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Der große Saal : Die Holzdecke wird nicht durch eine schwarze Gipsbetondecke ersetzt. 

VHS-Musikschule: Es wird noch einmal teurer

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Beim Neubau für Volkshochschule und Musikschule mit Tiefgarage hat der Gemeinderat Unterföhring mehrheitlich eine Budgetüberschreitung von rund 450 000 Euro genehmigt.

UnterföhringDer Neubau, in den schon 2018 VHS und Musikschule einziehen sollen, wird als erstes Gebäude der Unterföhringer Ortsmitte gegenüber dem S-Bahnhof erreichtet. Die Kosten waren bisher auf 26 Millionen Euro festgesetzt worden. Weil sich aber während der Planungsphase zeigte, dass der im März schon früh festgelegte Kostenrahmen um 481 000 Euro überschritten wird, hatte der Gemeinderat die Architekten um Sparmaßnahmen gebeten. Das Büro Hirner und Riehl schlug daraufhin in der Sitzung des Gemeinderats Einsparungen von rund 215 000 Euro vor: Verzichtet werden könnte zum Beispiel auf Schutzbeton an den Fundamenten der Tiefgarage oder auf die Holzdecke im Saal. Aufgrund der vielen Technikelemente an der Decke sei das Holz ohnehin nur teilweise sichtbar, argumentierten die Architekten, da könnte man auch eine schwarze Gipsbetondecke einziehen.

Die Gemeinderatsmitglieder sahen jedoch in den meisten Vorschlägen einen Qualitätsverlust und beschlossen lediglich Einsparungen in Höhe von rund 30 000 Euro. So werden leichtere Türen eingebaut, was auch den Kindern unter den Nutzern entgegenkommen soll, und einfachere Treppenbrüstungen realisiert, was ohnehin eleganter wirke und weniger kompliziert zu konstruieren sei, wie der Vertreter des Architekturbüros erklärte.

Mehrheitlich war sich das Gremium einig, jetzt nicht aus Kostengründen auf Dinge zu verzichten, die eventuell in ein paar Jahren fehlen und für noch mehr Geld nachgerüstet werden müssten – „so wie derzeit am S-Bahnhof“, sagte PWU-Fraktionssprecher Manuel Prieler, wo eine Rolltreppe nachgerüstet werden soll. „Ich tendiere dazu, dass wir es bei den Planungen belassen, die wir haben“, sagte Prieler. Gisela Fischer (Grüne) warnte: „Ich habe den Eindruck, dass wir Dinge herumschieben und am Ende keinen Cent einsparen. Das Architekturbüro muss ja auch für die Umplanungen bezahlt werden.“

Allerdings zeichnete sich ab, dass die Kosten eventuell nach der Ausschreibung nochmals steigen könnten. „Die Baubranche boomt, man findet kaum Firmen. Die Auftragsbücher der Handwerker sind voll“, sagte Gisela Fischer. So voll, dass die Betriebe bei öffentlichen Ausschreibungen schon mal astronomisch hohe Preise anbieten können. Entweder in der Hoffnung, bei einem Zuschlag richtig Geld verdienen zu können oder um den Auftrag, der eigentlich nicht benötigt wird, auch nicht zu bekommen.

Der Vertreter des Architekturbüros riet dem Gemeinderat daher: „Es wäre sinnvoll, einen Puffer einzuplanen, weil wir derzeit bei dem Projekt von den Firmen stark erhöhte Preise bekommen.“

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