Zivilstreifen

Unterhaching führt Sicherheitswacht ein

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Unterhaching - Die bayerische Sicherheitswacht ist keine Hilfspolizei, für die Polizei aber eine wertvolle Hilfe. Dieses Instrumentarium des Innenministeriums wird jetzt auch in Unterhaching eingeführt.

„Das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung leidet“, sagt Wolfgang Ziolkowski, Leiter der Leiter der Abteilung „Sicherheit und Ordnung“ bei der Gemeinde Unterhaching. Er macht das an einigen Zahlen fest. So sei die Gesamtzahl an Straftaten im Ort in den vergangenen zehn Jahren mit 900 bis 1000 pro Jahr relativ konstant geblieben; Rohheitsdelikte würden eine untergeordnete Rolle spielen. Aber: Eklatant angestiegen, so Ziolkowski, sei neben Sachbeschädigungen und Vandalismusschäden die Zahl der Einbruchsdiebstähle. Gab es derer bis 2013 nur durchschnittlich neun pro Jahr, so waren es 2014 schon 32 und 2015 sogar über 50. 

Und eine Sicherheitswacht – also von der Polizei speziell geschulte Zivilstreifen – soll diese Probleme beheben? Ziolkowski verweist auf die „sichtbare Präsenz“ der entsprechend uniformierten Streifen – und auf die bisherigen Erfahrungen der Polizei: „Die sind durchweg positiv. Auf die selben Effekte hoffen wir, wenn in Unterhaching bekannte Brennpunkte bestreift werden.“ 

In der bayerischen Sicherheitswacht wirken aktuell 766 Bürger mit, die zuvor 40 Stunden lang von der Polizei geschult werden und für ihre Dienste eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde erhalten. Die grundsätzliche Idee, seit 1994: Öffentliche Sicherheit und Ordnung ist nicht allein Aufgabe der Polizei, sondern eine der gesamten Gesellschaft. Mit der freiwilligen und ehrenamtlichen Einbindung verantwortungsbewusster Bürger soll einer „Unkultur des Wegschauens“ wirkungsvoll entgegengetreten werden, heißt es beim Innenministerium, das die Zahl der Sicherheitswachtler auf 1000 ausdehnen möchte. 

Nun also, wie unter anderen schon in Haar und Taufkirchen, auch in Unterhaching. Die Streifen tragen das Leibchen der Sicherheitswacht, sind nicht bewaffnet, verfügen aber über das Recht zur Identitätsfeststellung und Platzverweisung. Juristische Basis ist das Bayerische Sicherheitswachtgesetz. Vorausgesetzt wird ein einwandfreier Leumund, wie der CSU-Fraktionsvorsitzende Richard Raiser im kommunalen Hauptausschuss betonte: „Es können nicht Hinz und Kunz mitmachen. Aspiranten werden von der Polizei zuvor genau durchleuchtet.“ 

Der Unterhachinger Polizeichef Stefan Schraut wird in der Gemeinderatssitzung am 24. Februar, wenn die Einführung der Sicherheitswacht endgültig beschlossen werden soll, seine positiven Erfahrungen aus dem Nachbarort Taufkirchen darlegen und eine Empfehlung für Unterhaching aussprechen. Dann kann er auch auf Bedenken von Grünen-Chefin Claudia Köhler eingehen. Sie mutmaßt, dass einerseits die Polizei durch die Schulungsmaßnahmen unnötig überstrapaziert werde und zu gleich de Gefahr bestehe, personell bei der Polizei zu sparen.

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