Mini-Impfzentrum im Unterföhringer Bürgerhaus: Landrat Christoph Göbel und Andreas Kemmelmeyer haben bei der Organisation eng zusammen gearbeitet.
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Mini-Impfzentrum im Unterföhringer Bürgerhaus: Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer, Malteser-Geschäftsführer Dieter Wünsche und Landrat Christoph Göbel (hinten v.l.) haben bei der Organisation eng zusammen gearbeitet.

Erster dezentraler Impftag findet in Unterföhring statt – weitere Kommunen folgen

Wenn der Impfstoff zu den Senioren kommt

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Unterföhring – Über 100 immobile Menschen über 80 Jahre sind gestern in Unterföhring geimpft worden. Den ersten dezentralen Impftag für Gehbehinderte und Hochbetagte hat das Landratsamt gemeinsam mit der Gemeinde organisiert.

Viel Dankbarkeit war rund um das Bürgerhaus zu erleben. Für die über 80-Jährigen, denen der Weg ins Impfzentrum Haar aufgrund ihrer körperlichen Verfassung zu beschwerlich ist, hat das Landratsamt gemeinsam mit der Gemeinde den Impftag organisiert.„Es ist großartig“, sagt Erika Holzhauser, die vor 15 Minuten geimpft wurde und mit ihrem Rollator schon wieder auf dem Heimweg ist. Bei der Terminvergabe hat das Unterföhringer Sozialamt Vorarbeit geleistet und die über 100 Senioren zwischen 9 und 16 Uhr einbestellt. Wer ins Bürgerhaus kommt, wird schon mit Namen begrüßt. Vier Kabinen haben Messebauer im Saal errichtet. Pro Viertelstunde werden vier Personen geimpft. „Unsere Ü80 kommen sehr pünktlich“, sagt Christine Bloching vom Malteser Hilfsdienst. Sie ist mit acht Kollegen vor Ort, dieses Team haben die Malteser vom Haarer Impfzentrum nach Unterföhring entsandt.

Hier läuft alles wie im Haarer Impfzentrum ab

Zuerst meldet man sich an, wenn alle Formulare ausgefüllt sind, geht es zum Arztgespräch, anschließend zum Impfen mit dem Biontech-Pfizer-Vakzin. Im hinteren Teil des Saals stehen Stühle. Hier ruhen sich die Senioren nach der Impfung noch etwas aus.

Auch Josefine Sellmeier wartet hier, bevor ihr Sohn sie nach Hause begleitet, und nimmt gerade ihren ausgefüllten Impfpass entgegen. Eine Krücke lehnt an ihrem Stuhl. Die frisch Geimpfte schaut zufrieden, „es geht mir gut“, sagt die 87-Jährige. Sie ist froh über das Impfangebot vor Ort. In drei Wochen, am 24. März, kommt das Malteser-Team zum zweiten Termin, und danach wird einiges einfacher für die Witwe. „Meine Kinder, Enkel und Urenkel können dann endlich wieder zu mir kommen.“ Auch die Besuche im Unterföhringer Pflegeheim bei ihrer Schwester werden sorgenfreier, „sie ist ja auch schon geimpft, und ich will unbedingt zu ihr gehen, solange sie lebt.“

In weiteren Kommunen sollen Impftage und auch Impfbusse folgen

Landrat Christoph Göbel (CSU) ist in enger Abstimmung mit weiteren Gemeinden, die Impftage für über 80-Jährige organisieren wollen. „16 Gemeinden haben sich interessiert gezeigt“, sagt Göbel. Die Vorbereitungen laufen, sodass in den kommenden Wochen nach Möglichkeit in allen Landkreis-Kommunen , in denen kein Impfzentrum ansässig ist, ein dezentraler Impftag stattfinden kann.

Kommen darf nur, wer einen Termin hat

Zusätzlich sollen Impfbusse einzelne Gemeinden anfahren, sobald größere Mengen Impfstoff vorliegen. Die Hilfsdienste der Impfzentren werden dann nach etwa fünf Tagen Vorarbeit Impftage für angemeldete Personen der priorisierten Gruppen in umgebauten MVV-Bussen durchführen. „Das Wichtigste ist, dass man keine Impfmüdigkeit aufkommen lässt“, sagt Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU). Er weiß, dass viele Senioren nicht so mobil sind, dass sie sich auf den Weg nach Haar zum Impfzentrum machen können. „Bevor sie sagen: Das ist zu beschwerlich, dann lassen wir es lieber, ermöglichen wir vor Ort eine Impfung.“  

Die nächsten Impftage:

Folgende Gemeindeimpftage sind aktuell in Planung – kommen darf man aber nur, wer mit Termin einbestellt ist:

06.03.21 Ismaning, Aschheim

08.03.21 Neuried

13.03.21 Kirchheim

16.03.21 Oberschleißheim

17.03.21 Feldkirchen

18.03.21 Garching

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