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Gut 80 Bürger kommen zum Infoabend ins Rathaus, darunter viele Anwohner der Münchner Straße.
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Der Baustellenbereich in Unterföhring ist rot markiert. Die großräumige Umfahrung über M3, B471 und B11 in den zwölf Wochen vom 16. Juni bis 8. September ist besonders während des zweiten Bauabschnitts vom 31. Juli bis 8. September wichtig, weil für diesen Teil der Straßensanierung keine innerörtliche Umleitung eingerichte t werden kann. 

Unterföhringer Ortsdurchfahrt wird im Sommer saniert

Zwölf Wochen Vollsperrung

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Das Staatliche Bauamt Freising saniert im Sommer in Unterföhring den zweiten Teil der Staatsstraße 2053. Ab 19. Juni ist deswegen die Ortsdurchfahrt zwölf Wochen lang gesperrt. Wie diese Baumaßnahme organisiert wird, erklärten die Experten am Montag bei einem Informationsabend im Rathaus.

Unterföhring– Unter Vollsperrung wird in der Zeit vom 19. Juni bis 8. September die Fahrbahn auf der Münchner Straße (Staatsstraße 2053) in Unterföhring erneuert. „Die Straßendecken zeigen erhebliche Mängel“, sagte Josef Bichler vom Ingenieurbüro Bichler und Klingenmeier. Der Verkehr wird großräumig umgeleitet. Anwohner aber dürfen bis zu ihren Grundstücken in die Baustelle hineinfahren, ebenso ist Kunden die Zufahrt zu Geschäften und Gaststätten gestattet.

Betroffen sind 460 Meter der Ortsdurchfahrt von der Ahornstraße bis einschließlich der Brücke über den Mittleren Isarkanal. Für die Anwohner der Münchner Straße hatten die Planer vom Staatlichen Bauamt Freising aber auch eine sehr gute Nachricht: Im Zuge der Sanierung wird ein lärmmindernder Belag auf die viel befahrende Münchner Straße aufgetragen. Diese 1,5 Zentimeter dünne Schicht habe schon im südlichen Teil der Ortsdurchfahrt, der 2015 saniert wurde, bei den Anwohnern für „Begeisterung“ gesorgt, berichtete Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU), weil es deutlich leiser geworden sei. „Der Verkehrslärm wird durch die lärmarme Asphaltdeckschicht um etwa drei Dezibell gemindert“, sagte Josef Weigert vom Staatlichen Bauamt, zusätzlich sinke die Feinstaubbelastung, weil der Abrieb der Autoreifen reduziert werde.

Das Staatliche Bauamt hat die Baustelle in zwei Bauabschnitte aufgeteilt: Der erste Bauabschnitt reicht 260 Meter von der Ahornstraße bis zur Aschheimer Straße. Hier werden in der Zeit vom 19. Juni bis zum 28. Juli Fahrbahn und Gehwege saniert. In diesem Bereich ist während der sechswöchigen Bauzeit eine innerörtliche Verkehrsumleitung möglich: über die Ahornstraße, die Blumenstraße und die Aschheimer Straße.

Verbindung nach Ismaning sechs Wochen gekappt

Im zweiten Bauabschnitt wird vom 31. Juli bis zum 8. September die 200 Meter lange Strecke von der Aschheimer Straße bis kurz vor die Bauhofstraße erneuert. Weil in diesem Bereich eine innerörtliche Umleitung nicht möglich ist, bleibt dem Individual- und dem Busverkehr nur die großräumige Umfahrung über M3, B471 und B11. Allerdings können Fußgänger und Radfahrer die Baustelle passieren, weil beim zweiten Bauabschnitt die Gehwege nicht erneuert werden. Rathausmitarbeiter Thomas Scholz räumte auf die Frage einer Bürgerin ein: „Mit der Busverbindung nach Ismaning wird es in diesen sechs Wochen schwierig.“ Da solle man auf die S-Bahn nutzen. Zumal die Gemeinde Ismaning zeitgleich das Agrob-Gewerbegebiet mit einem Kreisel an die Staatsstraße 2053 anschließt, allerdings wird hierfür die Straße nur halbseitig gesperrt.

An einem Samstag, voraussichtlich am 2. September, werden beide Bauabschnitte zwischen 7 und 22 Uhr komplett gesperrt, um den lärmmindernden Belag, nahtlos in einem Guss aufzutragen. „Nur so können wir für die Lärmminderung das beste Ergebnis erzielen“, sagte Weigert.

Anliegerin regt Straßenfest an

Bürgermeister Kemmelmeyer kündigte an, dass die Baufirma die Anwohner regelmäßig durch Flyer über Maßnahmen, die sie betreffen, informieren werde. „Es wird auch ein Vorortbüro im Container eingerichtet.“ In der Fragerunde bat eine Bürgerin die Polizei, auf der Umleitung über die Blumenstraße regelmäßig Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen, denn während der Sanierung der südlichen Ortsdurchfahrt vor zwei Jahren seien in der engen Blumenstraße viele Raser unterwegs gewesen: „Die Autofahrer brettern da nur so durch“, schimpfte sie. Polizeioberkommissar Walter Rieder erklärte, dass das Empfinden von Geschwindigkeit subjektiv sei. „Mein Kollege und ich haben damals morgens und nachmittags mehrmals für je 2,5 Stunden in der Blumenstraße Messungen durchgeführt. Wir haben genau zwei Autofahrer erwischt: einen mit 45 Stundenkilometern, einen mit 46 Stundenkilometern.“ Allerdings wird die Gemeinde die Dialog-Displays aufstellen, sagte der Bürgermeister, die mit traurigen, roten Smiley, die Verkehrsteilnehmer daran erinnern, sich an die Regeln zu halten.

„Kommen die Rettungsdienste zum Poschinger Weiher?“ fragte ein Bürger. Kommandant Michael Spitzweg erklärte, dass die Feuerwehr derzeit prüfe, ob die Stahlbrücke, die zur Behelfszufahrt an die A99 führt, ausreichend tragfähig für die Einsatzfahrzeuge ist. „Im Ernstfall fährt die Feuerwehr auch durch die Baustelle“, stellte Kemmelmeyer klar. Eine Anwohnerin konnte der Vollsperrung der Münchner Straße – in Hinblick auf die zu erwartende Ruhe – durchaus Gutes abgewinnen: „Diese Straßensperrung ist für die Anwohner ja etwas ganz Besonderes. Ist es denn geplant, das Ereignis, zum Beispiel mit einem Straßenfest zum Abschluss, zu feiern?“ Die Idee sorgte für Erheiterung und spontanen Applaus im Saal. Und auch wenn das Staatliche Bauamt sich auf einen kleinen Festakt zur Eröffnung beschränkt, könnte diese Idee vielleicht im Rathaus oder unter den Anwohnern selbst noch Kreise ziehen.

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