Zähe Verhandlungen für zwei Rolltreppen

Unterföhring - Ganz dicke Bretter muss die Gemeinde Unterföhring bohren, wenn es um die Rolltreppen am S-Bahnhof geht: Die Gemeinde lässt prüfen, unter welchen Bedingungen zwei zusätzliche Rolltreppen am Nord- und Südende des S-Bahngleises in Unterföhring nachgerüstet werden können. Allerdings verläuft die Zusammenarbeit mit der Bahn und dem Eisenbahnbundesamt zäh.

„Es ist noch kein Streif am Horizont in Sicht“, sagte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU). Seit 1,5 Jahren bemüht sich die Verwaltung, eine Machbarkeitsstudie voranzutreiben, „wir brauchen sehr viel Geduld“, auch weil bei den Behörden ständig die Ansprechpartner wechseln. Das Eisenbahnbundesamt sei „eine schwerfällige Behörde“.

In der Mitte des Bahnsteigs gibt es bereits Rolltreppen und einen Lift. Doch man möchte nachbessern: Mitte 2013 beantragte die PWU-Fraktion, auch an beiden Enden des Gleises Rolltreppen einzubauen, wie es in der Stadt München üblich ist. Das würde Erleichterungen bringen für Gehbehinderte, Eltern mit Kinderwägen und Berufstätigen mit Rollkoffern, die sich lange Fußwege sparen könnten. Die CSU ergänzte damals den Antrag: Alternativ soll auch der Einbau von senkrechten Liftanlagen geprüft werden.

Im März 2014 wurde schließlich ein Ingenieurbüro beauftragt, um eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Inzwischen steht das Büro mit der DB Station & Service in Kontakt. Schwierigkeiten sieht die Bahn vor allem bei den Sperrpausen: Die S8 müsste während der Einbauarbeiten für die Rolltreppen pausieren. Solche Sperrpausen sollten allerdings schon 1,5 Jahre vorher angemeldet werden. Erschwernd kämen die geplanten Ausbauarbeiten auf der S1 hinzu. Die Bahn rechnet mit einer Realisierung nicht vor 2018.

„Für uns ist es unbefriedigend, dass man mehrere Monate braucht, bis man einen Ansprechpartner erhält und nochmals Monate, bis man eine schriftliche Antwort bekommt“, klagte Kemmelmeyer, „aber wir werden weiterhin alle 14 Tage bei der Bahn vorstellig werden“. Und er fügte hinzu: „Am meisten stinkt es mir aber, dass ich 2002 gegen den Einbau der Rolltreppen gestimmt habe. Sonst hätten wir sie heute schon.“ Damals hatte sich die Mehrheit der Gemeinderatsmitglieder gegen den Einbau der Rolltreppen an den beiden Enden des Bahnsteigs ausgesprochen, obwohl die Planer sie ursprünglich vorgesehen hatten. Ein plötzlicher Einbruch der Gewerbesteuereinnahmen bewog die Gemeinderäte zum Sparen.

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