Unterföhringer erobern ihre Bibliothek

Unterföhring - Seit 2,5 Jahren ist die Gemeinebibliothek in Betrieb. „Seither hat sie einen riesigen Entwicklungssprung gemacht.“ Leiterin Ilse Werner berichtet, dass die Ausleihen um 30 Prozent angestiegen sind. „Viele Leute kommen täglich und halten sich stundenlang bei uns auf.“

Ilse Werner stellte dem Kulturausschuss ihren Jahresrückblick vor und zog das Fazit: „Die Bibliothek ist zu einem kommunalen Treffpunkt geworden.“

Genau das war das Ziel des Gemeinderates und jetzt zeigt sich: Das Bürgerhaus und seine Räume werden angenommen. Die Bibliothek als Herzstück des modernen Gebäudes zieht Jung und Alt an und belebt das neue Zentrum, mit dem viele Bürger anfangs noch fremdelten.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 105 026 Medien entliehen. Die Zahl der Besucher lag bei 49 500. Das sei ein „sehr hoher Wert“ im Vergleich mit anderen Bibliotheken, sagt Ilse Werner. Sie hatdiese genaue Zahl dank eines eingebauten Zählsystems im Eingangsbereich ermittelt.

„Gerade der erste Stock hat sich zu einem Treffpunkt für Familien entwickelt“, sagte Werner: „An manchen Nachmittagen wird es voll, lebendig und lebhaft bis laut. Aber das nehmen wir in kauf“, auch wenn es für manche älteren Leser gewöhnungsbedürftig sei. „Aber wir freuen uns, dass die Familien kommen.“

Eine beeindruckende Wendeltreppe aus Stahl verbindet die drei Stockwerke. Lindgrün sind die abgerundeten Bücherregale, in denen die Medien präsentiert werden. „Große Anziehungskraft hat das Lesecafé im zweiten Obergeschoss“, berichtete Ilse Werner, „es wird vor allem von Erwachsenen gerne angenommen“.

Schmökern im Café

Stundenlang schmökern sie in Zeitungen und Zeitschriften - 60 Abos hat die Bücherei - und ein stark frequentierter Caféautomat lädt zum Verweilen. Hohe Fenster und viele Ausblicke vermitteln eine großzügige Atmosphäre. Hier vergisst man gerne die Zeit.

Die Zahl der „aktiven Leser“, dazu gehören Menschen, die mindestens einmal pro Jahr ein Medium ausleihen, liegt bei 2359 Personen. „Das ist etwa jeder vierte Unterföhringer, und die Zahl steigt langsam an“, sagt Werner. „Wahnsinnig gut“ genutzt werde der Onlinekatalog: Werner fällt auf, dass viele Nutzer fast jeden Abend nach neuen Medien suchen.

Wichtig ist der Bibliotheksleiterin die Aktualität des Medienbestands: 2876 neue Medien hat sie 2012 angeschafft. „Wir wollen aktuell sein, aber nicht mehr so sehr wachsen.“ Es fehle der Platz für eine große Erweiterung, denn viel Wert legt Ilse Werner auf eine gute Präsentation der Medien, von denen inzwischen ein Drittel Non-Books, also DVDs und CDs sind.

Sehr beliebt sind auch die fünf Internet-Zugänge, auch bei den Kindern, die sich auf Kinder-Portalen im Internet amüsieren. Gewünscht wird immer wieder W-Lan. Aber das sei bisher noch ein Problem, sagt Ilse Werner: „Manche Besucher wollen sich ins Lesecafé setzen und im Internet surfen. Aber hier ist noch die Frage, wie man den Jugendschutz für die Internetnutzung einbaut.“

Die Bibliothek pflegt einen sehr engen Kontakt zu Kindergärten, Krippen und zur Schule. Auch die Leseförderung ist ein Schwerpunkt. Die Ausleihzeiten unter der Woche haben sich mittlerweile in den Abend verlagert: „Viele Kinder besuchen den Hort“, erklärt Werner, „die Leute kommen zwischen 17 und 18.30 Uhr“.

Neue Öffnungszeiten

Der Samstagvormittag ist besonders gefragt: „Viele Leute verbinden einen Einkauf auf dem Markt mit dem Besuch der Bibliothek“, Väter würden am Samstag oft mit ihren Kindern vorbeischauen. „Eine günstige Verbindung“, findet Werner. Und das geht erst, seit der Gemeinderat die neuen Öffnungszeiten durchgesetzt hat.

Die Bindung an die Bibliothek fördern die Vorlesenachmittage und die regelmäßig ausverkauften Kindertheater-Stücke. Bisher war der Eintritt kostenlos. Ab Herbst soll er drei Euro kosten.

Die nächste Neuerung ist nun die digitale Ausleihe von Buch- und Musikdateien. Immer mehr Besucher würden sich diese noch bequemere Art der Ausleihe wünschen: „Im Juli wird es soweit sein“, sagte Werner. Die Unterföhringer Bibliothek startet zusammen mit acht anderen Bibliotheken in einem Verbund (wir berichteten).

Lob erhielt das Bibliotheksteams im Kulturausschuss: „Die Bibliothek wird gelebt“, sagte Bürgermeister Franz Schwarz (SPD). Günther Ernstberger (PWU) befand: „Toll, wie die Mannschaft ihr Angebot vorangetrieben hat. Die Bibliothek zieht die Leute an.“ icb

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