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Gute Erfahrungen hat die Gemeinde Grünwald mit ihrem blauen Bus, dem Linientaxi, gemacht.

Privatbus in die Isarau

Unterföhring startet eine eigene Buslinie

Unterföhring leistet sich – losgelöst vom MVV-System – eine eigene Buslinie, um die Isarau an den öffentlichen Nahverkehr anzubinden. Für Bus und Fahrer will die Gemeinde etwa 300 000 Euro pro Jahr ausgeben. Im Stundentakt soll ein kleiner Dieselbus sechs Haltestellen auf einer Ringlinie anfahren.

Die Isarau ist ein grünes, ruhiges Wohnviertel mit engen Sträßchen, etwas abgeschieden zwischen Mittlerem Isarkanal und Isarhang gelegen. Der Altersschnitt steigt, und für manch einen Bewohner ist der Auf- oder Abstieg ins Oberdorf beschwerlich geworden.

Doch der MVV hat diesen Ortsteil bisher nicht an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Mehrmals haben Bürger sich daher hilfesuchend an die Gemeinde gewandt. Seit Juli 2015 arbeitet diese an einer Lösung – jetzt ist eine kommunale Buslinie mit 12:8 beschlossen worden, gegen die Stimmen der Grünen und der SPD.

Ein kleiner Dieselbus wird ab September auf einer Ring-Route durch die Isarau zum S-Bahnhof fahren. Das Angebot will die Gemeinde zunächst zwei Jahre – bis zum September 2019 – erproben.

Kosten liegen bei 300 000 Euro für zweijährige Erprobung

Von montags bis samstags soll der Bus von 7 Uhr bis 19 Uhr sechs Haltestellen im Stundentakt bedienen. Die Gemeinde rechnet aufgrund von MVV-Schätzungen mit Kosten von 300 000 Euro für den zweijährigen Erprobungszeitraum. Der Fahrpreis für die Bürger steht noch nicht fest. Bei einem 60-Minuten-Takt ist der Bus 20 Minuten unterwegs und hat dann – voraussichtlich an der Bahnhofstraße – 40 Minuten Wartezeit.

Der behindertengerechte Bus wird Platz für etwa 20 Fahrgäste bieten, davon zehn Sitzplätze. Auch für Rollatoren und einen Rollstuhl soll es Abstellraum geben.

Anschluss für die Isarau: Sechs Haltestellen fährt der Kleinbus ab September montags bis samstags im Stunden-Takt an. 

Ursprünglich wollte die Gemeinde die Isarau mit ihrer erfolgreichen Ortsbuslinie 232 anbinden, sobald dieses auf Elektrobetrieb umgestellt wird, musste sich aber 2016 von dieser Idee verabschieden, weil die Straßen in der Isarau zu eng für den MVV-Elektrobus sind. Für eine Bus-Linie in Eigenregie befragte die Gemeinde im Vorfeld die 210 Haushalte der Isarau. 106 Antworten kamen zurück, wobei sich ein Patt ergab: 53 Haushalte wünschen den Bus, 53 lehnen ihn ab. Dennoch entschied der Gemeinderat im Herbst mit 20:2 Stimmen, die Buslinie zwei Jahre mit einem Benzin-Sprinter zu erproben, weil dieser leiser ist.

Der MVV musste die Gemeinde aber auch in diesem Punkt enttäuschen: Kleinbusse gibt es nur mit Dieselantrieb. Als Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) diese Variante am Donnerstag zur Abstimmung stellte, war er überrascht, als Albert Kirnberger (SPD) erklärte: „Es ist von der Zielsetzung nicht viel übrig geblieben.“ „Abgas und Lärm“ der Diesel-Linie seien „erheblich“. Ein Anruf-Sammel-Taxi sei in der Isarau sinnvoller. So sieht es auch Johannes Mecke (Grüne).

Günter Peischl (PWU) entgegnete dem: „Die Zielsetzung ist, die Isarau an das Verkehrsnetz anzubinden.“ In fünf Jahren sei eventuell ein E-Kleinbus verfügbar. Der Bürgermeister erinnerte, dass die Einführung eines Ruftaxis schon einmal geprüft, aber dann verworfen worden sei.

Haltestellen:

Im Einlinienverkehr soll der Bus gegen den Uhrzeigersinn folgende Haltstellen abfahren: S-Bahnhof, Ecke Isaraustraße/ Bergstraße (neue Haltestelle), Kanalstraße Höhe Schlittenberg (neue Haltestelle), Kanalstraße Höhe Brücke (neu), Rathaus, Hofäckerallee, S-Bahnhof.

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