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Erste Exemplare der Festschrift verteilt: (v.l.) Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer, Thomas Schmid, Mathilde Wolfertstetter, Weihbischof Graf Rupert zu Stolberg, Pfarrer Markus Brunner, Pfarrer Carsten Klingenberg und Axel Gottwald.
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St. Valentin mit angestrahltem Zwiebelturm.

Neujahrsempfang der Kirchengemeinde Unterföhring

Weihbischof ermutigt zum Glauben

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Im Kirchenschiff war schon zehn Minuten vor Beginn des Festgottesdienstes kein Sitzplatz mehr frei. So groß war der Andrang im schönen Barockkircherl, dass viele stehen mussten. Im Schmuckstück ihrer Gemeinde versammelten sich die Unterföhringer, um „300 Jahre St. Valentin“ zu feiern.

Der prachtvolle Altar, die vielen Festgäste und die Predigt des Weihbischofs Graf Rupert zu Stolberg machten das Patrozinium zu einem glanzvollen Auftakt des Jubiläumsjahres. Und von der Empore herab versetzten Kirchenchor und Instrumentalisten unter der Leitung von Johannes Böckler die rund 200 Kirchenbesucher in feierliche Stimmung.

Über Jahrhunderte hätten die Menschen in der Kirche St. Valentin Stärkung in der Not gesucht und auch Gott gedankt, blickte zu Stolberg zurück: „Heute hat der Glaube für viele Menschen als Platzhalter ausgedient, für alles, was man früher nicht erklären konnte.“ Warum der Glaube auch für den modernen Menschen wertvoll ist? „Durch den Glauben oder die Beziehung zu Gott wird mein Leben weiter und tiefer. Es bekommt eine Dimension, die mir Freude und Dankbarkeit gibt“, bekannte Rupert zu Stolberg. Er appellierte: „Als Christen haben wir den Auftrag, andere mitzunehmen.“ Wie das gehen soll? Dazu zitierte er ein Sprichwort aus Lateinamerika: „Rede nicht über den Glauben, sondern lebe so, dass du danach gefragt wirst.“ Er wünschte den Unterföhringern: „Auch heute sollte das Hören auf die Stimme Gottes die Grundmelodie des Pfarrlebens sein.“ Und die Kirche ein lebendiger Ort.

Beim anschließenden Neujahrsempfang im Pfarrheim spannte Gastgeber Thomas Schmid als Vorsitzender des Pfarrgemeinderats einen Bogen von der Welt- zur Kommunalpolitik. Er kritisierte die Entwicklung einer Zwei-Klassen-Gesellschaft: „Die besseren Kreise kaufen sich Hilfen für Haushalt, Pflege und Kindererziehung ein. Wer weniger gut gestellt ist, kann froh sein, wenn er Mindestlohn erhält.“ Auch vor Ort in Unterföhring sieht er Handlungsbedarf: Mehr bezahlbarer Wohnraum sei auch in Unterföhring nötig. 

In seiner Ansprache warf Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) einen Blick auf das, was die Gemeinde im neuen Jahr erwartet: Im April soll Spatenstich sein für den Schulcampus, „ab 2020 haben wir dann viele Unterföhringer Kinder auch unter der Woche im Ort“. Auch mit dem Bau des Sportparks geht es 2018 los. Am Bajuwarenring errichtet die Gemeinde 18 Mietwohnungen. „Um die Abschaltung des Kohleblocks im Heizkraftwerk werden wir weiter ringen“, kündigte Kemmelmeyer an. Er hofft, dass der Durchbruch gelingt – wie beim vierspurigen Ausbau des Föhringer Rings.

 Nachdenkliche Worte fand der evangelische Pfarrer Carsten Klingenberg. „Die vielen Angebote in Unterföhring haben manchmal für die Vertreter der christlichen Gemeinden etwas Erdrückendes.“ Er wünschte den Bürgern im Kirchen-Jubiläumsjahr ein lebendiges Glaubensleben. „Wir haben eine Botschaft, die den Menschen vor Ort etwas gibt, was die Einrichtungen nicht geben können: Halt.“

Festschrift „300 Jahre St. Valentin“:

Das gibt es wohl kein zweites Mal: „Die schöne Barockkirche St. Valentin am Isarhochufer blickt auf eine Geschichte von 300 Jahren zurück“, sagte Pfarrer Markus Brunner, und betonte: „Gleichzeitig ist sie ganz modern – ausgestattet mit einer Wandheizung, die ökologisch aus der Geothermie gespeist wird.  Dass die Unterföhringer sich um ihr Barockjuwel, das lange auch ein Marienwallfahrtsort war, immer sehr gekümmert haben, fiel Mathilde Wolfertstetter, auf, als sie Informationen und Bilder für eine sammelte. „Sie haben sie gepflegt und großzügig unterstützt“, sagte Wolfertstetter bei der Vorstellung der Immer wieder trugen Wohltäter und Stifter sowie die politische Gemeinde zum Erhalt bei. 2010 und 2011 wurde eine neue Orgel eingebaut und die Kirche innen und außen renoviert. „300 Jahre St. Valentin Unterföhring“ liefert spannende Details über den Kirchenpatron, zur Baugeschichte und über die vielen Kunstwerke im Inneren. Im Jubiläumsjahr sind neun Veranstaltungen geplant. Die gebührenfreie Festschrift liegt in der Kirche und im Bürgerhaus aus. Das Heimatmuseum präsentiert ab 6. Mai eine Ausstellung zum Kirchenjubiläum.

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