Auf dem Weg nach Düsseldorf: Reisebus kracht in Mauer - ein Totesopfer, 44 Verletzte

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Ein Motiv bei der Foto-Ausstellung sticht besonders heraus: das von drei bunt gewandeten Äthiopierinnen, die in die Kamera strahlen. Nicht nur die Farbenpracht bildet einen Kontrast zu den meisten anderen Bildern, auch die Stimmung. Denn ein Lächeln im Gesicht der Flüchtlinge, das ist ansonsten auf nahezu keinem der Bilder zu sehen.

Ausstellung

Lichtblicke der Integration

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Unterhaching - Bilder sagen manchmal mehr als Worte. Unter diesem Ansatz ist eine ungewöhnliche Ausstellung im Unterhachinger Rathaus entstanden: Flüchtlinge haben ihre neue Heimat fotografiert.

Kleidung spenden? Deutsch unterrichten? Gibt es alles schon. Und so fragte sich der Fotoclub „Lichtwerk“ der VHS Unterhaching, wie man denn den Flüchtlingen in der Unterkunft an der Hachinger Haid helfen könne. Da kam Manfred Lingen, dem Leiter des Fotoclubs, eine spannende Idee: Die Flüchtlinge werden in Kleingruppen mit Spiegelreflexkameras ausgestattet und dokumentieren eigenständig ihren Alltag. Das Ergebnis ist jetzt in der Ausstellung „Flucht und neue Heimat“ im Rathaus-Foyer zu sehen.

„Wir waren total überrascht, was die Asylbewerber sich alles überlegt haben“, staunte Manfred Lingen. Er und sein Team hatten keine speziellen Vorgaben gemacht, den Menschen verschiedener Nationalitäten bloß mit auf den Weg gegeben: „Zeigt, was euch wichtig ist.“

20 Motive hat der Fotoclub letztlich ausgewählt, sie auf dunkles Kartonpapier geklebt, mit einem silbergrauen Rahmen versehen, dazu kurze Bildtitel eingefügt. „Erste Liebe“ zum Beispiel zeigt eine Mutter mit ihrem Kleinkind, „Vielfalt“ einen jungen Afrikaner, der mit etwas verlorenem Blick inmitten prall gefüllter Supermarktregale steht, oder „Job“ einen Flüchtling, der Arbeit in einer Küche gefunden hat. „Es ist ein Einblick in eine andere Welt, die man so sonst nicht zu sehen bekommt“, lobte Winfried Leisgang von der Caritas bei der Ausstellungseröffnung den innovativen Ansatz des Fotoclubs.

Bürgermeister Wolfgang Panzer sprach von „beeindruckenden Fotos“, Stefan Drozkowski vom örtlichen Helferkreis Asyl ergänzte: „Wir wollen die Lichtblicke und die Fortschritte der Integration hier in Unterhaching in den Vordergrund stellen.“ Deshalb runden eigens gestaltete Plakattafeln des Helferkreises, die eine Art Revue der vergangenen eineinhalb Jahre sind, die Foto-Ausstellung ab. Herzstück aber sind die 20 Bilder aus dem Blickwinkel der Asylbewerber. Sie geben einen ungeschminkten Eindruck davon, wie sie ihre neue Lebenswelt sehen. Den ersten Schnee, die Deutschkurse, einen Kindergeburtstag, das Fußballspielen. Ein Motiv sticht besonders heraus: das von drei bunt gewandeten Äthiopierinnen, die in die Kamera strahlen. Nicht nur die Farbenpracht bildet einen Kontrast zu den meisten anderen Bildern, auch die Stimmung. Denn ein Lächeln im Gesicht der Flüchtlinge, das ist ansonsten auf nahezu keinem der Bilder zu sehen.

Auch dies: ein Teil der Realität. Eindrücke ohne Filter. „Es ist“, findet Bürgermeister Panzer, „ein Weg, sich in die neuen Mitbürger hineinzuversetzen, um sie besser zu verstehen.“

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