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Comfort-Hotel und Hackerbräu-Wirtshaus sollen im Jahr 2025 zugunsten von Wohnungen weichen.  

Areal an der Bahnhofstraße 

Wohnungen statt Feringa-Bräu 

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Der Traum der Pächter ist geplatzt: Statt Hotel und Wirtshaus sollen Wohnungen an der Bahnhofstraße entstehen. Die Gemeinde hat Fakten geschaffen. 

Unterföhring – Für Gesprächsstoff haben in den vergangenen Wochen die Pläne für ein zentrales Stück Unterföhring gesorgt: Es geht um das Grundstück an der Bahnhofstraße 15, auf dem die Hackerbräu-Wirtschaft und das Comfort-Hotel stehen.

Während die Gemeinde als Eigentümerin des Grundstücks dort Wohnanlagen bauen will, haben die Betreiber des Comfort-Hotels und der Gaststätte „Zum Hackerbräu“ andere Pläne. Pächter Martin Kemmer möchte das Gelände am liebsten in Erbpacht übernehmen und ein neues Hotel bauen, dazu ein Wirtshaus mit hauseigener Brauerei und eigenem Unterföhringer Craft-Beer. 16,5 Millionen Euro würde der Unternehmer investieren, der Geschäftsführer der Hotelmanagement-Firma „Place Value“ ist und Hotel und Wirtschaft seit Jahren pachtet. Gemeinsam mit Hotel-Direktor und Wirt Uwe Völker hatte er seine Ideen für das „Wirtshaus zum Feringa-Bräu“ im Ort schon publik gemacht. Sie warben für ihre Vision in einer Broschüre, die die Unterföhringer in ihren Briefkästen fanden.

Doch der Traum von Brauerei und Gasthaus ist nun ausgeträumt: Die Gemeinde will auf ihrem Grund Wohnungen bauen, um dem großen Bedarf nachzukommen. Mit 19:2 hat der Gemeinderat in seiner Sitzung beschlossen, einen Bebauungsplan für das Areal zwischen Bahnhofstraße, Johanneskirchner Straße und Sudetenstraße aufzustellen. 

Im Flächennutzungsplan ist hier bereits ein „Allgemeines Wohngebiet“ ausgewiesen. Sobald der Pachtvertrag im März 2025 abgelaufen ist, werden Comfort-Hotel und „Hackerbräu“ wohl abgerissen und dann Wohnungen gebaut werden. Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) versicherte in der Gemeinderatssitzung aber, dass der Pachtvertrag erfüllt werde.

Für die Gemeinde ist das 2446 Quadratmeter große Grundstück, das sie im Herbst 2015 erwerben konnte, von großer Bedeutung: Es sei „sehr exponiert“ sagte Kemmelmeyer, weil es in der Nähe der neuen Ortsmitte liege. Manfred Axenbeck (CSU) bekräftigte die Priorität für Wohnungen: „Das Signal, was wir auf dem Grundstück wollen, ist gut und zur richtigen Zeit gesetzt.“ Untersucht wird auch, ob auf dem gemeindeeigenen Grundstück an der Sudentenstraße 1a-c, wo die Baugesellschaft München Land Wohnungen in Mehrfamilienhäusern vermietet, nachverdichtet werden kann.

Eine florierende Gastronomie liegt dem Gemeinderat durchaus am Herzen, jedoch wohl eher an anderer Stelle: Der Gemeinderat hat bereits beschlossen, das ehemalige Wirtshaus „Zum Gockl“ an der Münchner Straße abzureißen und neu zu bauen, samt Wohnungen in den oberen Etagen. Auch in der neuen Ortsmitte soll es Lokale geben.

Weil sie Abriss und Neubau des „Gockls“ grundsätzlich ablehnt, stimmte Jutta Schödl (SPD), gemeinsam mit einem weiteren SPD-Gemeinderatsmitglied, gegen den Bebauungsplan: „Wenn wir nicht in das Comfort-Hotel einsteigen, warum planen wir dann den Gockl?“, fragte sie.

Aus seiner Erfahrung als Betreiber mehrerer Hotels steht für Martin Kemmer jedenfalls fest, dass Hotel und Wirtshaus zusammengehören: „Um eine Brauerei samt Wirtshaus vernünftig betreiben zu können, ist das Hotel notwendig“, sagt er. Der Zuspruch aus der Bevölkerung für das Feringa-Bräu-Konzept sei groß. Seine Vision sei „keine Eintagsfliege“: „Selbstverständlich halten wir daran  fest, nicht zuletzt auch wegen der Verantwortung gegenüber der rund 20 Mitarbeiter, von denen einige schon sehr lange bei uns arbeiten.“

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