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Drei Jahre lebte Eberhard K. (l.) an der Katharinenstraße in Unterhaching. Nachbarn entdeckten am 18. Juni 1990 die Leiche des Versicherungskaufmanns.

Ungeklärte Mordfälle im Landkreis

Grausamer Tod hinter verschlossener Tür

  • Patricia Kania
    vonPatricia Kania
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Unterhaching - Drei Wochen lag die Leiche von Eberhard K. in seiner Wohnung in Unterhaching. Nachbarn entdeckten den Toten am 18. Juni 1990 - übersät mit Stichwunden. Wer hat Eberhard K. das angetan? Die Frage bleibt bis heute unbeantwortet.

Zum letzten Mal wird Eberhard K. am 31. Mai 1990 lebend gesehen. Drei Wochen später schöpfen die Nachbarn Verdacht. Die Rollläden der Zwei-Zimmer-Wohnung an der Katharinenstraße sind seit Tagen heruntergelassen. Der Briefkasten quillt über. Das ist ungewöhnlich. Verreist sein konnte der 48-Jährige auch nicht. Denn dann gab er einer Nachbarin immer Bescheid, die in dieser Zeit seine Blumen gießt. Sie hat einen Schlüssel zur Wohnung. Die Nachbarn beschließen, in K.’s Wohnung nach dem Rechten zu schauen. Merkwürdigerweise ist die Tür abgeschlossen. Was sich dahinter befindet, versetzt den Anwohnern einen gewaltigen Schock. 

Eberhard K. liegt spärlich bekleidet auf dem Boden im Flur. Seine Leiche ist übersät mit Stichwunden. Um den Hals liegt eine Schlinge. Durch die ganze Wohnung ziehen sich Blutspuren. Alle Räume sind verwüstet. Noch am selben Tag wird eine Obduktion veranlasst. Die Münchner Kriminalpolizei gibt später in ihrem Pressebericht bekannt: Eberhard K. starb an den tiefen Stichen im Brustbereich. Er verblutete grausam. Die Ermittler gehen von einen Raubmord aus. 

Verschiedenste Spuren werden in K.’s Wohnung gesichert. Zu einem Täter führen sie allerdings nicht. Der Diplom-Kaufmann Eberhard K. war geschieden und lebte seit drei Jahren in Unterhaching. Er arbeitete für eine Versicherungsfirma. K. lebte sehr zurückgezogen, war aber sehr hilfsbereit, sagen die Nachbarn. Von seinem Privatleben gab er kaum etwas preis. Bekannt war aber, dass Eberhard K. homosexuelle Kontakte pflegte. Die Polizei schließt nicht aus, dass der Täter vielleicht auch im Mileu der Schwulen-Szene zu finden ist oder dass K.’s Homosexualität ein Tatmotiv sein könnte.

 Offenbar hatte K. engeren Kontakt mit einem Mann aus Jugoslawien. Er gerät ins Visier der Fahnder. Doch schon bald kann er nach einem Vergleich der Spuren als Tatverdächtiger ausgeschlossen werden. Auch eine Belohnung von 5000 Mark für Hinweise auf den Täter bringen keinen Durchbruch. Der Fall Eberhard K. muss zu den Akten gelegt werden – und liegt dort bis heute. 

Zur Serie:

 Seit 1960 gibt es im Landkreis München 18 Mordfälle, die bis heute nicht geklärt werden konnten. Der Münchner Merkur blickt in einer Serie noch einmal auf die spektakulärsten Fälle zurück. Nach wie vor nimmt die Mordkommission München Hinweise zu jedem der Fälle unter der Telefonnummer 089/63 00 70 entgegen.

Patricia Kania

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