Ein Plakat hängt schon. Bald will die Genossenschaft im Unterföhringer Bahnhof ihren Unverpackt-Laden einrichten.
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Im leer stehenden Laden im Unterföhringer S-Bahnhof will die Genossenschaft „Unterföhring miteinand“ ihren Unverpackt-Laden eröffnen.

Nach Absage der „Bar Stazione“ eröffnen die Genossen im Frühjahr

Unverpackt-Laden zieht in den Unterföhringer S-Bahnhof ein

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Die Betreiber der geplanten „Bar Stazione“ am Unterföhringer S-Bahnhof haben ihre Bewerbung überraschend zurückgezogen. Damit rückt die Genossenschaft „Unterföhring miteinand“ mit ihrem Unverpackt-Laden nach. 

Unterföhring – Unverhofft kommt oft: In Unterföhring freut sich die Genossenschaft „Unterföhring miteinand“, dass sie als Pächterin der Ladeneinheit im S-Bahnhof doch noch zum Zuge kommt. Kurz vor Weihnachten überraschte die Genossen ein Anruf aus dem Rathaus. Die erfreuliche Nachricht: Der Unverpackt-Laden mit Café darf auf die Ladenfläche im Bahnhof einziehen.

Genossen nehmen viele Aufgaben selbst in die Hand

Die ausgewählten Betreiber der ursprünglich geplanten „Bar Stazione“ am S-Bahnhof haben ihre Bewerbung zurückgezogen. Damit rückt nun, wie vom Gemeinderat in seiner Sitzung im November bestimmt, die Genossenschaft mit ihrem Unverpackt-Laden „UFG-unverpackt“ als Pächterin nach.

Im Frühjahr soll der Unverpackt-Laden eröffnen

Gestern trafen sich Vertreter der Genossen mit der Gemeindeverwaltung im Laden, um letzte Konditionen zu klären. Der Mietvertrag soll Anfang 2021 unterzeichnet werden. Die Eröffnung des Ladens ist für Frühjahr geplant.

Suche nach Personal und Lieferanten steht jetzt an

Die Freude in der Genossenschaft ist ebenso groß wie die Bereitschaft, sich am ersten großen Projekt der jungen Genossenschaft zu beteiligen. Zunächst steht die Suche nach Personal und Lieferanten an. „Wir sind offen organisiert. Alle Mitglieder können sich einbringen“, sagt Pressesprecher Matthias Gotz, selbst Unternehmensberater von Beruf.

Genossen stemmen viele Aufgaben selbst

Es gibt so viele Talente und Qualifikationen in den eigenen Reihen, dass die Mitglieder vieles selbst in die Hand nehmen: Eine Innenarchitektin plant die Ausstattung des Ladens, ein Betriebswirt übernimmt die Kostenkontrolle, ein IT-Spezialist bringt den Unverpackt-Laden ins Internet und auf die Social-Media-Kanäle. „Wir haben über 40 Aktive“, sagt Gotz, einige wollen auch gerne im Laden stehen und die Waren oder kleine Speisen zum Mitnehmen verkaufen. Das Geld für die Einrichtung sammelt die Genossenschaft zum Teil über Crowdfunding. Auf der Internetplattform „StartNext“ hat sie eine Kampagne gestartet, 15 000 Euro sind das Ziel, schon jetzt sind 13 500 Euro zusammengekommen.

Im September hatte die Gemeinde die etwa 110 Quadratmeter große, leer stehende Fläche für einen Einzelhandel mit kleinem Imbiss ausgeschrieben. Von Mai bis Oktober können zusätzliche Flächen als Terrasse angemietet werden.

Der Anruf der Gemeinde kam gerade noch rechtzeitig: „Wir hatten uns in den vergangenen acht Wochen unterschiedliche andere Adressen angesehen“, berichtet Gotz. Vier weitere Optionen standen zur Wahl, über die die Genossen zwei Stunden später abstimmen wollten. Im anberaumten Online-Treffen fiel die Entscheidung dann einstimmig für den Laden im Bahnhof.

Aktionen bei großen Arbeitgebern geplant

Dieser Standort bietet die Chance, in der neuen Ortsmitte gut erreichbar zu sein, sowohl für die Mitarbeiter im Gewerbegebiet als auch für die Unterföhringer aus dem Wohngebiet. Mit Arbeitgebern wie der Allianz Deutschland und ProSiebenSat1 knüpfen die Genossen gerade Kooperationen. So dürfen sie bei der Allianz beispielsweise ihre Produkte oder das Mehrwegsystem vorstellen, das sie im Ort einführen wollen.

Gründe für den Rückzug von Stephan Matheiowetz und Stephan Fritsch mit ihrer „Bar Stazione“ sind bisher noch nicht bekannt.

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