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„Super Bayern": Public Viewing im Landkreis

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Jasmin Jedras (25) und Daniel Honner (26) © Michalek

Unterföhring – Sie schwiegen, sie schimpften – um dann doch noch ausgelassen zu feiern: Für die große Mehrheit der rund 300 Fußballfans im Feuerwehrhaus Unterföhring war am Samstag um 22.33 Uhr die Welt in bester Ordnung.

„Super Bayern, super Bayern!“, schallte es gleich nach dem Abpfiff des Champions-League-Finales durch die voll besetzten Public-Viewing-Reihen.

„Pfeif’ endlich ab, du A…“, fordert ein aufgewühlter Bayern-Anhänger den Schiedsrichter Nicola Rizzoli in der Nachspielzeit auf. Zwei Minuten zuvor hatte Arjen Robben seinen FCB gegen Borussia Dortmund mit 2:1 in Führung geschossen und die Zentrale der Freiwilligen Feuerwehr in ein Tollhaus verwandelt.

Endlich brechen sich die Emotionen ihre Bahn: Während der 90 Minuten im Londoner Wembley-Stadion kann man die Spannung mitunter fast greifen, so still ist es. Sieht man einmal von lauten Zwischenrufen und den Jubelarien bei den Toren ab. Beim Dortmunder Ausgleich durch den von Ilkay Gündogan verwandelten Strafstoß machen sich auch die wenigen BVB-Fans bemerkbar, hoffen wieder für ihre Elf, die in der Anfangsphase so furios aufgespielt hatte und die Bayern-Anhänger leiden ließ.

Ein einziges schwarz-gelbes Trikot ist im Feuerwehrhaus auszumachen, und mit Jasmin Jedras (25) trägt das eine in Oberföhring lebende gebürtige Dortmunderin. Neben ihr fasst sich Daniel Honner (26) immer wieder an den Kopf. Der Niederbayer hatte sich aus gegebenem Anlass ein Bayern-Leibchen zugelegt und gibt mit seiner Freundin ein süßes, „gemischtes“ Pärchen ab. Vor dem Anstoß war nicht klar, ob die beiden auch gemeinsam nach Hause gehen - weil ja nur eine Mannschaft gewinnen konnte. „Natürlich gehe ich mit“, macht Jasmin schließlich gute Miene zum Münchner Triumph. „Wir waren nahe dran, aber nach der tollen Saison und den letzten Finalpleiten haben es die Bayern auch verdient!“

Diese Ansicht vertritt auch Bernhard Riederer vom FC-Bayern-Fanclub „Rot-Weiße-Föhringer“. „Wir haben uns deutlich gesteigert. Und es ist toll, dass ausgerechnet Robben das Siegtor gemacht hat. Der hat so viele Chancen vergeben und doch nie aufgesteckt“, sagt der 68-Jährige.

Die Feuerwehr und der Fanclub organisierten erstmals gemeinsam ein Public Viewing. Die „Rot-Weißen-Föhringer“ hatten bis dato regelmäßig in die alte Gemeindehalle eingeladen. „Die Feuerwehr hat die Lokalität und die Gerätschaften, da macht es Sinn, sich zusammen zu tun“, erklärt der Fanclub-Vorsitzende Markus Lang. Neben ihm steht Stefan Ganser, Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr - er freut sich auf einen „Abend mit toller Stimmung und am besten ohne einen Einsatz“ für die Feuerwehr.

Auch die beiden Beamten von der Polizeiinspektion 26 sind sehr entspannt: Herbert Kreuzer und Kerstin Lech leisten so genannte „Präventivarbeit“ und schauen kurz nach dem Rechten. „Man kennt sich ja gut, und ich gehe davon aus, dass es keine Probleme gibt“, erklärt Dienststellenleiter Kreuzer. Und schon setzt das Duo seine Runde durch die Public-Viewing-Events in den benachbarten Gemeinden fort.

„Ich bin sicher, dass eine süddeutsche Mannschaft gewinnt“, liegt Stefan Ganser mit seinem Tipp schließlich goldrichtig, geht nach dem Abpfiff in der singenden, johlenden und hüpfenden Menge unter. „Jetzt können sie plötzlich feiern, die Erfolgsfans. Vorher war’s lange verdächtig ruhig“, flüchtet sich eine Dame vom kleinen BVB-Tisch in Ironie.

Guido Verstegen

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