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Das Rathaus, ein 40 Jahre alter Betonbau an der Münchner Straße hat seine Spitznamen weg: „Föhringer Klettergarten“ oder „Burg Eckardtstein“.

Für Neubau gegenüber dem Bahnhof

Unterföhring reißt sein Rathaus ab

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Unterföhring – Das Rathaus Unterföhring wird abgerissen. Ein Neubau wird im Zentrum der neuen Ortsmitte gegenüber vom S-Bahnhof errichtet.

Der Gemeinderat hat die Verlegung des Rathauses in die neue Ortsmitte einstimmig beschlossen. Dem waren Anträge von PWU und CSU vorangegangen.

Der Neubau soll sich in das städtebauliche Konzept des Büros Hirner und Riehl einfügen, das den ersten Preis im Architktenwettbewerb gewonnen hat. Die Architekten sehen ein freistehendes Gebäude im Schnittpunkt der Fuß- und Radwege in der neuen Ortsmitte vor, das als einziges vierstöckig werden soll.

Simone Guist (PWU), die ebenso wie Betina Mäusl, Thomas Weingärtner und Gisela Fischer im Preisgericht mitgewirkt haben, erklärte: Das Rathaus sei ideal, um das Ensemble tagsüber mit Leben zu füllen. Zweite Bürgermeisterin Betina Mäusl (CSU), Gisela Fischer (Grüne) und Thomas Weingärtner (SPD) berichteten, dass in Gesprächen mit den Fachpreisrichtern am Rande des Wettbewerbs das Rathaus übereinstimmend quasi „ins Zentrum der Ortsmitte geschubst“ worden sei.

In einer zweiten Abstimmung beschloss das Gremium überraschend früh, dass das bestehende Rathaus abgerissen wird und die frei werdende Fläche an der Münchner Straße in die Umsetzung des Unterföhringer Seniorenkonzepts miteinbezogen wird. Während die PWU beantragt hatte, zunächst ein Konzept für die Nachfolgenutzung an der Münchner Straße zu erarbeiten und dann erst über Abriss oder Sanierung zu beraten, ging die CSU in ihrem Antrag einen Schritt weiter und legte den Abriss nahe. „Das Rathaus entspricht in vielen Bereichen nicht mehr den heutigen Anforderungen einer prosperierenden Gemeinde“, argumentiert Fraktionssprecher Manfred Axenbeck. Gutachten zu EDV, Brandschutz, Energie und Elektrik hätten das ergeben. Das Gebäude sei inzwischen auch zu klein für die Verwaltung.

Obwohl die Entscheidung über Abriss oder Sanierung ja eigentlich noch ausstand, folgte das Gremium der Initiative von Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU), der beide Anträge zusammenfasste und leicht abänderte, so dass mit 19:4 schließlich der Abriss entschieden war. Dageben stimmten die beiden Grünen sowie Simone Guist und Udo Guist (beide PWU). 

Die Geschichte des Rathauses:Vom Blauen Kasten zur Burg Eckhardtstein

Vor dem Bau des derzeitigen Rathauses an der Münchner Straße war die Gemeinde Untermieterin in der Schule: Der Bürgermeister regierte mit seiner vierköpfigen Verwaltung aus drei Zimmern heraus im Erdgeschoss der Schule, dem sogenannten blauen Kasten. Der Gemeinderat traf sich im Kellergeschoss. Als die Schülerzahlen stiegen, beschloss der Gemeinderat unter Bürgermeister Ernst Eckhardt Anfang der 70er Jahre den Neubau, der als zentrale Mittelpunkt der 4000-Einwohner-Gemeinde geschaffen werden sollte. Der Entwurf von Hans Rach sah kaum einen rechten Winkel vor: Laut Gemeindechronik wurde im Richtspruch vom „Lockeren, Leichten und Bizarren“ gesprochen: Schnell hätte das außergewöhnliche Haus im respektlosen Bürgermund den Namen „Föhringer Klettergarten“ oder „Burg Eckhardtstein“ erhalten. 1975 bezieht das Personal vorerst nur das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss. Das dritte und vierte Stockwerk wurden zur Büronutzung vermietet. Die Baukosten: 6,3 Millionen Mark

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