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Hier entsteht eine Bettenburg:  Ein Investor will zwei der drei Oktavian-Türme zum Boardinghaus umbauen.

Im Oktavian-Bürokomplex in Unterföhring

Boardinghaus mit 835 Betten durchgedrückt

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Unterföhring – Ein Boardinghaus mit bis zu 850 Betten entsteht in den Oktavian-Häusern am Ortseingang von Unterföhring. Weil der Investor drohte, noch größere Ausmaße von 1180 Betten durchzudrücken, stimmte der Gemeinderat zähneknirschend zu.

Die drei markanten, achteckigen Bürotürme am südlichen Ortseingang von Unterföhring wurden im Jahr 1992 erbaut. Schon lange sucht der Grünwalder Investor für seine leer stehenden Bürohäuser eine neue Nutzung. Seine bisherigen Anträge hatte die Gemeinde aber immer abgewiesen. Diesmal aber hat er Erfolg, auch wenn das den Unterföhringer Kommunalpolitikern ganz und gar nicht schmeckt. Sie schluckten die Kröte, um Schlimmeres zu verhindern.

Die Firma PG Münchner Str. GmbH will zwei der drei Oktavian-Türme an der Münchner Straße zu einem Boardinghaus umbauen und sie mit einem Gang verbinden. Zielgruppe eines solchen Beherbergungsbetriebs sind Mitarbeiter von Firmen, die für eine längere Dauer eine Unterkunft, meist mit Kochgelegenheit, benötigen. Im Erdgeschoss entsteht eine öffentlich zugängliche Gastronomie. Der dritte Turm soll Bürogebäude bleiben, in dem sich aber auch Dienstleister wie Ärzte oder Therapeuten einmieten können.

Mehrmals war der Grünwalder Investor, der sich zuvor Grundkontor Projekte GmbH nannte, mit der Idee gescheitert, in den Okatvian-Häusern Studentenapartments einzurichten und diese dann weiterzuverkaufen.

Gemeinderat fühlt sich erpresst

Diesmal zäumte er das Pferd neu auf und gewann dabei geschickt die Rückendeckung des Landratsamtes: Im April 2016 stellte er in Unterföhring eine Voranfrage für ein riesiges Boardinghaus mit 1560 Betten. Die Unterföhringer lehnten ab. „Das hielten wir nicht für ortsverträglich“, berichtete Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU).

Auch dem Landratsamt war das zu groß. Dann aber einigte sich die übergeordnete Behörde Ende August mit dem Investor auf eine reduzierte, aber immer noch sehr mächtige Variante: Die PG Münchner Straße GmbH erhielt einen genehmigten Vorbescheid für ein Boardinghaus mit 1180 Betten in zwei der drei Türmen.

Mit diesem Papier in der Tasche stellte der Investor den Unterföhringern eine nochmals abgespeckte Variante vor von 850 Betten in zwei Oktavian-Häusern. Jetzt konnten die Unterföhringer nicht mehr Nein sagen, ohne vom Landratsamt überstimmt zu werden.

Man habe keine rechtliche Handhabe, sagte Bürgermeister Kemmelmeyer in der Sitzung des Gemeinderats, man könne wenigstens aber eines der drei Gebäude von der Hotelnutzung freihalten: „Wenn wir es ablehnen, hat die Firma angekündigt, dass sie in allen drei Gebäuden 1180 Betten realisiert.“

„Ich finde das einen Wahnsinn“, zürnte Josef Ebert (CSU), „so ein Riesenhotel unseren familiengeführten, mittelständischen Hotelbetrieben vor die Nase zu pflanzen. Da fühle ich mich erpresst.“ Die Gemeinderäte der anderen Fraktionen teilten seine Bedenken. Johann Zehetmair (PWU) stellte fest: „Man muss es nüchtern sehen, dass wir ein stumpfes Schwert haben.“ Jutta Schödl (SPD) hofft, dass der Komplex mit neuer Fassade etwas ansprechender aussehen wird. Der Gemeinderat stimmte der Änderung von Büro- zu Boradinghausnutzung mit 18:2 Stimmen zu, dagegen votierten Josef Ebert und Lorenz Ilmberger (beide CSU).

Viele Auflagen für den Umbau

Jetzt wird ein vohabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt, allerdings mit einigen Bedingungen: In den Häusern Münchner Str. 12 und 14 wird das Boardinghaus mit 576 Zimmer und 835 Betten eingerichtet. Die Zahl der Stellplätze wird von 390 auf 595 erhöht, die Freiflächen vergrößert und die Fassade freundlicher gestaltet. Die Gemeinde schreibt zudem vor, dass die Kunden maximal vier Wochen – anstelle von sechs bis neun Monaten – im Boardinghaus wohnen dürfen. Der Investor muss schließlich auch die Folgen für die Beherbergungsunternehmen in Unterföhring und München analysieren und negative Auswirkungen behebeben, heißt es im Beschluss.

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