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Drei Bürgermeister für Unterföhring: Andreas Kemmelmeyer (r.) verleiht seinen Vorgängern Franz Schwarz (l.) und Klaus Läßing den Ehrentitel „Altbürgermeister“.

Kemmelmeyer zieht Bilanz bei der Unterföhringer Bürgerversammlung

"Die Unterföhringer sind reich und jung"

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Unterföhring - Was hat die Gemeinde Unterföhring im vergangenen Jahr angeschoben und umgesetzt? Eine beeindruckende Bilanz zog Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer in der Bürgerversammlung – vor rund 120 Zuhörern.

Hinter einige Punkte kann Kemmelmeyer (PWU) schon ein Häkchen machen, andere sind noch im Werden: „Wenn ich auf das zurückliegende Jahr blicke“, sagte er, „dann war 2016 besonders ein Jahr der Planungen, so wie 2014 und 2015 besonders die Jahre der Grundsatzbeschlüsse waren. Das Jahr 2017 und seine Folgejahre werden nun die Jahre der Umsetzung sein.“

Professionell präsentierte Kemmelmeyer seine Bilanz und traf dabei einen sehr warmen und verbindlichen Ton. Flankiert von den Amtsleitern des Rathauses, die auf der Bühne saßen, führte sein Vortrag die Besucher, die auf einer Leinwand den Straßenplan sahen, wie bei einem Ortsspaziergang von Projekt zu Projekt, gut 16-mal machte er Station (siehe unten).

Kemmelmeyer dankte, „dass das Miteinander und Füreinander in Unterföhring so gut funktioniert“. Sein Dank galt dem Gemeinderat, der Verwaltung und den Firmen: 120,6 Millionen Euro Gewerbesteuer sind 2016 bis dato in die Gemeindekasse geflossen, mit 100 Millionen Euro habe man gerechnet. Besonders aber dankte Kemmelmeyer den Helfern des Asylarbeitskreises. 

Viel Lob kam von Landrat Christoph Göbel (CSU): „Unterföhring hat einen großen Beitrag geleistet, dass wir den großen Ansturm schaffen konnten.“ Die Helfer hätten ein Netzwerk geknüpft, das beachtlich sei. Durch die Kreisumlage sei Unterföhring „ein Hauptsponsor des Landkreises“, und mit Blick auf die Geburtenzahlen sorgte er für Gelächter, als er bemerkte: „Die Unterföhringer sind reich und jung. Arm, aber sexy, das muss ein Unterföhringer nicht von sich sagen.“ 

Viele Anregungen von den Bürgern

Nach dem Bericht des Leiters der Polizeiinspektion (Bericht folgt) waren die Bürger mit ihren Anregungen an der Reihe. Rudolf Blöchl bat um eine funkgesteuerte Hörunterstützung im Sitzungssaal. Josef Trundt (Agenda 21) regte unter Applaus eine Anlaufstelle für junge Erwachsene ab 16 Jahren an. Hierzu aber sah Kemmelmeyer „die Eltern in der Pflicht. Die Gemeinde als Verwaltung kann sich nicht um alles kümmern“. Mahnend wies Trundt auf die Verkehrsbelastung hin, die mit dem Baugebiet zu befürchten sei, das die Stadt München zwischen Dornach und Unterföhring plane. Kemmelmeyer sagte, dass er hier mit der Stadt im Gespräch sei. Der Landrat erklärte: „Um eine Ertüchtigung der M3 kommen wir nicht herum.“

Dario Munari ist Anlieger in der Bauhofstraße, er kritisiert, dass das Tempo-20-Verkehrszeichen abgebaut wurde und die Schranken an den Rettungszufahrten zur A99 offen stehen würden, was zu Schleichverkehr führe. Kemmelmeyer sagte zu, dass die Gemeinde dies mit der Autobahnmeisterei kläre. Er informierte, dass die Bauhofstraße ertüchtigt wird und ein Geh- und Radweg entsteht. 

Gabi Ederer beschwerte sich über die durchgezogenen Leitplanken an der B471: Beim Ausbau des Autobahnanschlusses seien Radfahrer und Fußgänger vergessen worden. Göbel versprach, diesen schon bekannten Missstand mit der Autobahndirektion zu klären. Es sei lebensgefährlich, wenn die Radfahrer ihre Räder über die Leitplanke heben würden, um die Straße zu überqueren.

Der evangelische Pfarrer Carsten Klingenberg regte eine Bushaltestelle an der Aschheimer Straße an. 

Uschi Linke beschwerte sich über den Autoverkehr von Badegästen an der Kleingartenanlage. Ortsfremde würden die Navigationssysteme über den Feldweg statt über die M3 führen. 

Keine Bußgelder für Besucher des Unterföhringer Tisches

Walter Donaubauer berichtete, dass die Polizei Strafzettel an Kunden der Unterföhringer Tafel verteilt hatte, die ihr Auto am St. Valentinsweg geparkt hatten. Das werde er sich noch einmal anschauen, versprach Hauptkommissar Albert Bauer, „wir sind ja nicht päpstlicher als der Papst“.

Ersatz für den geschlossenen Mietpartyraum ?

Michael Axenbeck kritisierte: „Es gibt in Unterföhring keine Möglichkeit mehr, private Feiern zu schmeißen.“ Seine Frage: „Gibt es eine Alternative zur Schließung des Mietpartyraums?“ Kemmelmeyer sagte dazu, es habe Anwohnerbeschwerden, aber auch organisatorische Probleme gegeben. „Der Mietpartyraum ist und bleibt zu.“ Der Feststadl werde gebaut, sobald 2018 die daneben geplante Tiefgarage fertig sei. Zudem soll in der Ortsmitte „etwas für Jüngere entstehen“, ein Bistro oder eine Schischa-Bar.

Projkete:

Kemmelmeyer nannte folgende Projekte: Erweiterung der Kläranlage, Lämschutz an der A99, Aufzüge an den Wohnanlagen Fichtenstraße, Brücke über den Isarkanal, Parkhaus und Tiefgarage im Gewerbegebiet, Sanierung des Sportzentrums, Umgestaltung an der M3/ Dieselstraße, Ortsrandeingrünung, Sportpark, den Schulcampus, Feuerwehrstandort, Ortsmitte, Buslinie für die Isarau, E-Buslinie als Pilotprojekt, Ausbau der Geothermie und den Bau von Mietwohnungen (Einheimischenprojekt) Germanenweg.

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