflächen, auf die Wolfram Vaitl-Gloo, der im Ehrenamt Präsident des Bayerischen Landesverbands für Gartenbau und Landschaftspflege ist, viel Wert gelegt hat. Auch auf allen Flachdächern sollen den Bewohnern grüne Dachterrassen zur Verfügung stehen, auf denen eventuell sogar Beete angelegt werden könnten.

Die Nähe der Wohnbebauung zur Musikschule mit ihren Musikgärten ist in den Augen des Architekten kein Problem. „Leben gehört auch dazu“, sagt Pöhlmann, „solche Situationen gibt es überall, wo Schulen entstehen.“

Eine möglichst ökologische Bebauung sei der zentrale Gedanke des Entwurfs gewesen, betont der Architekt: Das Quartier soll viele Grünflächen mit Aufenthaltsqualität erhalten. Statt mehr Quadratmeter zu versiegeln, will der Bauherr daher lieber höher bauen, um sein Konzept mit Ärztehaus, Hotel und Betreutem Wohnen zu realisieren. Die Baudichte auf dem knapp 15 000 Quadratmeter großen Grundstück entspricht laut Gemeinde einer Geschossflächenzahl von 1,19. Der Bauausschuss kann sich dieses Konzept grundsätzlich vorstellen, allerdings stand zur Debatte, ob das Ärztehaus mit fünf Geschossen dem ebenfalls fünfgeschossigen neuen Rathaus Konkurrenz machen könnte. Mit 6:2 stimmte der Bauausschuss dafür, dass die Eigentümer sich darüber noch einmal Gedanken machen sollten. Auch wünscht die Mehrheit des Bauausschusses um genaue Angaben zu Zimmer- und Bettenzahl im Hotel, um die Verträglichkeit für die bestehenden Hotelbetriebe sicherzustellen.

Wann es losgehen könnte? „Das hängt ganz vom Gemeinderat ab“, sagt Wolfram Vaitl-Gloo auf Nachfrage. „Wenn da nichts weitergeht, bleibt das Gelände Industriegebiet.“ Er selbst habe keine Eile, stellt Vaitl-Gloo fest: „Für mich gibt es keine Notwendigkeit zu bauen.“  

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