Unterföhringer Heimspiele auf Heimstettner Rasen

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Für die Fußballer des FC Unterföhring ist der Aufstieg in die vierthöchste Fußballliga in Sichtweite: Die Mannschaft ist auf dem Sprung in die Regionalliga. Weil das FCU-Stadion an der Bergstraße aber die Vorgaben nicht erfüllt, wird – im Falle des Aufstiegs – der FCU seine Heimspiele auswärts austragen, und zwar in Heimstetten.

Unterföhring – Der Gemeinderat hat unter großem Publikumsinteresse einstimmig die Finanzierung für die Mitbenutzung des Heimstettener Stadions bewilligt und dem Antrag des FCU-Vorsitzenden Franz Faber zugestimmt: 30 000 Euro zahlt die Gemeinde pro Saison, damit die Unterföhringer im Heimstettner Stadion kicken können.

„Die Gemeinde wird die Platzmiete übernehmen, der FCU wird von den Eintrittsgeldern alle anderen Kosten, wie etwa das Honorar für die Schiedsrichter, zahlen“, sagte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU): „Wir drücken dem FCU jetzt die Daumen für den Aufstieg.“

Das FCU-Stadion an der Bergstraße taugt nicht für Regionalliga-Spiele, das haben Polizei, Feuerwehr und Vertreter des Bayerischen Fußballverbands nach einer Besichtigung festgestellt. Der Platz in der Isarau liegt mitten im Wohngebiet an einer Sackgasse. Zu wenig Parkplätze, kein Platz zum Rangieren für die Mannschaftsbusse und nur rund 600 Zuschauerplätze. 2500 Leute – die Mindestanforderung an eine Regionalliga-Spielstätte, würde man hier nicht unterbringen. Das Chaos wäre vorprogrammiert. Diese Mängel zu beheben wäre aber „kostspielig und schwer umsetzbar“, sagte Bürgermeister Kemmelmeyer in der Sitzung des Gemeinderats: „Das würde weit mehr kosten als die 30 000 Euro Mietkosten pro Saison.“

Zwar plant Unterföhring bereits einen regionalligatauglichen Platz, aber der wird voraussichtlich erst 2020 im modernen Sportpark an der Mitterfeldallee eröffnen. Bis dahin muss eine Zwischenlösung her. Der Vorstand des FCU hatte sich in den vergangenen Wochen bei den Nachbarvereinen informiert, beim FC Aschheim, beim VFR Garching und beim SV Heimstetten, unter welchen Bedingungen der FCU im Aufstiegsfall seine Heimspiele in deren Stadien austragen könnte. Das kostengünstigste Angebot machte nach Angaben des FCU-Vorsitzenden Franz Faber der SV Heimstetten.

Doch auch dieses Angebot war noch verhandelbar: Die vom SV Heimstetten ursprünglich geforderte Investitionskostenpauschale von 30 000 Euro plus einer Nutzungsgebühr von 1500 Euro pro Spiel für Strom, Reinigung, Parkplatzpflege und so weiter (das wären bei 17 Heimspielen 25 500 Euro gewesen) lehnte Bürgermeister Kemmelmeyer ab. „Eine Investitionskostenpauschale ist kommunalrechtlich nicht möglich“, erklärte er. Damit hätte sich Unterföhring an den vollzogenen Baumaßnahmen, wie Flutlicht, Fan-Eingrenzungen, Medienplätzen und so weiter, beteiligen sollen. Das schloss Kemmelmeyer jedoch in einem Telefonat mit dem Vorsitzenden Ewald Matejka und der Zweiten Bürgermeisterin Marianne Hausladen (CSU) aus. „Insgesamt waren 55 000 Euro im Gespräch“, sagte Kemmelmeyer: „Wir zahlen nicht mehr als 30 000 Euro.“

Im Gemeinderat waren sich dann alle einig, den sportlichen Erfolg des Unterföhringer Traditionsvereins unterstützen zu wollen. „Das ist nur konsequent“, sagte Andreas Post (SPD), „und es ist gut für das Renommee von Unterföhring, wenn sein Fußballclub in der höchsten deutschen Amateurklasse Deutschlands spielt.“ Günter Peischl (PWU) appelliert: „So eine Mannschaft hat nicht jeder. Wir sollten für die verbleibenden Spieltage Daumen drücken.“

Am Freitagabend stimmten auch die Mitglieder des FCU für diese Lösung: Die Fans wollen ihren Verein, der in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen feiert, auch in Heimstetten unterstützen.

Rubriklistenbild: © Förtsch/Archiv

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