Einsam im Vereinsheim: Fritz Seidler, zuletzt Vorsitzender, Liederwart und Kassier in Personalunion, jetzt Liquidator des Vereins. 
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Einsam im Vereinsheim: Fritz Seidler, zuletzt Vorsitzender, Liederwart und Kassier in Personalunion, jetzt Liquidator des Vereins. 
Die Sakkos hat er fein säuberlich in Schutzhüllen verpackt. 
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Die Sakkos hat er fein säuberlich in Schutzhüllen verpackt. 
Die Fotos von 1954 und 1994 zeugen von der großen Geschichte des MGV Oberföhring. Seikler wechselt zum MGV Unterföhring. Da wohnt er eh.
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Die Fotos von 1954 und 1994 zeugen von der großen Geschichte des MGV Oberföhring. Seikler wechselt zum MGV Unterföhring. Da wohnt er eh.
Die Fotos von 1954 und 1994 zeugen von der großen Geschichte des MGV Oberföhring. Seikler wechselt zum MGV Unterföhring. Da wohnt er eh.
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Die Fotos von 1954 und 1994 zeugen von der großen Geschichte des MGV Oberföhring. Seikler wechselt zum MGV Unterföhring. Da wohnt er eh.
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Der Liquidator

Verein zum Sterben verurteilt

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Der Männergesangverein Oberföhring ist nach 123 Jahren Geschichte. Die letzten Mitglieder haben in diesem Frühjahr die Auflösung schweren Herzens beschlossen.

Oberföhring/Unterföhring -  „Wir haben keine Perspektive mehr gesehen“, sagt Fritz Seidler, der Jahrzehnte Vorsitzender einer einst sehr munteren Runde war; obwohl er selbst in Unterföhring wohnt.

Etwas einsam sitzt er im Vereinsheim im Oberföhringer Bürgerpark, hinter ihm Gardinen aus den achtziger Jahren, Zinnteller und gerahmte Urkunden. 52 Jahre sang Seidler als zweiter Tenor. „Ich singe gerne im Chor, es macht mir unheimlich Spaß“, sagt der 76-Jährige und lacht sein fröhliches sonores Lachen, das häufig erklingt, trotz des traurigen Anlasses.

Seidler ist mit seinen Sangesbrüdern durch Höhen und Tiefen gegangen. Eine eingeschworene Gruppe, die jeden Dienstag im Haus 1 im Oberföhringer Bürgerpark ihre Lieder probte. „Einige Jahre waren wir wirklich gut.“ Viele Auftritte hat der Männergesangverein bestritten, ein gemischter Haufen, kein bisschen staubig oder steif, dem nicht nur das gemeinsame Singen Laune machte. Die Männer unternahmen Ausflüge, feierten Feste und hielten ihr Vereinsheim, das einst als Baracke des Luftwaffenlazaretts diente, in Schuss. „Vom Außenputz bis zum Dach“, sagt Fritz Seidler.

1965 waren es noch 30 Mitglieder

1965 trat er dem Männergesangverein Oberföhring bei. „Damals hatten wir 130 Mitglieder.“ Ein Kollege hatte den gebürtigen Badener mitgenommen, und der fühlte sich auf Anhieb wohl: „Da habe ich normale Leute kennengelernt, Beamte, Maler, Maurer, wir hatten großen Spaß.“ Fritz Seidler übernahm zuerst das Amt des Liederwarts, später war er immer wieder Vorsitzender, „gefühlt rund 30 Jahre“: „Aber in den letzten Jahren sind wir so geschrumpft, dass ich alle Ämter in einer Person vereint habe, Liederwart, erster Kassier, zweiter Kassier, Vorsitzender.“

Für sein Engagement in Oberföhring erhielt Fritz Seidler 2004 die Medaille „München leuchtet“, weil der gelernte Kaufmann über 40 Jahre im Vereinsleben des Münchner Ostens verwurzelt war. Das Kuriose daran ist, dass Seidler nie ein Münchner war: Seit 1961 lebt er in Unterföhring, und die Unterföhringer haben ihn schon mehrmals für ihren Männergesangverein abwerben wollen. Bisher vergeblich.

Beim 100-Jährigen sangen noch 50 Männer mit

Fotos aus besseren Zeiten schmücken die Wände: Beim Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen sangen noch gut 50 Männer mit. Beim 115-jährigen Geburtstag im Jahr 2009 traten nur noch elf Sänger in ihren blauen Jackets auf. Um neue Mitglieder zu gewinnen, verteilten die Sänger damals 6000 Handzettel in den Oberföhringer Briefkästen. „Es kam null Reaktion, die Jungen wollen sich nicht mehr zu einem festen Termin in der Woche verpflichten“, glaubt Seidler. Und erzählt: „Wir mussten öffentliche Auftritte absagen, weil wir nicht mehr in der Lage waren, vernünftig zu singen.“ Und den letzten acht Sangesbrüdern wurde klar: „Der Verein ist zum Sterben verurteilt.“

Jetzt trägt der 76-Jährige als Liquidator den Verein zu Grabe. Die kostbare Vereinsfahne hat er abgehängt und ins Museum gebracht, alle Noten aus den Schränken geräumt und die Fotos an den Wänden verschenkt. Der MGV Oberföhring ist verstummt. Doch Tenor Fritz Seidler will bald wieder singen: „Ich werde mich jetzt ein bissl erholen und dann dem Männergesangverein Unterföhring beitreten. Die kennen mich ja schon.“ 

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