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Längst ist das Sonnwendfeuer auf der Glonner Wiese zu einem beliebten Besuchermagnet geworden. foto: Burschenverein
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Gründungsfoto der „Birker-Gesellschaft Unterhaching“ von 1892 - heute bekannt als Birker Burschen. fotos (2): Burschenverein
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Der Burschenverein heute: 28 junge Unterhachinger sind mit Eifer dabei, das Gemeindeleben lebendig zu gestalten.
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Vom maroden Maibaum, 2008 umgelegt, blieb damals nur der höchste Maibaumstammtisch Bayerns. Damals in vier Metern Höhe, heute auf dem Boden. Gern nehmen die Birker-Burschen hier noch mal Platz (v.l.): Vorsitzender Franz Maier junior, Erwin Nunberger und Jan Niggemann sowie Vize-Vorsitzender Alexander Czerny.

125 Jahre Birker Burschen

Wirtshaus-Rauferei als Namensgeber

Die „Förderung des sittlichen Gesellschafts- und Gemeinsinns durch Theater, Gesang und Ball“ haben sich die Birker Burschen auf die Fahne geschrieben. Das ist jetzt 125 Jahre her. Den Vorsatz beherzigen sie heute noch, wenn auch in zeitgemäßer Weise. Eine Kostprobe davon gibt es im gesamten Jubiläumsjahr 2017

Unterhaching „Gegründet wurde unser Verein damals als Birker-Gesellschaft Unterhaching“, erzählt Vorsitzender Franz Maier. Die Pflege des Brauchtums, der Kameradschaft und Geselligkeit sind heute Trumpf. Die Amtszeit des 25-Jährigen ist auf 2017 beschränkt, schon im nächsten Jahr sind Neuwahlen. „Bei uns ist der schnelle Wechsel gewollt“, sagt Maier. Niemand könne sich so auf den Lorbeeren ausruhen und gibt „seinem“ Jahr eigene Ideen und Vorstellungen. Etwa bei der Sonnwendfeier oder neueren Kreationen wie dem Sautrog-Rennen oder dem Tankstellenfest mit GoKart-Rennen. Es darf halt auch gern mal zur Sache gehen.

Jeder bereichert Verein auf seine Weise

Schon der Name „Birker“ stammt vermutlich von einer Wirtshausschlägerei, die früher schon mal mit Birkenprügeln ausgetragen wurde. Und was macht der Vorsitzende, wenn er sich mal nicht für die 27 Burschen zwischen derzeit 18 und 50 Jahren engagiert? „Dann lasse ich Leute verschwinden“, antwortet er und grinst. Des Rätsels Lösung: Maier arbeitet als Veranstaltungstechniker bei der Staatsoper München, die Bühne hat es ihm angetan.

 Überhaupt sind bei den Burschen vielerlei Berufe vertreten. „Elektriker, Metallbauer, angehende Lehrer und Notare, Köche, Schreiner oder Drechsler“, zählt Alexander Czerny (22) auf. Er ist Vize-Vorsitzender und Landschaftsgärtner im Olympia-Park München. Viele der Burschen sind gleichzeitig auch Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr. Jeder von ihnen bereichert den Verein auf seine Weise. Zu den erfahrenen Burschen zählen der Landwirt Jan Niggemann (41), seit 18 Jahren dabei und Erwin Nunberger (45), ein Banker. „Ich bin einer der wenigen, die schon beim 100. Jubiläum dabei waren“, sagt er und ist schon ein bisserl stolz. „Heiraten kann man auch später“ lautet sein Motto – dem blieb er bislang treu.

Wer heiratet, der fliegt

Jeder männliche Unterhachinger ab 16 Jahren kann ein Birker werden. „Nur wer heiratet, der fliegt“, erklärt Franz Maier ein ehernes Gesetz. In der Festschrift zum 100. Jubiläum ist zu lesen: „Da 1986 bis 1990 eine wahre Heiratssucht wütete“, seien nur noch überwiegend sehr junge Burschen eingeschrieben gewesen. Wer freilich einmal dazu gehörte, bleibt der Gemeinschaft meist als Altbursche verbunden. Ein funktionierendes Netzwerk. „Ohne ihre Hilfe könnten wir viele der Feste gar nicht so gestalten“, lobt Maier. Dazu zählt etwa das Herrichten und Aufstellen des Maibaums alle vier Jahre. Eine vergnügliche, aber arbeitsintensive Ehre. Die Wachhütte steht seit 2016 am Oberweg.

Der Maibaum wurde noch nie geklaut

Die Zeit der Wache versüßen sich die Burschen recht kreativ, beispielsweise mit einer Afterwork-, Madl- oder Cuba-Wache. Musik, Tanz und Partystimmung inklusive. Aber auch Erfolg. Denn gestohlen wurde der Unterhachinger Maibaum noch nie. Die allmonatliche Mitgliederversammlung findet im Gasthaus Kammerloher statt. „Seit 1968 wird genau davor der Maibaum aufgestellt“, erzählt Erwin Nunberger. Der nächste ist erst wieder 2020 fällig, nachdem der letzte, 2013 aufgestellte, dem Blitz zum Opfer fiel. 2016 wurde der Stamm abgetragen, was eine Änderung des Vier-Jahres-Rhythmus nach sich zog.

Der Birker Burschen-Verein Unterhaching zählt zu den ältesten Burschenvereinen Bayerns. Dem wird im Jubiläumsjahr mit zahlreichen Veranstaltungen Rechnung getragen

Das Programm im Jubiläumsjahr:

4. März: Winterfeuer auf der Glonner Wiese 

13. April: Maibaumwache in Ottobrunn 

20. Mai: Kabarettabend mit „Knedl & Kraut“ 

17. Juni: Sonnwendfeier (Ausweichtermin: 24. Juni) 

9. Juli: Festgottesdienst mit anschließendem Zug durch Unterhaching und Feierlichkeiten im Bierzelt auf dem Bürgerfest 

22. Juli: Jubiläumsfeier im Wertstoffhof Unterhaching mit der „Notausstiegs-Partyband“. 

Mehr Infos: www.birkerburschen.de

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